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Warum mein Kind nicht teilen muss.

 

Warum mein Kleinkind nicht teilen muss.

Stell dir vor du sitzt in einem Café. Auf deinem Tisch liegen deine Zeitschrift, dein Smartphone und dein Laptop an dem du gerade arbeitest oder Weihnachtsgeschenke für deine Familie bestellst. Neben dir auf einem der Stühle steht deine Handtasche. Natürlich hast du dir auch ein Getränk und ein Stück Kuchen bestellt.

Du bist hochkonzentriert und völlig in deinen Laptop vertieft. Als du zwischendurch einmal hochschaust, weil einem Kellner ein Glas zu Bruch gegangen ist fällt dir auf, dass dich eine Frau drei Tische weiter sehr intensiv mustert. Als sie bemerkt, dass du sie wahrgenommen hast, steht sie auf und kommt zu dir herüber. Sie stellt sich, ohne ein Wort zu sagen neben dich und guckt dir bei deiner Tätigkeit zu. Da du einfach in Ruhe weiter arbeiten möchtest, ignorierst du sie höflich und widmest dich wieder deinem Laptop. Nach kurzer Zeit setzt sie sich zu dir an den Tisch und betrachtet die Dinge die du darauf abgelegt hast.

Dann nimmt sie sich, immer noch wortlos, deine Zeitschrift und fängt an, sie durchzublättern. Da sie anscheinend nichts interessantes darin findet, greift sie jetzt nach deinem Smartphone. Das hast du zwar durch einen Code gesichert, aber die fremde Frau vertreibt sich trotzdem eine ganze Weile die Zeit damit, dass sie versucht, diesen zu knacken. Als all ihre Versuche erfolglos bleiben wendet sie sich irgendwann deiner Handtasche zu, öffnet sie und fängt an, darin herum zu wühlen.

Klingt das für dich nach einem realistischen Szenario?

Vermutlich nicht, denn an irgendeinem Punkt hättest du die Frau wahrscheinlich angesprochen, sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass dies deine Sachen sind und du nicht möchtest, dass sie diese einfach anfasst und benutzt. Überlege einmal kurz für dich, an welchem Punkt das gewesen wäre. Schon, als die Frau sich neben dich gestellt hat? Als sie sich wortlos an deinen Tisch gesetzt hat? Als sie nach deiner Zeitschrift gegriffen hat? Oder erst als sie versuchte dein Smartphone zu entsperren?

Dieses „unrealistische Szenario“ spielt sich täglich tagtäglich tausende Male ab – auf Spielplätzen, in Krabbelgruppen und bei privaten Treffen von Müttern mit kleinen Kindern. Und ganz ehrlich: ich kann diese Mütter verstehen! Denn es geht 1. nicht um ihre eigenen Sachen sondern „nur“ um das Sandspielzeug ihrer Kinder und nicht etwa um Handtasche und Smartphone und 2. und viel wichtiger: wer möchte als Mutter schon den Verdacht aufkommen lassen, dass man sein eigenes Kind zum „Geizkragen“ erzogen hätte, der all seinen Besitz für sich alleine hortet und damit vielleicht irgendwann vereinsamt (in der schlimmstmöglichen Mutterphantasie)?

Und ich gebe offen zu, dass auch ich schon ab und zu mal in diese Falle getappt bin.

Das passiert mir besonders dann, wenn ich eigentlich gerade mit etwas anderem beschäftigt bin, als mit meinem Kind, das in Ruhe vor sich hin spielt. Das nächste zu schreibende Buch, der nächste Artikel, e-Mails die ich noch schreiben muss und im Kopf vorformuliere während ich nebenbei schon mal mental die Einkaufsliste anfange. Man hat ja mit Kind so selten mal ruhige Minuten für sich, in denen man solche Dinge planen kann, also will jede freie Minute effektiv genutzt werden!

Trotzdem ist es so, dass die Spielsachen deines Kindes nun mal ihm gehören, dass sie sein/ihr Besitz sind und das man diesen mit Fremden – und selbst mit Bekannten – nicht einfach mal eben so teilt.

„Aber mein Kind muss doch lernen, auch mal etwas abzugeben, sonst wird es doch total unsozial!“denkst du dir jetzt vielleicht. Ja, natürlich möchten wir alle gerne, dass unsere Kinder sozial und vor allem auch sozial akzeptiert werden. Aber das funktioniert, wie in allen Belangen der Kindererziehung, am allerschlechtesten mit Zwang oder ewigem erklären und überreden.

Und wie lernt dein Kind nun das Teilen?

Dein Kind wird teilen lernen – wenn du es ihm vorlebst. Was nicht bedeuten soll, dass du jetzt plötzlich anfangen musst, deine Besitztümer mit völlig Fremden zu teilen. Es reicht völlig aus, deinem Kind dies im Familienkreis in eurem Alltag vorzuleben. Und wenn es irgendwann so weit ist und nachvollziehen kann, wie man sich fühlt wenn man gerne etwas hätte, das jemand anderes gerade hat( was ungefähr mit 6 Jahren der Fall ist, wenn die Empathiefähigkeit deines Kindes sich so weit entwickelt hat) dann wird es von ganz alleine anfangen zu teilen – in seinem Tempo, seinem Charakter entsprechend und ganz ohne Zwang.

Kommunikation Tipps für den Familienalltag

„Mein Kind ist nicht brav…“

Mein Kind:
ist nicht brav
isst nicht brav
isst nicht brav auf
schläft nicht brav
räumt nicht brav auf.

Ich hätte gerne, dass:
sie wenn, ich etwas sage, ich es nicht hundert mal wiederholen muss
sie beim essen nicht jedes verdammte mal ihren Becherinhalt ausleert (meist aus Versehen)
sie ihre Portionen auf isst
sie durchschläft und nicht die ganze Nacht dauernuckelt
sie die Sachen auch wieder aufräumt und nicht nach einem Teil aufhört.

Fazit: sie ist dann brav wenn sie tut was ICH von ihr erwarte.

Sie wird im März 2.
Sie hat nicht meinen Erwartungen zu entsprechen sondern ich den ihren.
Wenn ich etwas haben wollte, dass brav ist hätte ich mir einen Roboter zugelegt.

„Ich will ein selbstständiges, selbstbewusstes Kind, dass in Liebe aufwächst und auf dessen Bedürfnisse eingegangen wird.“

Sie darf:
Dinge X mal ausprobieren und die Reaktion auf ihre Taten erleben
essen so wenig sie will
den Becher selber halten auch wenns manchmal daneben geht (für eine endliche Menge Wasser wird auch nur eine endliche Menge Tücher benötigt)
aufwachen und nuckeln weil sie das braucht
nur ein Teil aufräumen und der Mama zusehen wie sie gemeinsam mit dem Kind versucht aufzuräumen.

Sie darf einfach Kind sein aus vollem Herzen ohne für alles bewertet zu werden.

Lea Haller, Mama

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„Selbstbestimmter Fernsehkonsum – ist das nicht gefährlich?“ Ein (Selbst-)Erfahrungsbericht.

Unser Kind darf selbstbestimmt Fernsehen. Das heißt, er darf sich vor den Fernseher setzen und so lange gucken, wie er möchte. Viele Menschen finden das unverständlich und weisen auf die Gefahren, die vom Fernsehen ausgehen hin um uns davon zu überzeugen, dass das, was wir unser Kind da selbst entscheiden lassen irgendwann schädlich für ihn sein wird.

Ich selbst bin 1983 geboren und mein Fernsehkonsum wurde als Kind sehr streng reglementiert. Mehr als die Sesamstraße und Sandmännchen gab es jahrelang nicht für mich. Irgendwann kamen dann an den Wochenenden so Fernsehperlen wie beispielsweise „Wetten dass…??“ und „Geld oder Liebe“ hinzu, wenn etwas entsprechendes lief. Die „coolen“ Serien durfte ich nicht gucken, zu gewalttätig fanden meine Eltern und überhaupt sei Fernsehen gucken ungesund – ich sollte besser rausgehen und spielen.

Was habe ich also getan? Ich habe mir eine Freundin gesucht, die jederzeit Zugang zu allen Medien hatte (damals waren das Fernseher, Videorekorder und ein Super-Nintendo!), bin zum spielen hingefahren und habe mir dort alles mögliche angesehen.

Als ich so ungefähr 12 wurde und mittlerweile das Satellitenfernsehen eingezogen war, habe ich mich gefühlt zwei Jahre lang zu Hause nur vor den Fernseher gehockt und meine Nachmittage damit verbracht, alles aufzuholen, was ich in den ersten Jahren „verpasst“ hatte. An alternativen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten hat es mir nie gemangelt und auch meine Intelligenz hat wohl nicht unter dem teilweise exzessiven Fernsehkonsum gelitten.

Mit meinem eigenen Kind wurde das Fernsehen erst interessant, als wir unseren Umzug zurück nach Hamburg planten. Davor habe ich ihn kein Fernsehen gucken lassen und er hatte auch kein großes Interesse daran, wenn „die Kiste“ bei meinen Eltern oder Großeltern mal lief. Als ich anfing unsere Sachen zu packen (ich war zu diesem Zeitpunkt noch alleinerziehend) war mein Kind ziemlich genau zweieinhalb Jahre alt und ich hatte mit der erneuten Studiumsaufnahme und besagtem Umzug derartig viel um die Ohren, dass ich den Versuch wagte, mein Kind an den Bildschirm heranzuführen.

Am Anfang waren gestreamte, kurze Folgen von Shaun das Schaf (immer wieder dieselben, damit das Kind sich an die Geschichten gewöhnen kann) der Hit – und das sind sie auch heute, gut anderthalb Jahre später noch. Danach haben wir mit Folgen von Conni auf DVD weiter gemacht bis wir uns an die Folgen von Jonalu herangetastet haben. Ich war die ganze Zeit dabei und ansprechbar für mein Kind, habe erklärt und beruhigt, wenn mal etwas aufregendes dabei war. Zusätzlich habe ich von Anfang an sehr genau ausgesucht, was ich mein Kind ansehen lasse und was nicht. „Normales“ Fernsehen gab und gibt es bei uns überhaupt nicht – der Fernseher ist nicht angeschlossen – es gibt ausschließlich DVDs, Netflix, Amazon Prime und YouTube und aus diesen Kanälen sortiere ich dann auch nochmal entsprechend die Sendungen heraus, die ich für geeignet halte. Der Fernsehkonsum des Apfelkindes ist also „nur“ in Bezug auf die Zeit selbstreguliert, bei der Auswahl dessen, was er sieht, mische ich tatsächlich kräftig mit.

Und ja, ich habe zu dieser Zeit mein Kind öfter auch mal vor dem Fernseher „geparkt“ um selbst überhaupt irgendetwas zu schaffen. Das Apfelkind war zufrieden, ich konnte das notwendige erledigen – alles gut. Trotzdem gab es da in mir die Sorge: „Aber Fernsehen gucken ist ungesund, vor allem für Kinder und es macht abhängig!“

Wie ich das in solchen Fällen meistens tue, habe ich mich umgesehen und Informationen gesammelt. Fündig wurde ich zu diesem Thema in der unerzogen-Gruppe auf Facebook. Vor allem Links dazu, wie Sucht entsteht auch und das eine sichere Bindung der sicherste Schutz vor allen Arten von Süchten ist haben mir sehr weitergeholfen. Außerdem der absolut feste Glaube daran, dass Kinder in der Lage sind, sich selbst zu regulieren, wenn man eben nicht bestimmte Dinge wie Fernsehen oder Süßigkeiten zu etwas „Besonderem“ macht, dass sie dann noch viel mehr haben wollen als ohnehin schon einfach deshalb, weil eben etwas Besonderes ist.

Das hat mir die Angst, meinem Kind mit dem selbstbestimmten Medienkonsum eigentlich etwas schlimmes anzutun, natürlich trotzdem nicht sofort und komplett genommen – wie bei den meisten Ängsten braucht es Zeit, diese für sich selbst zu hinterfragen und in den Griff zu bekommen.

Am Anfang waren die bewegten Bilder natürlich der absolute Hit und das Apfelkind manchmal wirklich kaum davon abzubringen, Fernsehen zu gucken, egal was ich (aus Angst) auch alternativ angeboten habe. Das hat meine Sorge in diesen Momenten natürlich eher noch verstärkt, aber ich bin bei mir selbst geblieben und habe an meiner Angst gearbeitet, statt meinem Kind das Fernsehen zu verbieten. Und wie ich erwartet (und ein bisschen auch erhofft) hatte, hat sich der Fernsehkonsum langsam aber sicher von ganz alleine reguliert: für uns, und das Apfelkind, ist Fernsehen mittlerweile eine Beschäftigungsmöglichkeit von vielen. An manchen Tagen guckt er Nachmittags zwei oder drei Stunden Fernsehen, an anderen Tagen gar nicht oder maximal 5 Minuten Sandmännchen vor dem Schlafengehen. Dann spielen wir lieber gemeinsam, kochen, backen oder sind draußen.

Was mir zusätzlich schon sehr früh auffiel: viel Fernsehen guckt er besonders dann, wenn er kaputt/müde ist und ich mich in der selben Verfassung, zumindest früher, auch einfach aufs Sofa gelegt und berieseln hätte lassen. Ich kann also gut nachvollziehen wie es ihm in diesen Momenten vermutlich geht; was mir wiederum hilft entspannter damit umzugehen.

Insgesamt kann ich für mich  nur festhalten, dass selbstbestimmer Fernsehkonsum funktionieren kann, wenn man wirklich offen dafür ist, dass selbstreguliert auch wirklich SELBSTreguliert bedeuten darf und nicht: „Mein Kind soll bitte dann mit dem Fernsehen wieder aufhören, wenn ICH Angst bekomme und MIR mulmig wird!“ und man zusätzlich bereit ist, an seinen eigenen Sorgen und Ängsten zu arbeiten.

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Windelfrei – was ist das und was kann es?

Mein Mann und ich waren mit unserem 7 Wochen alten Baby auf einer Feier in einer Gaststätte. Als ich mit dem Minikind auf die Toilette ging wurde ich von einer Frau freundlich gefragt, ob sie das süsse Kind halten solle bis ich fertig bin. Ich lehnte dankend ab und verschwand mit Baby hinter der Klotüre. Nämlich nicht ich musste aufs Klo, sondern das Baby. „Aber zum Windeln wechseln gibt es doch Wickeltische!“ könnte man einwenden. Bei unserem Baby gab es aber nichts zu wechseln, denn das Baby hatte noch gar nicht gemacht! Wir haben nämlich ein „windelfreies“ Kind. Aber das konnte die hilfsbereite Frau ja nicht wissen…

Windelfrei bedeutet, wörtlich genommen, frei von einer Windel zu sein. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff meist verwendet für eine besondere Art des Umgangs mit Babys bzw. der Säuglingspflege.
Windelfrei, Natürliche Säuglingspflege (NSP), Ausscheidungskommunikation, Elimination Communication (EC) und TopfFit sind alles Begriffe dafür, ein Baby seine Ausscheidungen nicht in eine Windel machen zu lassen, sondern auf sein Bedürfnis diesbezüglich einzugehen und es abzuhalten (= über ein Töpfchen, Toilette, Wiese… zu halten), wenn es mal muss.
Hier ist auch ein großer Unterschied zum fälschlicherweise oft dafür gehaltenen Töpfchentraining oder Sauberkeitserziehung:

Bei windelfrei hält man das Baby ab wenn das Baby signalisiert, dass es mal muss (geht vom Kind aus). Bei der Sauberkeitserziehung wird das Kind aufs Töpfchen gesetzt, wenn der Erwachsene glaubt, dass es mal muss oder müssen soll, manchmal so lange bis es etwas gemacht hat (geht vom Erwachsenen aus). Dieses nur mal ganz grob zur Erklärung.

Was bringt es mit seinem Baby windelfrei zu machen?

Welche Vorteile hat windelfrei gegenüber dem Wickeln mit (den „praktischen“) Wegwerfwindeln?

Man spart natürlich eine Menge Windeln. Das ist gut für den eigenen Geldbeutel und für die Umwelt. Man muss weniger einkaufen und weniger Müll entsorgen. Auch der gesundheitliche Aspekt ist erwähnenswert: keine Windeldermatitis und Reduzierung von Koliken (weil die Babys nicht anhalten oder in die Windel drücken müssen).
Die Bindung zum Kind wird gefördert, da es sich in all seinen Bedürfnissen wahrgenommen fühlt. Ein häufig beobachteter Nebeneffekt ist das meist recht frühe trocken werden, im Vergleich zu den mit Plastikwindeln gewickelten Kindern.

„Aber woher weiß das Baby, dass es mal muss? Und wie erkenne ich das?“

Schon lange bevor sie sprechen können kommunizieren Babys über Körpersprache, Mimik, Laute und Gesten. Genauso wie ein Baby merkt, dass es müde oder hungrig ist und dies durch Körpersprache und Laute mitteilt, so tut es dies auch wenn es mal muss. Den meisten Eltern ist bekannt, dass Babys Bauchschmerzen verspüren. Blase und Darm befinden sich bekanntermaßen auch im Bauchraum und ein Baby spürt, genau wie wir, wenn Blase und/oder Darm zu voll ist und eine Entleerung bevor steht.
So wie jedes Kind Hunger oder Müdigkeit anders und unterschiedlich intensiv anzeigt durch Schmatzen oder Saugen an den Händen, Reiben der Augen oder Gähnen, so gibt es auch mehrere Anzeichen und Signale für „ich muss mal“. Ein oft dafür vorkommendes Zeichen, das viele Mütter eventuell schon beobachtet, es aber nicht als solches erkannt haben, ist Unruhe während des Stillens.

Windelfrei ist kein „Supermami-Wettbewerb“! Windelfrei ist eine Option, eine Alternative, eine Ergänzung zum täglichen Leben mit einem Baby oder Kleinkind. Windelfrei ist eine wunderschöne Möglichkeit auch auf diese Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.windelfrei-hamburg.de .

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“Was soll ich tun, wenn mein Kind bockt, trotzt und schreit?”

Es macht mich immer wieder traurig, wenn ich eine Frage, wie die oben stehende in einer Mamagruppe bei Facebook oder einem Forum sehe, und dann die entsprechende Antworten dazu lese.

Nach wie vor sind die meist gegebenen Ratschläge: ignorieren oder “ausbocken lassen” in Form von Kind in ein anderes Zimmer/den Flur oder tatsächlich auf die stille Treppe zu schicken.

Wenn ich so was lese frage ich mich immer,

ob die entsprechenden Mütter auch so mit ihren Männern umgehen bzw. ob sie es okay finden würden, wenn so mit ihnen umgegangen wird. Klar, bei Erziehung darf natürlich jedes Elternteil machen was er/sie will, aber ein Kind zu ignorieren bzw. in seinem Zimmer festzusetzen empfinde ich persönlich schon fast als Zuwiderhandlung des §1631 BGB Absatz 2 in dem es heißt: “Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.”

Wenn die Emotionen bei uns Erwachsenen hochkochen erwarten wir von den Menschen die uns nahe stehen auch ein gewisses Maß an Verständnis, an Halt, an zuhören und “da sein” – also Unterstützung dabei, mit diesen Gefühlen umzugehen. Von Kindern erwarten wird  aber häufig, dass sie mit 2-3 Jahren sich und ihre Gefühle schon so im Griff haben, wie wir Erwachsenen. Dabei ist das genau das Alter, in dem Gefühle bei den Kindern plötzlich ein großes Thema werden. Die Autonomiephase ist auf ihrem Höhepunkt. Unsere Kleinen sind plötzlich ganz groß und wollen alles selber machen – was natürlich nicht immer funktioniert und dann ist der Frust oft groß und die Gefühle auch.

Kinder müssen den Umgang mit Emotionen von uns lernen,

wie sie von uns lernen, sich die Schuhe zu zubinden, sich anzuziehen oder mit Besteck zu essen. Sie lernen am Vorbild und sie lernen durch Beobachtung – das allerwenigste lernen sie aus Dingen, die wir versuchen, ihnen aktiv “einzutrichtern”. Wir müssen als auch beim Thema Emotionen und Umgang mit Konflikten ein Vorbild für unsere Kinder sein. Das macht es nicht wirklich leichter.

Wie sollten wir also mit unseren (Klein)Kindern umgehen, wenn die Gefühle sie übermannen und sich ein Schreikrampf ankündigt? Ich versuche mich mal an einer “Anleitung”:

Vorüberlegungen

  • Hinterfrage immer wieder deine Handlungen und gelegentlich auch Regeln die du mal aufgestellt hast: sind dass überhaupt deine Werte oder die, die du einfach von deinen Eltern übernommen hast (zum Beispiel “Mit Essen spielt man nicht.”?). Passen die Regeln und Grenzen zu eurer aktuellen Situation und zu euch als Familie? Sind sie authentisch?
  • Sei/Werde dir deiner eigenen, aktuellen Situation bewusst: wie geht es dir grade, bist du gestresst, hast du Zeit und Ruhe, hast du Kopfschmerzen oder grade ein anstrengendes Telefonat hinter dir?
  • Egal wie es dir grade geht, denk daran, dass du deine Laune nicht an deinem Kind auslassen solltest. Auch wenn dein Kind der Grund dafür ist, dass du grade gestresst bist – für DEINEN Umgang mit DEINEN Emotionen bist nur DU selbst verantwortlich!

Konkrete Schritte

  1. Geh auf Augenhöhe mit deinem Kind.
  2. Sprich ruhig und in kurzen Sätzen.
  3. Versuche, die Emotionen deines Kindes zu erraten, ernsthaft aufzunehmen und verbalisiere diese für dein Kind “Du bist jetzt wütend/traurig/hast Angst, weil…” Dein Kind wird dir in den allermeisten Fällen sagen, ob du richtig liegst oder nicht.
  4. Sei und bleib bei deinem Kind (es sei denn, es äußert sich anders), biete ihm Körperkontakt an und halte seine Gefühle aus (tröste wenn nötig) – klingt einfach, ist aber oft der schwierigste Teil!

Grade Kleinkinder brauchen das Gefühl, verstanden zu werden in ihrem Kummer – so irrational oder unwichtig er euch vielleicht auch erscheint!

Warnung: diese “Anleitung” ist keine Instantlösung! Dein Kind braucht Zeit um sich seiner Gefühle bewusst zu werden und zu lernen, sie zu benennen – aber es lohnt sich sehr diese “Arbeit” zu investieren!

 

Literaturtipps:

Clevere Kommunikation mit Kleinkindern

Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung

Aus Erziehung wird Beziehung

Nein aus Liebe: Klare Eltern – starke Kinder

 

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Erziehung: Warum mein Sohn den blauen Becher bekommt, wenn er ihn haben will

Immer mal wieder tauchen im Internet Artikel auf, die ich so erschreckend finde, dass ich dem etwas entgegensetzen möchte. Das habe ich schon bei dem Artikel über „Notlügen“ getan und auch dieser Artikel der Huffington Post darf einfach nicht so unkommentiert stehen bleiben.

Mir fällt es wirklich schwer zu glauben, dass es immer noch Menschen zugeben scheint, die der Meinung sind, Kinder müssten ihren Eltern in allererster Linie gehorchen und sich ihnen unterordnen.

Ich meine: Machen sich diese Menschen auch ab und zu mal Gedanken darüber, was mit Kindern passiert, die man rein zum Gehorchen erzieht? Sie werden sich auch später immer wieder Menschen suchen, denen sie gehorchen oder deren Meinung sie nacheifern können, statt sich selbst Gedanken zu machen und gute Entscheidungen für ihr Leben zu treffen! Das ist zumindest meine feste Überzeugung.

Ich sehe mein Kind nicht als meinen Untergebenen an, der gefälligst zu tun hat, was ich ihm sage, weil ich nun mal die Mutter bin.

Denn meine Sorge wäre genau die, dass mein Kind später auch einfach das akzeptiert, was ihm irgendjemand sagt, und seine eigene Identität darunter leidet.

Ganz im Gegenteil: eigentlich ist es doch so, dass ich ständig Entscheidungen über den Kopf meines Kindes hinweg treffe. Nicht absichtlich, sondern weil das im Alltag nun mal so passiert. Wenn ich koche, entscheide ich nach meinem Appetit, was es geben wird. Ich kaufe Kleidungfür mein Kind, Schuhe und Nahrungsmittel, die ich für lecker und für unsere Familie als geeignet empfinde.

Ich entscheide, wann die Wintersachen herausgeholt und angezogen werden und wann es Zeit für die Sommerkleidung ist. Ich sage, wann wir einen Termin beim Frisör haben und damit, so lange mein Kind sich einigermaßen davon überzeugen lässt, wann er sich die Haare schneiden lassen muss.

Gleiches gilt für Waschen, Haare waschen, Zähne putzen, Nägel schneiden und so viele andere Dinge. Ein Großteil von diesen Beispielen greifen ganz direkt in die körperliche Integrität meines Kindes ein. Beim Einkaufen entscheide ich, was im Wagen landet und wann wir welchen Nachmittagsaktivitäten nachgehen oder die Großeltern besuchen.

Wenn man ihnen da nicht einmal zugesteht, die Farbe ihres Becher selbst auszusuchen – wann und wo sollen sie es denn bitte dann lernen?

Andersherum betrachtet gibt es so wenig, bei dem Kinder lernen können ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Meinung zu vertreten. Wenn man ihnen da nicht einmal zugesteht, die Farbe ihres Becher selbst auszusuchen (besonders schlaue Menschen lassen ihr Kind übrigens einfach den Becher VOR dem einschenken des Getränks aussuchen 😉 ) – wann und wo sollen sie es denn bitte dann lernen?

Deshalb möchte ich gerne kurz im einzelnen auf die im Artikel genannten Punkte eingehen:

1. Ich möchte ein Kind, das selbstbewusst ist und das für seine eigene Meinung einsteht. Und wenn es dafür nötig ist, das Getränk meines Sohnes in einen andersfarbigen Becher umzufüllen und den schon benutzten dafür in die Spülmaschine zu stellen ist das ein Preis, den ich SEHR gerne bereit bin zu zahlen!

2. Zu niedrige Ansprüche? Ich glaube kaum. Das was ich sehe und wahrnehme, was heutzutage schon von Babys erwartet wird (möglichst lange und alleine zu schlafen, friedlich im Kinderwagen oder der Autoschale zu liegen ohne zu quengeln, höchstens alle drei Stunden gestillt werden zu wollen, sich selbst zu beruhigen, nicht zu „trotzen“, immer kooperativ, freundlich und höflich gegenüber allem und jedem zu sein und so weiter und so fort) ist im Gegensatz zu dem, was Babys und Kinder tatsächlich in der Lage sind zu „leisten“ oft völlig übertrieben. Solche Artikel tragen nur noch weiter dazu bei, diese überzogenen Ansprüche zu verstärken.

3. Wer entscheidet denn bitte was „falsches Verhalten“ ist? Vielleicht gehen die Ansichten darüber, was falsches Verhalten ist bei mir und der jeweiligen Lehrkraft ja auch einfach auseinander. In diesem Fall würde mein Kind von mir einfach etwas darüber lernen, dass es wichtig ist, für seine Überzeugungen und Meinungen einzustehen.

Dass uns (fast) allen das Dorf fehlt, dass uns bei der Kindererziehung unterstützt, darin stimme ich mit der Verfasserin überein. Allerdings hat meine Vorstellung von Unterstützung absolut nichts mit dem „Überwachungsstaat“ zu tun, den sie offensichtlich im Sinn hat.

4. Ja, Kinder müssen Geduld lernen – ständig! Wir erwarten täglich von ihnen, dass sie warten, während wir uns unterhalten, telefonieren, einkaufen, unseren Haushalt erledigen, kochen, die Wäsche machen und tausend andere Dinge. Und das sollen sie auch immer noch möglichst ruhig, „brav“ und ohne zu meckern tun.

Wieder eines der Dinge, die eigentlich einen viel zu hohen Anspruch an Kinder stellen, die grade die Welt für sich entdecken. Und was das „es sich leicht machen angeht“: eine Abkürzung zu finden und es sich selbst einfacher zu machen ist eigentlich eher ein Zeichen von Intelligenz und Innovation als vom Gegenteil.

5. Ja, natürlich müssen Kinder lernen, dass auch Eltern ihre Grenzen haben! Und wenn man ihnen das auf die richtige Art und Weise vermittelt – empathisch, zugewandt, die eigenen Bedürfnisse kommunizierend und sie und ihre Emotionen dabei kindgerecht begleitend – dann werden sie weder unhöflich noch selbstsüchtig oder ungeduldig.

Dann werden sie viel eher empathische, zugewandte, ihre eigenen Bedürfnisse kommunizierende Menschen, die adäquat mit ihren eigenen Emotionen umgehen können. Man muss es nur richtig „anpacken“.

 

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Unselbstständige, verwöhnte AP Kinder?

Kennt ihr sie auch? Die mahnenden Kommentare der (kinderlosen) Freundin oder Nachbarin, die gute gemeinten “Ratschläge” der Tante, des Schwagers deiner Oma? “Wenn du ihn so viel trägst wird er nie richtig laufen lernen!”, “Wenn du sie jetzt schon wieder stillst gewöhnst du sie nie an richtiges Essen!”, “Wenn ihr die Kinder bei euch im Bett schlafen lasst, kriegt ihr die da nie wieder raus!”, “Das Kind braucht Regeln und Grenzen, sonst wird nie was aus ihm, das Leben ist halt kein Wunschkonzert!”, “Lass ihn nicht mit dem Essen matschen, er lernt sonst nie, vernünftig essen!” und mein absoluter Lieblingssatz “Du verwöhnst sie/ihn/es!”

Meine eigenen Erfahrungen mit “Baby” Dronte zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist: befriedigte Bedürfnisse verschwinden irgendwann! So hat mich mein kleiner Mann – zu dem Zeitpunkt knapp 3 Jahre alt – kürzlich bei einem Discounter auf dem Parkplatz darüber informiert, dass er lieber im Auto warten möchte, als für die 3 Kleinigkeiten mit reinzukommen. Ich hatte dicht am Eingang geparkt und zufällig so, dass ich das Auto von der Kasse aus sehen konnte. Es regnete (also keine Gefahr durch Hitze) und er schien es tatsächlich ernst zu meinen – er blieb auch bei meiner fünften Nachfrage, freundlich aber bestimmt, bei seiner Meinung. Also wagte ich das Experiment, raste durch den Laden um zwei Schalen Erdbeeren und Getränke zu besorgen, trippelte an der Kasse vom einen Bein aufs andere, während ich durch das Fenster versuchte, etwas im Auto zu erkennen, bezahlte und rannte zurück. Nur, um ein quietschvergnügtes, völlig entspanntes Kind vorzufinden 🙂

Dann las ich vor einigen Tagen in einer Facebookgruppe einen ganz ähnlichen Bericht, den mir die Mama – anonym – zur Verfügung stellte und es reifte die Idee, diese “Gegendarstellungen” mit der Welt zu teilen. WIR wissen, wie gut der bedürfnis- und bindungsorientierte Umgang unseren Kindern tut und was für tolle Menschen aus ihnen werden. Der Rest der Welt ist da skeptisch bis hin zu absoluter Verneinung. Also lasst uns Geschichten, Anekdoten und Berichte sammeln. Um uns gemeinsam über unsere selbstständigen Kinder zu freuen und anderen zu zeigen, dass es lebende, POSITIVE Beispiele dafür gibt, dass wir unsere Kinder so aufwachsen lassen, wie wir es tun!

Ich freue mich, wenn ihr mir die Berichte – anonym oder mit Namen, hier als Kommentar, per Mail (oben rechts) oder über Facebook – zukommen lasst, so dass ich sie hier einfügen kann:

 

Meine Kleine (wird Ende Oktober 3) wollte heute unbedingt die Post aus dem Briefkasten holen. Ganz allein. Es sind von der Wohnungstür bis dahin nur etwa 15 Stufen. Also ja, sie nahm meinen Schlüssel, machte die Wohnungstür auf, drehte sich nochmal um, hielt die flache Hand hoch “Mama hier, warten, Jaja (ihr Eigenname) Post” und ging dann los. Ich beobachtete ums Eck. Sie ganz langsam die Treppe runter, Briefkasten auf, Post und Zeitschrift raus. Alles erstmal oben drauf gelegt, zugeschlossen, Post für sich sortiert zum besseren Tragen, Zeitschrift unter den Arm geklemmt und dann hoch. “Mama, Post viel Papa ”
Es war so beeindruckend, wie sie das so ganz alleine machte und wollte und dabei zuzuschauen. Sie wird so groß <3 anonym

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Oh da hab ich auch zwei Beispiele! Thema Nahrungsaufnahme.

“Du darfst die nicht immer nur stillen. Du musst der mal was richtiges zu Essen geben, sonst lernt die das nie und du stillst noch ewig.” 
Lächeln. Nicken.

Nach acht Monaten voll stillen und keinerlei Beikostversuchen war meine Tochter soweit und hat das mehr als deutlich gezeigt. Wir waren unterwegs, sie im Tuch vorm Bauch. Ich esse ein Brötchen mit Räucherlachs drauf. Immer wenn ich das Brötchen zum Mund geführt hab hat sie wie irre geschrien, sich nach oben gedrückt und den Mund aufgerissen. Ich hab dann fast den kompletten Räucherlachs an sie verfüttert und ab da hat sie selbstbestimmt vom Familientisch mit gegessen.

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“Wenn du sie im Essen matschen lässt lernt sie das nie richtig. Sie spielt dann nur damit. Du musst ihr beibringen mit dem Löffel zu essen!” Aaahhhh ja.

Mit 13 Monaten saß meine Tochter wutschnaubend vor ihrem Teller Gulasch und Nudeln und starrte meine Gabel an, mit der ich gerade beginnen wollte zu essen. Griff in die Schublade, Kindergabel hervor gezaubert, dem Kleinkind überreicht, welches sofort eine Nudel anpiekste und zufrieden in den Mund stopfte.     Maria


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Kasia :

Unser kleiner erstaunt uns immer wieder! Er ist 2,5 Jahre alt. Er steht (leider) total auf donuts! Ich musste zum Becker und er meinte er will einen Donut! Sag ich , wir müssen aber nicht in den Supermarkt rein und das er sich ja was vom Becker aussuchen kann! Da sagt er doch tatsächlich er geht alleine Donut kaufen! Ich ließ ihn alleine rein laufen und beobachtete aus der Ferne. Und siehe da er holte sich mit der Zange einen Donut raus, packte ihn ein und lief zur Kasse! Ich war sooooo baff. Gab ihm das Geld und er bezahlte. ich bin so stolz auf diesen kleinen Mann.

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  • Mareike says:
    Meine Tochter (fast 5 Jahre alt) schläft seit ihrer Geburt mit mir im Familienbett – und es sieht nicht danach aus, als würde sie demnächst ausziehen wollen. Natürlich meckern ständig alle möglichen Leute, sie müsse doch endlich in ihrem eigenen Bett schlafen – warum genau? Das konnte mir bis jetzt niemand sagen Dafür weiß ich ganz genau, warum ich unser kleines Familienbett liebe: weil wir die ganze Nacht eng aneinander gekuschelt schlafen können, weil wir uns nahe sind, weil wir all das nachholen können, was im Alltag einer Alleinerziehenden so oft zu kurz kommt. Und die Auswirkungen spüre nicht nur ich! Jeder, der den Zwerg kennenlernt, sagt mir was für ein offenes, selbstständiges, selbstbewusstes Mädchen sie ist, das forsch und angstfrei auf andere Menschen zugeht, Konflikte schon sehr oft selbst lösen kann und sprachlich weiter ist als viele andere Kinder in ihrem Alter.

    Ich für mich habe einfach alle Prinzipien über den Haufen geworfen, jedes “das macht man so…” und “ein Kind muss doch…” im Ofen verbrannt und tue nur noch das, was meiner Tochter und mir gut tut. Ich sehe, dass sie sich wunderbar und altersgerecht entwickelt und in keinem Punkt ihr Verhalten beeinträchtigt ist – also tue ich weiterhin das, womit es uns beiden ganz offensichtlich sehr gut geht!


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  • Stefanie says:

    Meine Motte ist seit letzte Woche Montag zur “Eingewöhnung” in der Kita. Wir bzw ich war total aufgeregt und hatte mich auf Geschrei usw eingestellt aber nix da. Wir sind rein, es gab noch ein Kuss und schon war sie weg. Ich habe geweint weil mein Baby jetzt groß ist und bin einkaufen gefahren. Nach zwei Stunden hab ich sie wieder abgeholt und sie war mal wieder total glücklich und zeigte mir das Spielzeug mit dem sie gespielt hatte.
    Seit dieser Woche geht sie volle 5 Stunden und die Erzieherin sagte mir heute das ronja ein ganz ausgeglichenes neugieriges Kind ist und das sie so etwas noch nie erlebt hat das man als “fremde” die gute und sichere Bindung zwischen Mutter und Kind merkt.

    Und letzte Woche sagte mir jemand das ich mir vielleicht mal Gedanken machen soll warum mein Baby nicht nach mir weint und lieber zu den Erzieherinnen geht.
    Soviel zu Sprüche die man sich als Mutter anhören darf. Ich hasse es.
    Mein Partner und ich hören auf unseren Bauch und es ist das beste was man machen kann.
    Meine Motte ist übrigens 12 Monate alt.


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  • Lareine says:

    Unsere jüngste Tochter war so sehr voller Selbstvertrauen, dass sie im Alter von zweieinhalb Jahren in den Apfelbaum im Garten kletterte. Einfach, weil es ihr Bedürfnis war, sich auszutesten und endlich mal auf so einem hohen Ast zu sitzen.
    Ich habe sie das tun lassen. Immer wieder. Sie ist nur einmal kurz abgerutscht und inzwischen (8 Jahre alt) unglaublich akrobatisch begabt. Sie macht Yoga-Übungen mit Links, von denen ich erstmal nur träumen kann und turnt auf laufenden Pferden. Die Kunst der Bewegung und Körperbeherrschung ist als Teil ihrer Persönlichkeit ein Bedürfnis, das ich ihr stets erfüllte, wenn es möglich war.

    Die Bindung zwischen mir und meinen vier Kindern ist unglaublich stark und bisweilen kann ich spüren, was in ihnen vorgeht, auch wenn sie ganz woanders sind.

    Sie sind zugleich selbstständig, radeln zusammen zum Supermarkt, passen liebend gern und aufmerksam auf den kleinen Bruder auf, können Wäsche waschen, Dinge organisieren und kennen sich selbst sehr gut.

    Man muss den Menschen verzeihen, die denken, Kinder sollten geformt und “für das Leben abgehärtet” werden. Sie kennen es nicht anders und sorgen sich, dass unsere “scheinbar verwöhnten” Kinder in diesem Leben untergehen.
    Menschen, die lernen, ihre Bedürfnisse zu unterdrücken entwickeln ein unsicheres Ich und Selbstbewusstsein. Eigentlich hat aber jeder ein Recht auf innere Stärke. Das Wahrnehmen der eignen Bedürfnisse ist für viele Menschen schwierig – bei vielen wurden in der Kindheit bereits diese Bedürfnisse kategorisch übersehen.


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  • Klara says:

    BLW Kind seit sie 6,5 Monate alt ist. Schmeisst ihr Essen schon immer mit vollster Passion runter. Konnte aber schon mit 11 Monaten ihr Besteck korrekt nutzen. Schon seit jeher bewundern viele, wie toll sie essen kann und wie selbstständig sie ist. Trotz vieler nerviger Aufforderungen dem armen Kind endlich Brei zu füttern…
    Sie ist auch einer der wenigen Kinder, die grundsätzlich sich von Mama entfernen (derzeit 15 Monate alt), um die Welt zu erkunden. Sie ging auch letztens Himbeeren (aus unserem Garten) pflücken, weil sie Hunger hatte. Nur beim Argument; “Sie wird nie Laufen lernen, wenn du sie so viel trägst” kann ich nichts sagen… Körperlich hinkt sie ein wenig hinterher (aber noch absolut im Maß). Sie ist immer die “Letzte”, die krabbeln, Laufen etc. kann XD


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    Mandy says:

    Jedes Kind hat sein Tempo und auch ich kenne diesen Spruch “so lernt er nie laufen” zur Genüge aber ich lächle nur und sage dann immer “klar im Kinderwagen lernt er es bestimmt viel schneller” (hab den Spruch aus einer anderen Gruppe übernommen)… Mini ist jetzt 16 Monate und probiert seit va einer Woche immer ml wieder frei laufen ist vorsichtig aber balanciert sich sehr schön aus….


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  • Claudy says:

    Familienbett und gestillt – sie schläft, seit sie 19 Monate alt ist, so gut wie jede Nacht durch und sagt selbstständig wann sie müde ist “Bett, Heia”
    Fast nur getragen – mit 12 Monate angefangen zu laufen
    BLW – wesentlich sauberer als die 3 Male Brei mit dem sie die Wohnung verschönern wollte, nie verschluckt
    voll gestillt die ersten 7 Monate – sie war die größte und schwerste in ihrem gleichalten Umfeld

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  • Wolke says:

    Mein Prinz ist 27 Monate alt, wird gestillt, schläft im Familienbett, war Vollzeittragling und windelfrei. Er ist mit etwa neun Monaten frei gelaufen, mittlerweile geht er allein zur Toilette und legt sich gerne selbst ein wenig auf das Sofa zum Schlafen. Er ist sehr selbstbewusst und sicher bei allem, was er tut. Zudem ist er sehr verantwortungsbewusst und weiß, wann etwas gefährlich ist und wann nicht, da wir immer alles erklären statt einfach nur Nein zu sagen.

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  • Annika says:

    Unsere kleine (3) äußerte ihren Wunsch im Auto zu bleiben wenn ich Tanke und Bezahle. An der Tankstelle teilte sie mir nochmal den Wunsch mit damit Mama (also ich) es wahr nimmt :).

    Nachdem ich tankte wollte ich nochmal ihre Tür öffnen um ihr zu sagen das ich nu zahle. Ihre Tür war verschlossen (sie drückte den Knopf runter). Also flink rein und wieder raus. Im Auto fand ich ein fröhlich lesendes Kind vor :).
    Als ich sie frug warum sie die Türe schloss (Mama ist ja neugierig :D) meint sie das sie es machte damit sie niemand klaut ♡.

    Als wir bei Oma&Opa waren erzählte sie stolz von ihr Erlebnis.

    Sie schläft bei und nach Bedarf, sie bekam die Flasche und anschließend BWL.
    Sie ist sehr selbstständig, isst sauber und am liebsten mit der Hand^^.
    Der erste Kindergartentag verlief Prima und sie isr ein sehr soziales Kind. Fällt jemand rennt sie hin, nimmt es in den Arm und tröstet es.


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  • serena says:

    unsere grosse (3j) erhielt von ihrem götti am dorffest so ein quad zum stossen. im stiel zuckerkügeli und eingebaute rätsche, welche einen mords lärm veranstaltet, wenn das ding gestossen wird. natürlich wollte auch unser kleine (14 mnt) mit ihm spielen, was er jedoch nicht durfte und ich hatte schon horror vor den streitereine, welche dieses ding hervorrufen würde. am nächsten abend räumte mein mann die Geschirrspülmaschine ein. der kleine war sofort zur stelle, um wieder alles auszuräumen. mein mann versuchte verzweifelt ihn irgendwie abzulenkeb und von der Geschirrspülmaschine wegzulocken. jedoch erfolglos. da läuft unsere grosse in die küche, drückt dem kleinen dieses quadteil in die hand mit einem total sicher und gelassenem “komm” und schon war der kleine abgelenkt und sauste mit dem quad davon. unsere tochter hat meinem mann aber sowas von gezeigt wies geht! hihi

    —————————————
  • Jey Elle says:

    Meine Große (4) war und ist so ein Kind das den Leuten die Kommentare vergällt 😉 knapp 2 Jahre gestillt (8 Monate voll), reiner Tragling, Familienbettschläfer, Breiverweigerer… mit 10 Monaten frei gelaufen, Salatliebhaberin, empathisch, selbstbewusst, hatte nie Trennungsprobleme (beim 1. Eingewöhnungsgespräch in der Krippe ist sie mit allen anderen in den Garten gelaufen während ich mit der Leitung geredet habe, nach 1 Woche hat sie dort schon Mittagsschlaf gemacht)

    Mein Kleiner jedoch…. wenn ich die Große nicht hätte, würde ich wohl an meinen Erziehungsmethoden zweifeln… 15 Monate, quasi voll gestillt (jetzt muss er wenigstens nicht mehr würgen und hat Spaß am probieren, aber in der Regel wird abgebissen und ausgespuckt), laufen… nein ist ihm zu gefährlich, außerdem ist man mit dem Bobbycar doch viel schneller, schlafen… wenn ich 1,5h am abend was machen kann ohne dass er ruft ist das schon außergewöhnlich.

    Bei meiner Großen hab ich mich über die Kommentare noch aufgeregt, jetzt denk ich mir nicht mehr viel dabei 🙂

 

Kommunikation

Unerzogen – Anti-autoritäre Erziehung im neuen Gewand?

Der Begriff unerzogen weckt bei vielen spontan die Assoziation zu (übrigens auch falsch verstandener) anti-autoritärer-Erziehung und verwahrlosten Kindern deren Eltern alles egal ist. Dabei ist es – so mein bisheriger Eindruck – sehr viel schwieriger sein Kind unerzogen aufwachsen zu lassen als irgendwie anders. Denn unerzogen meint vor allem: nicht erzogen im klassischen Sinne von Erziehung (die nichts anderes ist als Dressur, Manipulation und das Einfordern von Gehorsam) und trotzdem nicht Grenzenlos.

Es geht darum, dass die in einer Familien geltenden Regeln für alle gelten

– und nicht nur für die Kindern. Darum dass alle Mitglieder einer Familie gleichwertige Bedürfnisse haben und diese auch als gleichwertig wahr- und anzunehmen. Was trotzdem nicht bedeutet, dass auch alle Bedürfnisse jederzeit gleichwertig umgesetzt werden können oder gar sollen! Denn damit würde man seinem Kind den wichtigen Lernprozess natürlicher Grenzen nehmen. Sehr oft kollidieren die Bedürfnisse von Eltern und Kind(ern) schon bei Kleinigkeiten. Dann geht es darum, dass jeder sein Bedürfnis zumindest äußern kann und soll – auch wenn diesem nicht immer entsprochen werden kann. Denn so ist das Leben nun mal. Aufgabe der Eltern ist in diesem Fall, das Bedürfnis wahrzunehmen, es zu spiegeln so dass das Kind das Gefühl hat auch tatsächlich gehört worden zu sein, und dem Kind dann beim Umgang mit seinem Emotionen zu begleiten, wenn sein Bedürfnis in diesem Moment eben nicht erfüllt werden kann.

Es geht darum, alte Erziehungsmethoden und –muster zu hinterfragen

und sich Gedanken darum zu machen, ob 2-jährige beispielsweise wirklich noch keinen Apfel schneiden können oder ob ich das lieber selber mache, weil es schneller geht , weniger Dreck macht und ich außerdem übertriebene Angst um die Finger meines Kindes habe. Bei unerzogen geht es darum, mich selbst und meine Gedanken und Gefühle mindestens genauso gut im Blick zu haben wie mein Kind um ihm eigenes lernen und wachsen zu ermöglichen. Denn wie oft nimmt man in der konventionellen Erziehung seinem Kind etwas voraus, weil man sein eigenes Bedürfnis nach Sauberkeit oder schnell-fertig-werden wichtiger findet als das Bedürfnis seines Kindes, etwas zu lernen und zu erfahren?

Marlene Freund Ich erkläre den Unterschied zwischen “erzogen”, “antiautoritär” und “unerzogen” in der Kurzform so:
erzogen: ein anderer setzt für dich die Grenzen
antiautoritär: es gibt für keine eine Grenze
unerzogen: ich zeige, wo meine Grenze ist

Es geht darum, ein Kind darin zu bestärken, sich selbst zu finden, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und ein selbstständiger Mensch zu werden.

Auf dem schmalen Grat zu balancieren um zu entscheiden, ob Intervention angebracht ist oder nicht, ob ich mit einem Hilfsangebot schon die Konzentration störe und ob ein Kleinkind wirklich schon entscheiden kann, wann es wie viel isst. Es geht um Vertrauen in das eigene Kind und seine angeborenen Fähigkeiten, darum Mut zu machen und zu haben, den Rücken zu stärken und Aufzufangen, wenn etwas nicht geklappt hat. Den eigenen Perfektionsdrang hinten anzustellen und dem Kind eine Umgebung zur Verfügung zu stellen, in der es sich gefahrlos auch mal einen Moment ohne ständig prüfende Blicke von Mama und Papa aufhalten kann.

Aber niemals geht es darum, in einer gefährlichen Situation nicht auch mal „Nein!“ zu sagen.

Ich bin natürlich längst keine unerzogen-Expertin und dieser Artikel ist nur aufgrund eines anderen Blogartikels entstanden, über den ich mich geärgert habe. Zum weiterlesen wird – unter anderem – dieser Artikel empfohlen: http://kraetzae.de/erziehung/erziehen_ist_gemein/

Ein zweiter Artikel zum Thema unerzogen ist als Gastbeitrag hier veröffentlicht worden.

Und es gibt natürlich auch noch das unerzogen-Magazin, dass ich persönlich sehr empfehlen kann, da ich es selbst abonniert habe 😉

Bücher zum Thema:

Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung

Aus Erziehung wird Beziehung: Authentische Eltern – kompetente Kinder

Grenzen, Nähe, Respekt: Auf dem Weg zur kompetenten Eltern-Kind-Beziehung

Wir sind für dich da: 10 Tipps für authentische Eltern

Kommunikation

35 Sätze für eine beziehungsfördernde Kommunikation zwischen Eltern und Kindern

…und natürlich auch für die Kommunikation mit anderen Menschen.

Wer das mal ausprobieren möchte, der kann sich die Sätze einfach hier aus dem Beitrag kopieren, sie in ein Word-Dokument einfügen und sich die Liste dann für ein paar Wochen an den Kühlschrank hängen, um mal auszuprobieren, ob sich tatsächlich etwas verändert wenn man versucht sich so mit seinem Kind zu verständigen statt “du sollst” und “du musst” und “mach jetzt sofort” zu verwenden.

Viele der Sätze eignen sich auch um sie mit dem/der Partner/Partnerin oder zum Beispiel mit den Arbeitskollegen auszuprobieren um zu sehen, ob sich auch in auch die diesen Beziehungen etwas verändert.

Ich probier es auf jeden Fall mal aus und freue mich über jeden, der auch an diesem Experiment teilnehmen und mir hinterher davon erzählen möchte 🙂

 

35 Sätze für eine “beziehungsfördernde Kommunikation” zwischen Eltern und Kindern

Wie können wir das zusammen lösen?

Was glaubst du, was das Problem ist?

Als wir das das letzte Mal gemacht haben, was hat da funktioniert? Sollen wir es es wieder so machen?

Möchtest du das auf eine bestimmte Art und Weise machen?

Wie würdest du das machen?

Lass(t) es uns zusammen/als Team versuchen!

Kannst du mir eine anderen Art und Weise zeigen um das zu machen?

Hast du irgendwelche Ideen, wie wir das lösen können?

Was können wir gemeinsam tun, um voran zu kommen?

Ich verstehe. Wie würdest du es denn machen?

Kannst du mir mehr von deinen Ideen dazu erzählen?

Kannst du mir mehr davon erzählen, wie du darüber denkst?

Wenn wir noch einmal von vorne anfangen könnten, was würdest du wollen, dass ich anders mache?

Wenn wir noch einmal von vorne anfangen könnten, was würdest du versuchen anders zu machen?

Was würdest du gerne anders machen/ausprobieren?

Lass uns zurückspulen und nochmal von vorne anfangen.

Möchtest du mir helfen? Würdest du mir helfen?

Ich verstehe. Wie sollte jetzt unser nächster Schritt aussehen?

Darf/Kann ich dir helfen?

Lass es uns nochmal versuchen, dieses Mal zusammen.

Lass es uns nochmal versuchen und du zeigst mir, wie du es machen würdest.

Lass es und nochmal versuchen. Dieses Mal schlägst du einen Weg vor, beim nächsten Mal schlage ich dann einen Weg vor.

Wie wäre es, wenn wir es abwechselnd machen?

Fällt dir eine Lösung ein?

Würdest du gerne meine Idee dazu hören?

Ich würde wirklich gerne deine Ideen dazu hören!

Hast du Ideen dazu, die du mir erzählen würdest?

Lass uns zusammenarbeiten!

Das könnte funktionieren. Sollen wir es so versuchen?

Möchte jemand aushelfen?

Das funktioniert so leider nicht, aber vielleicht fällt uns zusammen ein, wie es funktionieren könnte.

Kannst du mir zeigen wie das geht?

Was wäre, wenn wir es dieses Mal auf eine andere Art versuchen würden?

Was wäre, wenn du es so … versuchen würdest?

Möchtest du Hilfe dabei haben?

Welche Sätze würdet ihr noch hinzufügen?

Kommunikation

“Mein Kind lässt sich nicht anziehen – was soll ich tun?”

Temperaturregulierung ist eines der absoluten Grundbedürfnisse von Menschen!
Was wir häufig vergessen ist: kleine Kinder haben oft noch wenig Vorstellungen von Begriffen wie heiss, kalt, windig oder Regen. Sie müssen erst lernen, dass sie draußen nass-kalte Regentropfen mit hoher Luftfeuchtigkeit erwarten, die sehr schnell sehr unangenehm werden, wenn wir sagen “Du kannst nicht nur im Body raus, es regnet!”. Bis Kinder dieses Verständnis haben sind oft nervenaufreibende Kämpfe um jedes Stücken Stoff mit den Kleinen an der Tagesordnung. Man will ja schließlich das Beste für sein Kind und es soll doch auch nicht krank werden!

Was kann man also tun, um nicht mit seinem Kind kämpfen zu müssen – denn wie wir wissen erzeugt Druck/Zwang bei egal welchem Thema einfach nur Gegendruck bei unseren Kleinen.

Die erste Möglichkeit ist: mit dem Kind morgens vor dem anziehen kurz vor die Tür, auf den Balkon oder die Terrasse zu gehen, so dass es sich selbst einen Eindruck von Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit machen kann. Mit ein paar erklärenden, nicht-wertenden Worten dazu lernen Kinder so sehr schnell, was sich hinter den einzelnen Begrifflichkeiten für das Wetter so verbirgt. Lernen tut man eben am besten durch Erfahrung und nicht dadurch, dass einem jemand etwas erzählt.

Allerdings wird auch diese Methode vermutlich nicht sofort für eine “absolute Kooperation” eures Kindes sorgen – erwartet also bitte nicht zu viel von euren Zwergen!
Und bedenkt vor allem: jeder Mensch ist unterschiedlich! Jeder hat ein anderes Temperaturempfinden. Für manche Menschen wird es erst ab 20°C draußen angenehm, während Andere dann schon wegen der “Hitze” ins schwitzen kommen und vor einen Ventilator flüchten. Auch bei Kindern ist das schon so! Also beobachte dein Kind vor allem und gestehe ihm zu, dass es eine andere Wohlfühltemperatur hat, als du selbst oder dein Partner.

Die zweite Methode ist etwas “radikaler”, aber sie hat durchaus ihre Berechtigung: lass dein Kind einfach so gehen, wie es will – und pack dir die zusätzlichen Klamotten, von denen du meinst, dass dein Kind sie braucht einfach in eine Tasche. Das klingt jetzt für viele vermutlich wieder sehr nach der (falsch verstandenen) antiautoritären Erziehung der 70er Jahre – tatsächlich gibst du deinem Kind aber einfach die Möglichkeit, seine eigenen Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen.
Wie könnte ein Kind schneller lernen, dass Regen nass, Schnee kalt und Sonne heiss ist, als tatsächlich mal in Unterwäsche bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen?
Die allermeisten Kinder werden sich innerhalb von kürzester Zeit dann doch etwas anziehen wollen – und du hast ja was eingepackt. Was soll also passieren? Kein Kind wird krank, weil es mal barfuss ein paar Schritte im Schnee gelaufen ist, genauso wenig schadet ein bisschen Regen auf nackter Haut. Also wovor hast DU tatsächlich Angst? 😉

Was man sich allerdings tunlichst verkneifen sollte sind Sätze wie “Siehste, hab ich dir ja gesagt, dass es draußen kalt ist!” Solche Rechthabereien gegenüber einem  Kind sind unnötig und gemein – vor allem, wenn dein Kind so clever war, sich nicht nur mit Worten abspeisen zu lassen, sondern den Dingen selbst auf den Grund gehen zu wollen!

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