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Babygesundheit Familie

“Wie lange sollte man Pre-Nahrung geben?”

Auch wenn es mir auf dieser Seite ja sonst immer ums Stillen geht – da auch Flaschenmütter hier vorbeischauen, gibt es heute mal einen Beitrag zum Thema Pre-Nahrung.

Die Haupternährungsquelle von Babys im gesamten ersten Lebensjahr ist Milch! Wenn das stillen nicht funktioniert (ehrenamtliche Stillberaterinnen findest du auf www.afs-stillen.de und auf www.lalecheliga.de ) hat man die Alternative, die Muttermilch einer anderen Mutter zu füttern oder aber auf Pre-Nahrung umzusteigen. Pre-Nahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten. Auch wenn natürlich in der Pre keine Immunaufbauenden Stoffe enthalten sind, keine Antikörper gegen Krankheiten, die die Mutter durchlebt und sie sich im Gegensatz zur Muttermilch nicht bei jedem mal trinken genau an die Bedürfnisse des Babys anpassen kann.

Wenn das füttern mit Pre-Nahrung unumgänglich ist, dann sollte im ersten Lebensjahr AUSSCHLIESSLICH Pre-Nahrung gegeben werden. In 1er und 2er Milch ist zusätzliche Stärke enthalten. Diese Stärke kann von ganz kleinen Babys überhaupt noch nicht verdaut werden und sie kann Bauchschmerzen und Blähungen verursachen. Hinzu kommt, dass die zusätzliche Stärke im Prinzip nichts anderes ist als reiner Zucker! Der Körper braucht nur einen einzigen Aufspaltungsprozess um aus der Stärke Zucker (Glucose) zu gewinnen. Im Prinzip gibt man seinem Baby also mit 1er und 2er Milchprdoukten einfach nur Pre mit extra Zucker!

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Säugling nicht mehr satt wird, weil es oft aufwacht, unruhig oder quengelig ist oder ähnliches – gib trotzdem weiter Pre nach Bedarf! Meist handelt es sich um einen Schub, Unwohlsein oder ähnliches, aber nur selten um Hunger! Versuch dein Baby mit einem Tragetuch oder einer Tragehilfe zu tragen um ihm den nötigen Körperkontakt zu geben, lass es bei dir schlafen, geht raus, um Abwechslung zu haben, aber wechsele nicht die Milchnahrung. Falls dein Babys sehr viel länger schlafen sollte, nachdem du ihm 1er oder 2er Nahrung gegeben hast liegt dass daran, dass der Körper quasi in ein „Fresskoma“ fällt und absolut keine Energie mehr für irgendetwas anderes hat als zu verdauen! So ähnlich, als wenn man sich als Erwachsener an Weihnachten den Bauch viel zu sehr mit dem Gänsebraten vollgemacht hat…

Was die Beikosteinführung bei Pre-Nahrung angeht: es heisst BEIkost. Bis zum ersten Geburtstag sollte Milch nach wie vor die Hauptnahrungsquelle für deinen Säugling (daher das Wort…) sein! Essen sollte spielerisch entdeckt werden und das auch erst, wenn alle nötigen Beikostreifezeichen vorhanden sind. Auch hierfür sind die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heranzuziehen.

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Stoffwindeln

In Amerika scheinen Stoffwindeln grade eine Renaissance zu erleben – zumindest auf den Seiten die ich regelmäßig besuche. Und auch in Großbritannien scheint das Thema Stoffwindeln schon seit längerem wieder gefördert zu werden – hier sogar von Regierung und Kommunen. Da auf der Insel der Hausmüll zum größten Teil vergraben wird und eine normale Wegwerfwindel Hochrechnungen zu folge  ca. 500 Jahre braucht bis sie verrottet ist, bekommen die Briten scheinbar so langsam ein Problem mit ihrem Müll. Also bieten viele Gemeinden und Städte dort mittlerweile kostenlose Volkshochschulekurse zum Thema “Wickeln mit Stoffwindeln” an und die Familien, die sich für diese Methode entscheiden bekommen finanzielle Unterstützung für die Anschaffung und Reinigung der wiederverwendbaren Windeln. Nachdem ich dann Ende Januar noch die auf arte ausgestrahlte Dokumenation “Wickeln, Windeln, wegwerfen” gesehen habe, die sich mit genau diesem Problem beschäftigt, dachte ich, ich müßte mich zumindest mal informieren ob das nicht doch auch etwas für uns sein könnte.
Nach dem ich mich, hauptsächlich im Internet, aber auch durch Bücher und die oben genannte Dokumentation relativ ausführlich informiert hatte, geht es im Endeffekt, wie so häufig, darum für sich persönlich die Vorteile gegenüber den Nachteilen abzuwägen und dann zu entscheiden. Hier einige Kriterien die ich in meine Überlegungen mit einbezogen habe:

  • Ein Kind braucht in den ersten zwei Jahrens seines Lebens zwischen 5000 und 6000 Windeln (Quelle). Bei einem Windelpreis von ca. 0,20€ pro Stück kommt man auf ~1100€ bei 5500 Windeln.  Hinzu kommen noch die Abfallgebühren.
  • Das Baby ist bei Einwegwindeln die ganze Zeit in Plastik verpackt. Da die Wegwerfwindeln mit einem Stoff ausgestattet sind, der ca. das 300fache seines eigenen Gewichtes in Wasser aufnehmen kann, wird man als Eltern (oder Erzieherin, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann) dazu verführt seltener zu wickeln, da die Windel ja noch nicht wirklich voll erscheint. Die führt aber auch dazu, dass die Haut des Kindes unter Umständen lange Zeit in Kontakt mit Urin ist, was widerum zu einem schmerzenden, wunden Babypopo führen kann.
  • Die Stoffwindeln haben einen höheren Anschaffungspreis. Hier in Deutschland scheinen Stoffwindeln etwas stiefmütterlich behandelt zu werden, vermutlich weil es für uns so einen Hippiemäßigen 70er Jahre Touch hat. Soll heissen, es gibt noch relativ wenige Anbieter, die hier auch wirklich schöne, moderne Stoffwindeln anbieten und die, die es gibt sind sehr teuer. Eine Grundaussattung (20 Stück) mit Stoffwindeln kostet ungefähr 300€ – soviel wie man in einem Jahr mindestens für Wegwerfwindeln ausgibt, nebenbei bemerkt – und das Geld muß man erstmal haben. Vor allem muß man auch bereit sein es auszugeben, wenn man sich noch nicht sicher ist, ob Stoffwindeln wirklich das richtige für die eigene Familie sind. Es gibt auch auch kleinere Pakete mit 10 Stück für die Hälfte des Preises kaufen – aber 150€ sind eben immernoch eine Menge Geld. Alternativ hat man natürlich noch die Möglichkeit, günstig gebrauchte Stoffwindeln, z.B. über ebay Kleinanzeigen oder ähnliche Portale zu bekommen.
  • Stoffwindeln müssen gewaschen werden. Das verbraucht Wasser, Waschmittel, Strom und vor allem Zeit, das alles muss bei der Kalkulation mit eingeplant werden.
  • An der praktischen Entwicklung der Stoffwindeln hat sich allerdings einiges getan, so dass nun nicht mehr mit Bändern oder gar Sicherheitsnadeln und gefalteten Tüchern gearbeitet werden muss, sondern auch hier mit Klettverschluss oder Druckknöpfen verstellbare Windeln angeboten werden, die von der Geburt bis zum Kleinkindalter  verwendet werden können. Allerdings kann man im Notfall – egal ob man normalerweise mit Stoffwindeln wickelt oder nicht – schnell eine Stoffwindel falten.
  • Das wichkeln mit Stoffwindeln soll, dadurch dass sie dicker sind, besser für die Ausbildung der Hüftpfannen bei Babys sein, so dass Kinder die mit diesen Windeln gewickelt werden normalerweise nicht an Hüftdisplasie leiden werden und keine Spreizhose mehr benötigen. Google Books: Entspannt erleben – Babys 1. Jahr
  • Der Müllberg und das schlechte Gewissen: egal ob die Plastikwindeln nun verbuddelt oder verbrannt werden – wirklich umweltbewusst sind beide Methoden nicht. Für mich – vor allem jetzt in der Schwangerschaft, da bin ich besonders anfällig für so etwas habe ich festgestellt – ist das tatsächlich mit das größte/wichtigste Kriterium.  

Nachdem ich meine Überlegungen dem Muminpapa dargelegt hatte, haben wir gemeinsam entschieden, neue Stoffwindeln zu kaufen und eine Mischvariante mit Wegwerfwindeln auszuprobieren. Also Stoffwindeln für zu Hause, die anderen für unterwegs – wenn sich das so durchführen lässt. Zusätzlich wollen wir mit Windelvlies (ähnlich wie Küchenpapier) arbeiten, welches das schlimmste auffängt und einfach ins Klo geworfen werden kann.

Zum Schluß noch eine sehr informative, wenn auch leider nicht ganz übersichtliche deutsche Seite zum Thema Stoffwindeln: http://www.naturwindeln.de/

Was ist eure Meinung zum Thema Stoffwindeln? Glaubt ihr, dass sie wirklich umweltschonender sind, trotz der ganzen Wäsche die damit anfällt? Würdet ihr es ausprobieren oder wäre euch der Aufwand zu groß? Oder habt es sogar ausprobiert und könnt von euren Erfahrungen berichten? Ich würde mich sehr freuen weitere Meinungen und Ideen zu diesem Thema zu hören!

Familie

Mein Baby lässt sich nicht (mehr) ablegen!

Eine der am häufigsten gestellten Fragen,  die mir in Internet-Foren begegnet lautet ungefähr wie folgt:

“Hallo Mamas, ich habe folgendes Problem: seit ein paar Tage/Wochen lässt sich mein Baby plötzlich nicht mehr ablegen. Es will ständig herum getragen werden, schreit sich im Kinderwagen/MaxiCosi die Seele aus dem Leib und schläft auch nicht mehr alleine. Ich bin schon völlig verzweifelt!  Die ersten 1/2/6 Wochen war das alles überhaupt kein Problem, woher kommt das so plötzlich und was kann ich tun?”

Kommt dir irgendetwas davon bekannt vor? Falls ja: du bist nicht allein! Das beruhigt dich hoffentlich schon mal ein bißchen 🙂 Wieso verhält sich dein Baby also so plötzlich so anders als du es bisher gewohnt warst und was kannst du tun? Um das verständlich zu erklären muss ich ein bißchen ausholen.

Dein Baby war seit seiner Zeugung 40 Wochen in deinem Bauch und dort symbiotisch mit dir über die Nabelschnur verbunden. Es kannte weder Hunger noch Durst, musste nicht atmen und seine Temperatur nicht selber regulieren. Außerdem war es noch nie von dir getrennt – ja es weiß nicht mal, dass ihr beiden zwei unterschiedliche Personen seid! In den ersten sechs Lebensmonaten (!!) ist dein Baby noch nicht in der Lage zwischen dir und sich selbst zu unterscheiden.

Zu seinen ersten Sinneserfahrungen in der Schwangerschaft gehört, dass er oder sie geschaukelt wird, wenn du umher läufst – lange noch, bevor es deine Stimme hört oder durch die Bauchdecke hindurch hell und dunkel wahrnimmt.

Dann kommt dein Baby unter großen Anstrengungen zur Welt. Wahnsinnig viele Reize strömen auf es ein. Es ist kalt, er/sie muss plötzlich atmen, da sind lauter neue Geräusche und alles ist so hell. An all diese Neuerungen muss sich der Zwerg erst einmal gewöhnen und sie verarbeiten. Das tut Baby unter anderem damit, dass es viel schläft – außerdem war die Geburt als solche auch eine große Kraftanstrengung von der sich Baby auch erst einmal erholen muss. Und das dauert durchaus länger als die drei Tage die man normalerweise im Krankenhaus verbringt!

Je nach Baby, Geburt und Umgebung dauert dieser Prozess der Eingewöhnung auf unserer Welt unterschiedlich lange. Und während dieses Prozesses ist Baby meist auch noch mit trinken, schlafen und Windel vollmachen  – zusätzlich zu dem ganzen anderen Kram – völlig ausgelastet und zufrieden.
Aber irgendwann kommt der Tag – bei manchen Babys nach einer Woche und bei anderen eben erst nach 6 Wochen – an dem die Geburt und die vielen neuen Reize erstmal “abgearbeitet” sind und der oder die Kleine Kapazitäten für neue Eindrücke zur Verfügung hat.

Und dann fällt ihm oder ihr auf “Moment mal, das Geschuckel hier ist ja gar nicht Mama! Was ist das? Und vor allem: wo ist Mama?? Ich kann sie hören, aber ich kann sie nicht riechen und vor allem nicht spüren! Was soll das? Hilfe!! Meine Mutter lässt mich alleine!” So oder ähnlich zumindest 🙂

Spätestens ab dem Punkt: “Ich werde hier alleine gelassen! ” beginnt dein Baby zu weinen. Es weiß selbst nicht warum, es spürt nur, dass alleine gelassen werden das schlimmste ist, was ihm Momentan passieren kann. Denn das hat die Natur so eingerichtet um die Bindung zwischen Mutter und Kind zu gewährleisten.Natürlich gibt es auch hier Abstufungen – viele Babys sind auch nach Wochen noch im Kinderwagen oder MaxiCosi zufrieden. Ich bin überzeugt davon, dass Babys auch schon mit einem Charakter zur Welt kommen und so reagiert im Endeffekt jedes auf seine Art auf seine neue Umgebung.

Aber was kannst du nun tun, wenn dein Baby zu jenen gehört, die im Kinderwagen nach einer bestimmten Zeit anfangen zu weinen oder sich im MaxiCosi “die Seele aus dem Leib brüllen”?

Was den Kinderwagen angeht – hier ist die Lösung denkbar einfach: hör auf deinen Instinkt! Dein Baby schreit und fühlt sich offensichtlich unwohl im Kinderwagen? Was sagt dir dein Bauchgefühl? Vermutlich, dass du dein Kind ganz schnell in den Arm nehmen solltest – also tragen statt schieben!

Bei uns hat es geholfen, denKinderwagen für eine Zeit komplett stehen zu lassen und ausschließlich zu tragen und danach immer mal im Wechsel das eine oder andere zu benutzen. Im Klartext sind wir meist mit Kinderwagen und Trage losgezogen und haben je nach Bedarf und Rückenschmerzen dass eine oder andere benutzt. Eine Übersicht über empfehlenswerte Tragehilfen und Tragetuchhersteller findet ihr übrigens hier, nur so viel: in den ersten 6 bis 9 Monaten sollte eine Tragehilfe IMMER aus Tragetuchstoff bestehen!

Tja und was den Autositz angeht… Da ist die Sache schon schwieriger! Vor allem, wenn man kein Auto besitzt, in dem die Babyschale auf den Beifahrersitz darf. Es gibt unterschiedliche Tipps, von singen über “weisses Rauschen” aus dem Radio bis hin zu jeder Menge Spielzeug – geholfen hat das bei uns allerdings alles nichts. Wir haben uns darauf verlegt, immer zu zweit zu fahren, so dass einer immer hinten neben Baby Dronte gesessen hat. Weitere Möglichkeiten sind, sich wenn möglich auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlegen und (Still-)Pausen einzulegen so oft es nötig ist. Aus Gründen der Sicherheit gibt es hier leider keine Alternative.

Babyschlaf

Co-schlafen und Familienbett

Dieser Artikel war Teil einer Hausarbeit für die Uni. Da er aber thematisch schön passt, stelle ich ihn mal inklusive des Literaturverzeichnisses hier zur Verfügung.

In seinem Buch „SAFE – Sichere Ausbildung für Eltern“ schreibt Karl-Heinz Brisch:

„Nur in westlich orientieren Kulturen sowie in einigen Ländern, die von der westlichen Zivilisation beeinflusst werden, hat sich eine Schlafgewohnheit durchgesetzt, bei der von Säuglingen erwartet wird, dass sie alleine schlafen, möglichst in einem eigenen Bett, in einem eigenen Zimmer. In manchen Familien schlafen alle Kinder jeweils in einem eigenen Zimmer und in einem eigenen Bett. Für Menschen anderer Kulturen, etwa aus Südamerika oder Asien ist diese Form der familiären Schlafpraxis nicht nachvollziehbar. Ein Kind in einem eigenen Zimmer, ganz alleine, in seinem eigenen Bett schlafen zu lassen würde in Indonesien eher als eine Form der Kindesvernachlässigung angesehen.“ (Brisch, 2010, 98/99).

Die Evolution hat vorgesehen, dass Babies dicht bei ihren Müttern bleiben. Die Gefahren für ein so hilfloses Wesen wären im Verlauf der Menschheitsgeschichte einfach zu groß gewesen um das Überleben der Spezies zu sichern. Dies bedeutet, dass ein Baby auch Nachts den Schutz der Mutter um sich wissen möchte. (Brisch, 2010, 98)

Wie aus dem obigen Zitat zu erkennen ist, hat sich aber in unserer westlichen Kultur das familiäre Schlafverhalten völlig anders entwickelt, als es von der Natur vorgesehen wurde. Vielen Eltern wird trotzdem suggeriert, ihr Kind müsse schon nach wenigen Monaten oder gar Wochen mehrere Stunden ruhig schlafen und das auch noch alleine. Und viele Eltern sind verzweifelt, wenn ihr Kind auch nach längerer Zeit immer noch nicht ruhig in seinem Kinderbett schläft, mehrmals pro Nacht aufwacht, kaum zu beruhigen und dann auch nicht wieder in den Schlaf zu begleiten ist. Der eigene Schlaf leidet darunter so sehr, dass sich manche Mutter als selbstmordgefährdet aufgrund des Schlafdefizits bezeichnet (vgl. Gräf, 2012)

Die größten Argumente gegen das gemeinsame Schlafen mit Baby sind der eigene Schlaf der Eltern , die große Angst um den plötzlichen Kindstod und die Sorge, dass Kind „nicht wieder aus dem Bett zu bekommen“. Unbegründete Sorgen, wenn man bedenkt, dass Mütter, die neben ihren Kindern schlafen ihre Schlafqualität häufig wesentlich besser einschätzen als solche, die jede Nacht wieder aufstehen müssen um sich um ihr Baby im Nebenzimmer zu kümmern (vgl. McKenna et al, 2007, 145). Der Eltern-Ratgeber „Die neue Elternschule“ schreibt hierzu: “Nachts aufzustehen, um nach einem schreienden Baby im Nachbarzimmer zu sehen kann furchtbar sein. Liegt ihr Kind neben Ihnen, können Sie es sofort trösten, wenn es unruhig wird, ohne dass Sie hellwach werden. Studien zufolge schläft man schneller wieder ein, wenn man weniger als 15 Sekunden wach ist.“ (Sunderland, 2006, 72)

Der plötzliche Kindstod ist seit vielen Jahren Gegenstand von Studien aber schon Anfang der 1980er Jahre wurde in einer in Hongkong durchgeführten Studie herausgefunden, dass das Co-schlafen – das in Hongkong das Standart-Schlafarrangement darstellt – nicht die Ursache für den plötzlichen Kindstod sein kann (vgl. Davies, 1985)

Bleibt noch die Sorge darum, dass das Kind aus dem elterlichen Bett nicht wieder ausziehen möchte – oder zumindest nicht dann, wenn die Eltern dies gerne hätten. Diese Entscheidung muss natürlich jeder Elternteil für sich selbst treffen, vielleicht auch im Hinblick auf den Charakter des Kindes. Es gibt Babies, die auch schon kurz nach der Geburt gut alleine im eigenen Bett, im eigenen Zimmer schlafen und die zu Kindern heranwachsen, die weiterhin gut in ihrem eigenen Zimmer schlafen. Aber ängstliche Kinder, die die Nähe einer vertrauten Person um sich herum brauchen um ruhig schlafen zu können werden, wie vermutlich schon seit Beginn der Menschheit, auch nachts immer wieder in das Bett ihrer Bezugsperson zurückkehren oder einen Elternteil zu sich holen und darunter leidet dann der Schlaf aller beteiligten Personen. In diesem Fall wäre es unter Umständen tatsächlich einfacher zu warten, bis sich das Kind von selbst in ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer wechseln möchte.

 

Literatur:

Ich will bei euch schlafen

Besucherritze (sehr zu empfehlen!)

Kinder verstehen

Die neue Elternschule

Bowlby, John 2008: Bindung als sichere Basis: Grundlagen und Anwendung der Bindungstheorie. München: Ernst Reinhardt Verlag

Brisch, Karl-Heinz 2012: SAFE – Sichere Ausbildung für Eltern. Stuttgart: Klett-Cotta

Keller, Heidi 2011: Kinderalltag. Kulturen der Kindheit und ihre Bedeutung für Bindung, Bildung und Erziehung. Berlin [u.a.]: Springer Verlag

McKenna, James et al 2007: Mother–Infant Cosleeping, Breastfeeding and Sudden Infant Death Syndrome: What Biological Anthropology Has Discovered About Normal Infant Sleep and

Pediatric Sleep Medicine. In: YEARBOOK OF PHYSICAL ANTHROPOLOGY 50 New York City: John Wileyand Sons Inc. S. 145

Sears, William & Martha 1992/2003: The Baby Book: Everything You Need to Know About Your Baby from Birth to Age Two New York City: Little, Brown and Company

Sunderland, Margot 2006: Die neue Elternschule. Kinder richtig verstehen und liebevoll erziehen. München: Dorling Kindersley Verlag GmbH

Davies, D.P. 1985: COT DEATH IN HONG KONG: A RARE PROBLEM? Abstract. In: The Lancet, Volume 326, Issue 8468,1346 – 1349, Verfügbar unter: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2885%2992637-6/abstract Stand: 01.02.2013

Gräf, Carmen 2012: Muttersein ist nicht nur kuschelig. Zeit Online, Verfügbar unter: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-03/helen-walsh-mutterschaft-roman Stand: 01.02.2013

Babygesundheit Familie Gastartikel

Barfußschuhe – warum weniger manchmal mehr ist [Werbung]

 

Oh ja, es gibt ein Problem! Und zwar ein gewaltiges:

Fast alle Kinder werden mit gesunden Füßen geboren. 98% um genau zu sein. Wenn sie dann so vier Jahre alt sind, haben plötzlich nur noch 24% der Kinder völlig gesunde Füße. Was ist mit den ¾ der anderen Kindern passiert? Fazit einiger Studien in Kindergärten: 70% (!!) der Kinder stecken in zu kleinen (zu engen) Schuhen. Bis zu 14% der Kinder hatten schon extreme Befunde, und immerhin 3% der Kinder hatten falsche Einlagen unter den Füßen.

Das folgende Bild zeigt, links gesunde Füße und rechts durch Schuhe deformierte Füße:

https://static-content.springer.com/image/art%3A10.1186%2F1471-2474-10-159/MediaObjects/12891_2009_Article_737_Fig4_HTML.jpg

Quelle: http://www.biomedcentral.com/1471-2474/10/159/figure/F4

In den zu kurzen und zu engen Schuhen sind die Füße gezwungen, immer mehr Schuhform anzunehmen. Sie werden in eine unnatürliche Haltung gepreßt, und da Kinder noch sehr weiche Knochen haben, spüren sie das nicht. Sie ziehen die zusammengequetschen Zehen einfach ein und auch wenn die Schuhe 2cm kürzer sind als ihre entspannten Füße klagen sie nicht.

Zu den Folgen später mehr. Es ist jedenfalls nicht nur ein kosmetisches Problem. Es geht auch nicht nur im zu kurze und zu schmale Schuhe, da kommt noch mehr …

Was macht Schuhe zum Problem?

Die meisten Schuhe (von Lauflernschuhen abgesehen) haben sehr dicke, steife Sohlen, die zudem auch meistens noch eine erhöhte Ferse und ein anatomisches Fußbett haben. Außerdem ist das Obermaterial der Schuhe oft steif und stützt den Fuß. Besonders für Wald und Wiese wird explizit „festes Schuhwerk“ gewünscht und hergestellt. Leider!

In der Folge ist der Fuß nämlich im Schuh ruhig gestellt wie in einem Gipsverband. Dadurch baut die Muskulatur im Fuß rapide ab, frei nach dem Motto „use it or lose it“. Der Fuß kann den Körper aufgrund der schwachen Muskulatur nicht mehr richtig tragen, und braucht immer mehr Unterstützung durch den Schuh. Ein Teufelskreis ist entstanden!

Für Kinder ist das noch schlimmer als für Erwachsene, denn im Kindesalter müssen wir die richtigen Bewegungsmuster erst lernen. Das ist als wenn man mit Ski-Handschuhen häkeln lernen will. Durch die Schuhe gehen viele sensorische Informationen verloren oder kommen gar falsch an. Nicht selten stürzen Laufanfänger in Schuhen deutlich häufiger und schwerer, als wenn sie barfuß unterwegs sind.

Eingeschränkte Füße, eingeschränkter Gang

Auch die Gangmuster sind betroffen. Schaut man auf Schuhlose Gesellschaften, begegnet einem dort sehr häufig der Ballengang. Dabei setzt der Fuß wie bei den lautlosen Ninja oder Indianern mit dem Vorderfuß zuerst auf, dann erst folgt die Ferse – beim Weitergehen drückt sich der Fuß wie eine Sprungfeder wieder mit dem Vorderfuß ab. Die Zehen fächern sich weit auseinander, bauen Spannung auf und geben sei beim Weitergehen ab. Das Fußgewölbe bei Erwachsenen arbeitet aktiv mit.

In normalen Schuhen geht das nicht. Die meist einzige Gangart ist der Fersengang. Die Ferse wird mehr oder weniger ungebremst in den Boden gerammt. Gerade wenn man zügig unterwegs ist wirken da starke Kräfte.

Bei Profisportlern hat sich inzwischen rumgesprochen, daß man tunlichst im Ballengang rennen sollte um seine Gelenke zu schonen und Verletzungen vorzubeugen. Immer mehr Marathonläufer stellen von Ferse auf Ballen um und sind begeistert!

Gesundheitliche Folgen

Eine ganze Reihe von orthopädischen Schäden wird durch die „Problemschuhe“ und die falschen Bewegungsmuster erst ermöglicht:

gestörte sensomotorische Entwicklung bei Kindern, Hallux Valgus, Fersensporn, Senk-Spreiz-Plattfüße als Folge der fehlenden Muskulatur, Haltungsschäden, Bandscheibenvorfälle, Kopfschmerzen und Migräne, Kreislaufbeschwerden & Venenleiden, Verspannungen, und so weiter und so fort.

Deswegen ist das Barfußlaufen gesund!

Barfuß kann ein Fuß sein, wie er sein soll. Unbeschwert und frei, stark weil muskulös, sensibel auf den Untergrund reagierend, flink und wendig. Ist ein Mensch viel barfuß, bildet sich unter dem Fuß eine sehr elastische aber widerstandsfähige Lederhaut, die den Fuß vor Verletzungen schützt. Die starke Muskulatur läßt den Fuß optimal seine Arbeit tun, und schützt so auch vor Verstauchungen oder Umknicken. Trainierte Füße brauchen kein Exoskelett, sie tragen dich duch Wald und Wiese ohne „festes Schuhwerk“.

Belohnt wird der Barfußläufer mit weniger gesundheitlichen Problemen, einer besseren Körperhaltung.

Barfußlaufen ist außerdem ein Fest für die Sinne: man nimmt die Welt ganz anders war, bewegt sich aufmerksamer und spürt den vielfältigen Untergrund. Wenn man sich darauf einlassen kann, tun sich ganz neue Welten auf.

Wenn man nicht ganz „unten ohne“ kann oder will: Barfußschuhe!

Manchmal möchte man nicht barfuß sein. Zu kalt, zu empfindlich oder man fühlt sich einfach nicht angezogen genug. Hier kommt der Barfußschuh ins Spiel!

Barfußschuhe erfüllen idealerweise alle folgenden Kriterien:

  • 100% flache Sohle ohne Fersensprung
  • dünne und verwindbare Minimalsohle
  • genug Breite für die Zehen
  • wenig Gesamtgewicht
  • ein flexibler Oberschuh
  • Halt am Fuß, wenn er abgehoben wird

Nicht alle Barfußschuhe erfüllen all diese Kriterien, und nicht alle Barfußschuhe passen für jeden Fuß gleich gut. Aber die Auswahl ist inzwischen ganz gut und wird stetig mehr.

Meinen Artikel über günstige Barfussschuhe findet ihr hier.

Die besonderen Eigenschaften der Barfußschuhe sorgen dafür, daß der Fuß sich „fast wie barfuß“ bewegen kann. In diesen Schuhen bleibt die Muskulatur der Füße erhalten und der Ballengang ist möglich.

Der Sportschuhhersteller Altra zeigt den Unterschied sehr anschaulich in einer Röntgenaufnahme. Ein Mann trägt an einem Fuß einen normalen Sportschuh, und am anderen Fuß einen Barfuß-Sportschuh des Herstellers

Foot-Shaped Toe Box

Bildquelle: http://www.altrarunning.fr/ameliorez-votre-course.html#foot-shaped-toe-box

 

Man sieht deutlich, wie viel mehr Freiheit der Fuß im Barfußschuh rechts hat!

Wie finde ich passende Schuhe?

Zuerst fertigt man am besten eine Schablone an. Stell Dich oder Dein Kind auf eine dünne Pappe oder ein Blatt Papier. Mit einem dünnen Stift zeichnest Du nun im rechten Winkel um den Fuß herum. Nun kannst Du von der Ferse bis zum Längsten Zeh die Länge messen und im rechten Winkel dazu die breiteste Breite.

Den Pappausschnitt kannst du auch zum Schuhe anprobieren benutzen. Einfach ausschneiden und in den Schuh legen. Die Seiten sollten sich nicht zu sehr nach oben biegen. Nach vorn hin sollte überall ca 5mm Luft sein, bei Kindern da Platz zum Reinwachsen da sein soll mindestens 12mm. Du kannst vorher grob an Deiner Fingerkuppe mit dem Lineal messen, wie viel das ist, und den Abstand im Schuh dann gut ertasten.

Gerade bei Kindern ist von außen tasten und drücken absolut nicht aussagekräftig! Passende Schuhe sehen meist viel zu groß aus. Der Pappausschnitt ist eine effektive und praktische Methode, die Paßform der Schuhe zu überprüfen.

Noch Fragen?

Ich helfe gerne, wenn ich kann! Sende eine Mail an service@freizehn.de oder besuche uns auf Facebook unter facebook.com/freizehn

Babyschlaf

Babys in den Schlaf schreien lassen

Quelle

Der folgende Text stammt vom Blog des Buches Besucherritze das lange nicht zu kriegen war und jetzt grade wieder neu aufgelegt wurde. In dem Buch geht es um eine der schönsten Beschäftigungen der Welt (zumindest für neue Mamas) – Schlaf 🙂

Das Buch erklärt den Zusammenhang von Bindungs(stheorie) und dem kindlichen Schlafverhalten und könnte deshalb vermutlich einigen Eltern die Augen öffnen, warum ihr Baby oder Kind eben nicht so schläft wie sie – oder vielleicht viel eher “die Gesellschaft” – es von ihm erwarten.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich finde schon den nachfolgenden kurzen Auszug aus dem Buch so einleuchtend, dass ich mir das komplette Buch besorgen werde. Viel Spaß beim lesen!
“Bestimmt haben Sie auch schon mal den Rat bekommen Ihr Kind einfach schreien zu lassen. Irgendwann wird es schon schlafen. Und Sie sind vielleicht auch der Meinung, dass drei bis vier Nächte schreien doch nicht so schlimm sind, wenn das Kind danach schön brav durchschläft? Unzählige Kinder haben geschrieen. Warum soll das meinem Kind was schaden? Das Leben ist schließlich kein Ponyhof. Gut. Vielleicht schadet es ihm nicht. Aber es gibt Risiken. Dennoch. Der Mensch ist flexibel und vieles kann er kompensieren. Vielleicht schadet es wirklich nichts. Aber es ist kein Spaziergang. Und das versuchen wir jetzt mal im Selbstversuch. Gehen Sie an einen abgelegenen Ort. Am besten sehr abgelegen, wenn Sie nicht wollen, dass die Männer mit den weißen Kitteln kommen. Wenn Sie allerdings doch wollen dass die kommen, schließlich haben die Valium dabei und werden Sie ans Bett fesseln – keine allzu schlechte Vorstellung für übermüdete Eltern, dann machen Sie den Versuch bitte mitten auf dem Marktplatz. Auf jeden Fall lassen Sie Ihr Kind daheim. Es könnte einen Schaden nehmen. Gut, Sie sind also wahrscheinlich an einem abgelegenen Ort. Fangen Sie jetzt an zu brüllen. Und zwar aus voller Kehle. Es muss sich genauso anhören wie Ihr Kind nachdem Sie drei Minuten nicht auf sein lautes Weinen und Schreien reagiert haben. Steigern Sie sich noch, legen Sie Panik in Ihre Stimme und geben Sie alles. Jetzt kommen noch die Bewegungen hinzu. Wenn Ihr Kind noch nicht aufstehen kann, legen Sie sich auf den Boden und zappeln mit Armen und Beinen. Wenn es sich schon hochziehen kann, stellen Sie sich hin und strecken Sie die Arme aus. Machen Sie sich so lang wie möglich. Wenn Sie nach fünf Minuten, bitte schauen Sie auf die Uhr, noch nicht schweißgebadet sind, machen Sie etwas falsch. Jetzt brechen Sie bloß nicht ab! Sonst war alles umsonst. Schreien Sie weiter bis Sie einschlafen. Ich hoffe, Sie haben Umziehklamotten dabei, falls Sie sich erbrechen. Dann ziehen Sie sich schnell und emotionslos um und schreien danach weiter bis Sie einschlafen. Trinken und Essen Sie zwischendurch auf keinen Fall sonst gewöhnen Sie sich noch an nächtliche Mahlzeiten. Wenn Sie endlich eingeschlafen sind, ist es gut. Sobald Sie aber wieder aufwachen, müssen Sie weiter schreien, bis Sie wiederholt einschlafen.
So verbringen Sie die ganze Nacht. Am nächsten Tag ist es enorm wichtig, dass Sie trotzdem zur gewohnten Uhrzeit aufstehen, damit Sie nicht den verpassten Nachtschlaf am Tag nachholen. Sonst schreien Sie in der nächsten Nacht wieder so lange, weil Sie nicht müde genug sind. Die nächsten drei Nächte werden nämlich nach dem gleichen Schema ablaufen. Sie müssen schreien und zappeln, bis sie vor Erschöpfung einschlafen. Nach drei Nächten ist gut. Die meisten Babys haben nach diesem Zeitraum nämlich die Nase voll und geben auf. Sie sicher auch. Spätestens. Wenn Sie durchgehalten haben, bekommen Sie den Durchschlaf-Trainer-Schein und erhalten somit die Berechtigung mit Ihrem Baby ein solches Trainingsprogramm durchzuführen. Wenn Sie das dann noch wollen. Und natürlich, wenn Sie nicht in der Klapse gelandet sind. Wenn doch, beschweren Sie sich nicht bei mir. Meine Idee war das schließlich nicht. Seien Sie eher froh. In der Klapse bekommen Sie nämlich die Möglichkeit zu weiteren Selbstversuchen. Wenn Sie Glück haben, sperrt man Sie in eine Gummizelle oder fixiert Sie im Bett. Das wäre dann sozusagen Selbsterfahrung in Reinform. Schließlich können Sie sich jetzt, anders als beim ersten Versuch, wirklich nicht selbst befreien. Nutzen Sie Ihre Chance und schreien Sie was das Zeug hält. Wenn Sie sich etwas Mühe geben, können Sie originalgetreue Versuchsbedingungen erzeugen. Wenn Sie nur genug schreien, wird man sicher auch alle zehn Minuten nach Ihnen schauen. Mal sehen, ob Sie sich dadurch nicht so verlassen fühlen. Schreien Sie, bis Sie vor Erschöpfung einschlafen. Und nur keine Hemmungen. Wenn Sie sich erbrechen, findet sich sicher jemand, der Sie emotionslos aus dem Bett holt und Sie umzieht.”
Babygesundheit

13 Tipps gegen Bauchschmerzen bei Babys

Eine der häufigsten Schwierigkeiten während der ersten drei Lebensmonate eines Babys sind Bauchschmerzen. Lange Zeit nahm man an, dass diese von den Nahrungsmitteln herrühren, die die Mutter in der Stillzeit zu sich nimmt. Bis heute wird oft geraten, blähende und säurehaltige Lebensmittel wie Kohlsorten, Hülsen- und Zitrusfrüchte in den ersten Lebenswochen zu meiden.

Auch der unfertige Verdauungstrakt von Neugeborenen dem  noch ein Großteil der Darmkulturen fehlen könnte mit den Koliken zu tun haben. Da aber mittlerweile klar ist, dass mit der Flasche gefütterte Babys genauso häufig an Bauchschmerzen leiden wie Stillkinder ist zumindest die erste Theorie weitestgehend überholt. Viel eher scheint es so zu sein, dass die Schmerzen durch die beim trinken und schreien mitgeschluckte Luft verursacht werden. Und bis diese am anderen Ende wieder herauskommt, verursacht sie dem kleinen Wesen auf dem Weg einige unangenehme Empfindungen die dieses nicht anders als durch schreien auszudrücken vermag.

Was kann man nun also gegen Bauchschmerzen und Dreimonatskoliken tun?

  1.  Vorbeugen: Babies möglichst nicht lange schreien und nicht lange warten lassen wenn sie hungrig sind. Beim schreien wird viel Luft geschluckt, die dann zu neuen Schmerzen führt, was widerum zu mehr schreien führt… Hungrige Babies trinken sehr hastig und schlucken dabei dann unnötig viel Luft.
  2. Stilltee: die ätherischen Öle aus Fenchel, Anis und Kümmel der im Stilltee enthalten ist sollen durch die Muttermilch bis zum  Kind gelangen und in dessen Verdauungstrakt für Beruhigung sorgen.
  3. Kümmel kauen: ähnlich soll auch gekauter Kümmel oder Schwarzkümmelöl-Kapseln wirken.
  4. Saugen lassen: ob an der Brust, am Finger oder am Schnuller, dass saugen und nuckeln hilft irgendwie dabei die angestaut Luft leichter loszuwerden. Außerdem ist das saugen, vor allem an der Brust, Schmerzmanagment für die Kleinen, weswegen es sich zum Beispiel auch lohnt, sie beim impfen oder anderen unangenehmen Prozeduren zu stillen.
  5. Bäuerchen: das Kind nach jeder Mahlzeit aufstossen lassen, so tritt ein Großteil der Luft die schmerzhafte Reise durch das Verdauungssystem gar nicht erst an.
  6. Bauchlage: man sollte Babys ja ohnehin auch auf den Bauch legen, damit sie die Kopfkontrolle un den Unterarm-Stütz trainieren können; der Druck auf den Bauch hilft gleichzeitig auch wieder dabei überschüssige Luft loszuwerden.
  7. Fliegergriff: hierbei wird das Kind mit dem Bauch auf den Unterarm gelegt, so dass der Bauch auf der eigenen Handfläche und der Kopf des Kindes in der Ellenbeuge zu liegen kommt. Vom Prinzip her das gleiche wie die Bauchlage – der Druck hilft die Luft loszuwerden – wird aber durch den Körperkontakt von vielen Babys noch besser akzeptiert.
  8. Gymnastik: mit den Beinen des Babys “Fahrrad fahren” oder die Knie vorsichtig in Richtung/gegen den Bauch drücken damit die Luft weiterwandert.
  9. Positionswechsel: mein Erfahrung bisher ist, dass je nach Tageszeit, Stimmung und Situation immer mal eine andere Position besser hilft als noch zuvor. Von daher probiere ich mit dem Kleinen einfach alles durch was mir so einfällt von sitzen über auf den Bauch legen, Fliegergriff im sitzen oder laufen – und dabei am besten noch gleichzeitig stillen ;.-) – bis eine Postition gefunden ist, in der die Bauchschmerzen zumindest erträglich zu sein scheinen.
  10. Massage: leichte, kreisende Bewegungen (immer im Uhrzeigersinn = der natürliche Weg der Darmperistaltik) auf dem Bauch, die noch zusätzlich mit verdünnetem Kümmelöl, Baby-Bäuchleinöl oder Vier Winde Öl ausgeführt werden können.
  11. Wärme: zum Beispiel als Kirsch-, Dinkel- oder Traubenkernkissen.
  12. Homöopathie: hier gibt es eine Auflistung mit verschiedenen Mitteln die helfen können, außerdem gibt es ein Kombimittel mit Namen Paderborner Pubsgloboli.
  13. Medikamente: wenn gar nichts mehr hilft – Lefax, Sab simplex®, Espumisan oder Bloxair.
Habt ihr noch Tipps und Tricks gegen Bauchweh und Blähungen? Ich würde mich über weitere Ideen freuen!
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