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Stillgeschichten

Ich teile meine Freude mit euch Stillgeschichten

Wie du dein Leben als vielbegabte Mama MIT deinen Stillkindern rocken kannst!

Meine Erfahrungen aus sechs Jahren Stillzeit von drei Kindern

Als meine erste Tochter geboren wurde, wollte ich natürlich stillen. Worauf ich nicht vorbereitet war: meine erste Tochter brauchte fast eine Stunde pro Milchmahlzeit. Ich hatte erwartet, dass sie kurz nuckeln und dann wieder glückselig entschlummern würde. Ich hatte gehört, Stillen soll das Beste für das Kind sein. Wobei ich mir nicht so sicher war: Ob es auch das Beste für mich als Frau war.
Ich stillte also, und stille, und stillte und stillte. Irgendwann hatte ich das Gefühl, mein Gehirn stirbt ab. Ich lud mir Podcasts aus dem Internet herunter, um mein Gehirn zu beschäftigen. Da ich sonst nie Podcasts hörte, ging das natürlich schief. Ich bin Bilderdenkerin und brauche Bilder, damit mein Gehirn den Eintritt von Informationen akzeptiert.
Da saß ich also. Ja, ich wollte stillen, auf jeden Fall. Aber ich wollte auch mein Gehirn nicht verlieren. Und meine ganzen sonstigen Interessen. Und meine vielen Leidenschaften. Und überhaupt.

Ich bin doch kein Riesenschnuller!

Während der letzten sechs Jahre habe ich immer ein Kind oder ein Baby gestillt oder/und war schwanger. Und ja: Es ist anstrengend. Können wir mal kurz innehalten und den Satz: „Ich liebe meine Kinder über Alles!“ auf die Pausentaste drücken und zusammen im Mama-Chor rufen:
„ES IST SCH*** ANSTRENGEND DAUER-MAMA ZU SEIN!“
Ich habe mir deswegen immer Auszeiten von meinem Mama-Alltag genommen. Als mein zweites Kind anderthalb Jahre alt war, reiste ich 10 Tage nach Venedig, um eine Performance aufzuführen. In den ersten Tagen habe ich noch täglich abgepumpt, dann hatte ich dafür keine Zeit mehr. Und siehe da: Ich konnte weiterstillen, als ich wieder bei meinem Stillkind war! Als ich dann weitere 10 Tage eine Mama-Auszeit genommen habe, als mein Stillkind fast drei Jahre alt und ich am Anfang der nächsten Schwangerschaft war, habe ich es drauf ankommen lassen. Ich habe nicht abgepumpt, um den Milchfluss in Gang zu halten. Ich konnte nach den 10 Tagen mein Stillkind weiterstillen.

Sprung zu meinem dritten Kind.

Als Mama macht man ja so einige Learnings durch. Ich habe mir mittlerweile ein leichtes IPad zugelegt, mit dem ich immer und überall arbeiten und mit der Welt kommunizieren kann. Deswegen ist es mir jetzt egal, wie lange mein Baby an mir nuckelt.

Stillen als Kraftquelle und Auszeit

Mittlerweile habe ich gelernt, das Stillen zu genießen. Ich kann mich jetzt frei entscheiden, ob ich mich auf das Kuscheln und das Stillen konzentriere oder ob ich währenddessen arbeite. Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe, meine Zweitgeborene noch nicht abzustillen, weil es unsere gemeinsame Auszeit vom Familientrubel ist. Ich habe auf Grund meiner Neugeborenen nicht soviel Aufmerksamkeit für meine Zweitgeborene. Deswegen genießen wir unsere gemeinsame Stillzeit um so mehr.
Die Stillzeit ist für mich eine Auszeit vom kindergartenfreien Familienalltag geworden. In dieser Zeit nehme ich mir die Freiheit, während des Stillens entspannt zu arbeiten oder einfach nur eine Pause zu machen. Das Stillen gibt mir Kraft, einen turbulenten Familienalltag zu leben. Es bringt einen natürlichen Rhytmus in meinen Tag. Wir Mamas brauchen die Action UND das Innehalten. Wir brauchen Einatmen UND Ausatmen.
Das Stillen meines Baby und meines Kindes ist für mich die Rückverbindung zu meiner weiblichen Urkraft geworden. Während des Stillens spüre ich meine unendliche, sanfte Mamaliebe. Das pure Kribbeln von Glück, Entspannung und Liebe durchflutet mich. Oxytocin rockt! Ja, her mit der Bindung!
Beim Stillen simuliert der Körper den Effekt von Tiefenentspannung. Stillen ist also eine kreative Möglichkeit, regelmäßig eine Tiefenentspannung in unseren Alltag als Mamas einzubauen und MIT unseren Kindern zu entspannen.

Entspannt Reisen mit Stillkindern

Als vielbegabte Frau habe ich viele Leidenschaften. Zwei meiner großen Lieben sind meine Kinder und das Reisen. Ich liebe es, dass das Stillen mir erlaubt Beides zu verbinden. Stillen mit Babies und Kleinkindern macht das Reisen soviel einfacher! Für das Baby muss ich keine nervigen Fläschen mitschleppen und das Kleinkind verhungert nicht, weil die Milchzwischenmahlzeit immer an Board ist. Auch sehr reise-praktisch: Das hochsensible Stillkind beruhigt sich an der Brust in Momenten der Überreizung.
Ich kann durch das Stillen also meine Kinder ganz entspannt mitnehmen. Ich habe an gefühlten tausend Orten gestillt. Ich habe in Leipzig gestillt, in Dresden, in Berlin, an der Ostsee, in Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet, in München, in Österreich, Frankreich, Fuerteventura, Portugal, Panama und in Costa Rica. Ich habe zu Hause auf der Couch gestillt, auf öffentlichen Plätzen, auf der Straße, in Cafés, im Mütterzentrum, in der Hochschule, im Bus, im Tuk Tuk, im Zug und im Flugzeug. Ich habe gefühlte tausend Gefühle gefühlt. Ich habe mich geschämt, ich war stolz, es war mir egal, ich hab mich entspannt, wollte nicht schon wieder stillen, genoss die Nähe im Reisetrubel. Es war Alles dabei!

Es gibt nicht das Stillen, es gibt nur DEIN Stillen!

Ich wünsche dir die Kreativität, das Stillen an deine Bedürfnisse anzupassen, damit du das Stillen als Kraftquelle für dich nutzen kannst. Damit dein Kind eine starke, zufriedene Löwenmama hat.
Ich wünsche dir die Freiheit, dir deine eigenen Still-Bedingungen zu schaffen. Das hier ist dein Leben. Es sind deine Regeln. Es ist deine Verantwortung es so zu gestalten wie DU willst.
Ich wünsche dir die Fähigkeit, dieses wunderbare Geschenk Stillzeit zu genießen. Diese Intimität und Nähe wird auf diese Weise nicht wieder kommen. Ja, dein Kind braucht dich auch noch, wenn es sechs Jahre alt ist. Aber das Kuscheln, das Entspannen, diese verrückte Nähe, das ist JETZT.
Ich könnte dir noch tausend Stillgeschichten erzählen- wie uns das Stillen das Baby Led Weaning ermöglicht hat, wie ich in Frankreich mein 6-monate altes Baby während der Mittagspause meines Auslandssemesters gestillt habe und viele Geschichten mehr.
Aber mein Baby braucht mich. Im Ganzen. Sofort und gleich. Ich leg jetzt mal das IPad weg.
Alles Liebe
Eva 
Eva ist Löwenmama-Aktivistin von 1.000 Ideen und drei Löwen-Babies. Sie unterstützt hochsensible, vielbegabte Mamas Spaß mit ihren kreativen Berufungen UND ihren Kindern zu haben OHNE auszubrennen. Eva glaubt, dass Mutter Erde mehr wilde Löwen-Mamas und Löwen-Kinder braucht, die mit kreativen, rebellischen Ideen aus alten, verkrusteten Strukturen ausbrechen und ihren Löwenherzen mutig in die Zukunft folgen. Mehr Infos auf www.evabeatricefoerster.de
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„Irgendwann bin ich eingeschlafen. Ich mit der Pumpe.“ – Stillgeschichte

Mein Stillbuch „Bedürfnisorientiertes Stillen“ bekommt ihr jetzt hier in unserem Shop!

Ich glaube, ich schlafe. Ich schlafe und das ist ein Alptraum.

Tag 1 nach dem Kaiserschnitt.

Ich sehe nichts. Ich sitze mit der elektrischen Pumpe auf meinem Krankenhausbett, soll abpumpen und sehe nichts. Die Schwester kam vorhin vorbei, stellte die Pumpe neben mir, erklärte kurz wie sie geht und bevor sie die Tür hinter sich schliesst, schaltet sie das Licht aus. Wahrscheinlich ein Automatismus, gar nicht böse gemeint. Aber nun kann ich nichts sehen. Die Pumpe ist an beiden Brüsten angedockt und ich habe keine Hände frei. Viel bewegen kann ich mich wegen der Narbe auch nicht. Ich drehe mich hektisch und schaffe, mit dem Ellenbogen zu klingeln. Und klingeln. Und klingeln. Keiner kommt. Ich schluchze leise. Im Hintergrund schnarcht meine Zimmernachbarin. Das ist eine Schwangere, die, wie ich kurz mitbekommen habe, eine Risikoschwangerschaft hat und vielleicht ihr Kind verliert. Sie ignoriert mich die ganze Zeit. Wahrscheinlich ist es ihr zu viel zu ertragen, dass eine Frau mit ihr das Zimmer teilt, die ein gesundes Kind geboren hat. Selbst wenn dieses Kind in der Säuglingsklinik unterzuckert liegt. Ja, das ist richtig. Ich liege nicht auf der Wochenbettstation. Dort ist gerade kein Platz. Ich liege auf der Station für Risikoschwangerschaften.

Irgendwann bin ich eingeschlafen. Ich mit der Pumpe.

Am nächsten Tag werde ich mit meinem Baby in die Wochenbettstation verlegt und habe eine neue, überglückliche Zimmernachbarin. Sie feiert gemeinsam mit der Familie die schöne, natürliche Geburt ihres Kindes und dass sie sofort stillen kann. Ich glaube, ich hasse sie. Ich kann das nicht aushalten, dieses Glück. Denn bei mir geht alles den Bach runter. Nach drei Tage Einleiten ein Kaiserschnitt und nun klappt es mit dem Stillen nicht. Die Stillberaterin sei in Urlaub. Die einzige „Hilfestellung“, die ich bekomme, ist: „Ach, wissen Sie, Sie müssen es mit dem Anlegen immer wieder probieren“. Mehr nicht. Ich gucke mein Kind an, es guckt mich an, wir fragen uns: wie denn, bitte schön?

Am Tag 4 werde ich entlassen

und kann immer noch nicht stillen. Meine Hebamme setzt sich neben mir, gibt mir ein paar Anweisung und in fünf Minuten habe ich gestillt als hätte ich nie etwas anders in meinem Leben gemacht. Ich bin begeistert, glücklich, geflasht, erleichtert, dankbar. Und einige Zeit später traurig, enttäuscht, niedergeschlagen, verbittert. Fünf Minuten. Fünf Minuten lange hätte sich jemand neben mich hinsetzen müssen. Mehr nicht. Stattdessen saß ich nachts im „Abpumpraum“ und habe mich wie die letzte Versagerin gefühlt.

Vier Jahre später…

bringe ich selbst, aus eigener Kraft mein zweites Kind zur Welt. Eine wunderschöne Hausgeburt, begleitet von zwei tollen Hebammen. Mein Kind wird mir sofort auf den Bauch gelegt und trinkt. Diese überwältigende Erfahrung sollten alle, wirklich alle Mutter machen dürfen.

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Wie ich mein eigenes und ein fremdes Baby stillte. – Stillgeschichte

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Mein eigenes Baby stillen

In meiner Schwangerschaft habe ich mir keine großen Gedanken gemacht ob ich stillen will oder nicht. Für mich war klar, ich habe keine Lust die teure Milch zu kaufen, also stillen wir. Ob oder wie das klappt wusste ich nicht, aber warum denn nicht, es ist doch ein natürlicher Instinkt. So einfach das in meiner Überlegung klang war es dann nicht. Nachdem meine Tochter nach 17 Stunden Wehen, natürlich und spontan auf die Welt kam, legte ich sie mit Hilfe meiner super lieben Hebamme, noch im Kreißsaal an. Es tat so weh. Sie saugte nicht richtig, ich war müde kurzum: alles doof.

Glücklicherweise lag ich in einem sehr stillfreundlichen Krankenhaus und jede der Schwestern auf meiner Station wollte der jungen Mama (ich war 17) helfen. Jede hat sich geduldig mit mir hingesetzt, jede hatte noch eine Idee, einen Tipp. Ich habe abgepumpt, gewärmt, gekühlt, massiert, gecremt, mit und ohne Stillhütchen und in allen möglichen Positionen gestillt. Auch eine Stillberaterin war mit von der Partie.

In der zweiten Nacht hätte ich fast aufgegeben.

Ich hatte offene, blutige Brustwarzen und ein totales Stimmungstief. Das beschriebene Glücksgefühl welches direkt nach der Geburt eintreten sollte blieb aus. Klar fand ich meine Tochter süß, aber ich war jetzt auch nicht „unsterblich verliebt“. Im Nachhinein weiß ich, dass es normal ist. Aber in dem Moment ging für mich eine Welt unter. Nix war so wie ich es mir ausgemalt hatte. Als ich heulend und abpumpent im Stillzimmer saß, kam Schwester Johanna. Sie hat mich aufgefangen, in den Arm genommen und mir gut zugeredet. Wir machten den Deal das sie meiner Tochter jetzt die Flasche gibt damit ich nicht stillen muss und wir den nächsten Morgen meine Brust Lasern und dann es nochmal probieren. „Leider“ wollte meine Tochter aber die Flasche nicht. Also hat Johanna eine Überstunde gescheschoben und sich mit uns in aller Ruhe nochmal hingesetzt. Und siehe da: es klappte. Zwar nur mit Stillhütchen aber immerhin. Nächsten Tag wurde ich gelasert, damit gingen dann auch die Schmerzen weg. Nach 2 Monaten konnten wir auch endlich das Stillhütchen weg lassen. Inzwischen Stillen wir fast 17 Monate und es ist kein Ende in Sicht. Meine Tochter ist ein regelrechter Still junkie ♡ und ich stehe in meiner Ausbildung zur Stillberaterin um anderen Mütter zu helfen, so wie am Anfang mir geholfen wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein anderes (fremdes) Baby stillen

Als meine Tochter 14 Monate alt war, waren wir unterwegs mit einer Freundin und ihrem Neugeborenen. Meine Freundin wollte auch gerne stillen, es klappte aber nicht so richtig. Sie hatte Schmerzen bei jedem Anlegen. Unterwegs gab sie die Flasche mit abgepumpter Mumi. Wir waren aber länger unterwegs als gedacht und ihre Tochter bekam Hunger, sie hatte aber keine Milch mehr mit. Bei dem Gedanken ans Stillen fing sie fast an zu weinen.

Ich wollte ihr gerne helfen und fragte was ich tun kann, sie meinte mehr scherzhaft: „Mir das stillen abnehmen!“. Da ich ja auch stille meinte ich gleich „Klar!“ . Gesagt getan, im Stehen habe ich ihre Tochter angelegt. Sie trank gierig und Glücklich. Meine Tochter war allerdings auch müde und wollte ihre „Nana“. Also haben wir uns einen Ort  zum hinsetzten gesucht, damit ich beide stillen kann. Dieser Ort wurde McD****** 😀 Beide Kinder sind glücklich an meiner Brust eingeschlafen. Habe danach meiner Freundin Tipps gegeben. Ihre Tochter ist jetzt ein halbes Jahr alt, meine Freundin stillt immernoch und inzwischen ohne Schmerzen und ich stille ihre Tochter immernoch gelegentlich.

Nina West

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„Abpumpen auf der Intensivstation – ein Still-Albtraum“ – Stillgeschichte

Mein Stillbuch „Bedürfnisorientiertes Stillen“ bekommt ihr jetzt hier in unserem Shop!

Vorsicht, Spoiler: Das hier wird keine schöne Geschichte. Wenn du gerade schwanger und voller Hormone bist, dann lies sie lieber nicht…

Frühgeburt. Wut. Verzweiflung. Trauer. Schmerzen. Gefühlschaos. Werden die Kinder überleben? Micky ist halbwegs fit, aber um die kleine Mouse steht es kritisch. Überall Schläuche, piepsende Gerätschaften, Personal in steriler Kleidung. Bevor man die Kinder besucht, muss man durch eine Schleuse um sich zu desinfizieren. Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt. Mehr Plüsch. Weniger Kabel.

Etwa zwei Minuten habe ich die Kinder jetzt auf der Intensivstation gesehen. Im Rollstuhl hat man mich hingefahren. Ich hab sie nur gesehen. Nicht berührt. Eine Krankenschwester drückt mir ein Foto der beiden in die Hand. Und eine Milchpumpe. „Schauen Sie das Bild beim Abpumpen an, das hilft bei der Milchbildung.“ Die Kinder sehen auf dem Foto aus wie Aliens, völlig verkabelt mit durchsichtiger Haut. Nicht nach Mensch und eigentlich sehr furchteinflößend. Ich habe sie noch nie berührt, pumpe aber Milch ab. An die Geburt erinnere ich mich nicht. Es war ein Notkaiserschnitt in Vollnarkose.

Die Milchpumpe surrt.

Das dickflüssige Kolostrum kommt. „Kolostrum ist jetzt sehr wichtig für Ihre Kinder. Es ist die erste Impfung“, sagt die Krankenschwester. „Es ist das Einzige was Sie für die Zwillinge tun können.“ Und so pumpe ich. Es fühlt sich nicht schön an. Es ist unnatürlich und das Geräusch ist eigenartig. Ich bin traurig. Müde. Enttäuscht. Ich habe Angst. Und die Pumpe surrt. Und surrt. Ganz gleichmäßig. So gleichmäßig wie das Piepsen des Herzmonitors der Kinder…

Im Krankenhaus auf der Neugeborenen-Intensivstation gibt es ein eigenes Zimmer zum Abpumpen der Milch. Damit man so eine Art Privatsphäre hat. Die hat man natürlich nicht. Denn da sitzen viele Mütter und pumpen ab. Und sie haben alle ihre eigene – meist sehr traurige – Geschichte. Das sieht man schon an ihren Blicken. Geschichten, die man gar nicht hören will, weil man mit sich selbst beschäftigt ist. Viele Babys die viel zu früh gekommen sind wie meine Zwillinge. Manche haben einen Gendefekt. Andere wiederum warten auf eine Herz-OP. Die kleinen Patienten hier haben allesamt einen sehr bescheidenen Start ins Leben. Und die Eltern leiden mit, sehen verzweifelt und ohnmächtig zu. Sind heillos überfordert. So wie ich: Was wenn die Zwillinge sterben? Muss ich ein Grab kaufen? Was mache ich mit all dem Babykram? Kann ich den Wagen verkaufen? Viele Gedanken flitzen durch den Kopf. Es sind keine schönen Gedanken. Und die Pumpe surrt und surrt. Ganz monoton. Ganz verlässlich…

Etwa 30 Minuten sitze ich

um 200 ml pro Brust abpumpen zu können. Es ist aufwändig und mühsam, schließlich muss man die Pumpe immer wieder desinfizieren. Ständig kommt jemand Neuer in den Raum, dem man seine Brüste zeigt. Die Milch wird in Glasflaschen gesammelt, beschriftet und anschließend eingefroren. So können die Kinder meine Milch haben, auch wenn ich nicht im Krankenhaus bin. Die Milch wird dann also zu den Mahlzeiten aufgewärmt und den Kindern mit der Sonde über die Nase gegeben. Dabei müssen gewisse Zeiten eingehalten werden. Wird die Milch länger als eine Stunde aufgewärmt, so muss sie wegen der krankenhausinternen Hygiene-Vorschrift entsorgt werden. Und so sehe ich einer Krankenschwester zu, wie sie jene Milch, für die ich mich 30 Minuten bemüht habe um sie abzupumpen, achtlos in den Ausguss schüttet… Es fehlt mir die Kraft um mich zu beschweren. Keine Energie für Konflikte.

 

Mit einem Start wie diesem war das Stillen nicht schön behaftet.

Ich habe zwar noch eine Zeit lang abgepumpt, weil ich meinen Kindern Gutes tun wolle. Wir haben auch das Stillen probiert. Das war insofern schwierig, weil ich nie genau wusste, ob sie genug getrunken hatten. Wenn ich gestillt habe, war das Gefühl durchaus schön. Es fühlte sich einfach so normal an. Im Großen und Ganzen habe ich aber nach vier Monaten abgestillt. Vermutlich aus reiner Psychohygiene. Den Kindern hat die Flaschenmilch nicht geschadet.

Unter „Einer schreit immer“ (www.einerschreitimmer.com) bloggt Zwillingsmama Anni meist sehr humorvoll und schonunglos ehrlich über ihr chaotisches Leben mit Zwillingen. Mehr zum Thema Zwillinge stillen findet ihr hier.

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„Ich habe mich so angreifbar gefühlt wie noch nie in meinem Leben zuvor.“ – Stillgeschichte

Schonmal mit entblößten Brüsten in der Bahn gesessen?

Man gewöhnt sich ja an alles.
Angeblich.
Dass ich mich mal daran gewöhnen würde, in der Bahn, im Schuhladen und im Restaurant meine Brüste „auszupacken“, als wäre es das Normalste auf der Welt, das hätte ich zum Anfang meiner Stillzeit nicht geglaubt.

Never ever.

Dass unterwegs stillen aber auch etwas ganz anderes ist, als sich halbnackt in eine Bahn zu setzen, musste mir erstmal klar werden.

Für mich schien es irgendwie das Gleiche zu sein. Und wenn man in der Bahn seine Brüste nicht nackt zeigen darf, dann darf man doch auch in der Bahn logischerweise nicht stillen. Dann sind doch die, die mit verurteilenden Blicken strafen und die, die möglicherweise ganz abwertend und verachtend reagieren und ihren Unmut auch direkt aussprechen, doch im Recht.

Was für ein Irrtum und Denkfehler. Hervorgerufen durch das eigene, wahrscheinlich ganz natürliche Schamgefühl UND von Medienberichten. „Stillende Mutter aus Bus geworfen„. „Stillende Mutter aus Café, Einkaufszentrum etc. geworfen„. Weil andere sich beschwert haben.

Ohgott.

Was für eine Horrorvorstellung für mich als junge Anfängermama!

Ich habe mich nie von irgendetwas verunsichern lassen und kann von mir sagen, dass ich sehr klar bei MIR und meiner gesunden Mama-Intuition bleibe. Was das angeht, bin ich sogar ein bisschen stolz auf mich. Darf ich auch mal sein.
Aber die Sache mit dem Stillen unterwegs, die hat mich echt gedanklich fertig gemacht, in den ersten Monaten.

Mir war von Beginn an klar, dass Stillen mir wichtig ist.

Für mich und mein Kind. Also habe ich ein „Stillfreundliches Krankenhaus“ ausgewählt und in den Fragebogen bei der Anmeldung, bei der Frage „wie lange planen Sie zu stillen“? 1,5-2 Jahre geschrieben. Hui, da hat der werdende Papa aber gestaunt. „Echt?! Reichen nicht sechs Monate?“ Nee. Ich glaube nicht.
(Übrigens ging unsere Stillzeit nach ca 19 Monaten zu Ende und da hat der Papa dann gefragt, ob ich mir auch gaaaanz sicher bin, dass es jetzt zu Ende sein soll. Ja. Da war ich mir sicher und das Mausekind sich dann auch. Wir waren uns einig.)
Stillen war für mich wichtig und selbstverständlich.

Und doch waren da die ersten Wochen, in denen ich gar nicht mit der Kleinen vor die Tür wollte. Ich hatte Schweißausbrüche, wenn ich nur daran dachte, kurz mit Baby zum Supermarkt zu laufen. Was, wenn sie Hunger bekommt? Dann muss ich sie auf jeden Fall sofort stillen. Warten lassen ist keine Option. Aber unterwegs? Kann ich mir nicht vorstellen. Wo denn bitte? Bei Rewe an der Kasse? Im Tragetuch? Kann ich nicht. Geht nicht.

Wenn jemand was sagt.

Ich habe mich so angreifbar gefühlt wie noch nie in meinem Leben zuvor.

Irgendwann in den ersten Wochen hatte ich dann ein einschneidendes Erlebnis. Ich saß mit dem Baby in der U-Bahn, wir mussten 30 Minuten fahren. Das Baby wurde unruhig, fing an zu weinen und wollte an die Brust. Und ich wollte nicht. Und wollte aber doch. Das war ein schlimmer Kampf in meinem Kopf. Natürlich habe ich sie dann angelegt, versucht, mich von den vielen Leuten wegzudrehen. Nur das Baby angeschaut und gehofft, dass keiner etwas sagt.
Das war so ein schlimmes Gefühl: als Mutter wollte ich etwas ganz selbstverständliches tun. Das Baby so versorgen, wie das Baby es braucht. Und gleichzeitig habe ich mich geschämt, hatte Angst vor Blicken und Kommentaren. WEIL ICH MEIN BABY VERSORGE??

Mir liefen vor lauter Verzweiflung die Tränen.

Niemand hat geguckt.
Niemand hat etwas gesagt.

Hätte ich mich umgesehen, hätte ich vielleicht höchstens ein aufmunterndes, verständnisvolles Lächeln gesehen. Wie so oft in den folgenden Monaten. Von Frauen, die wissen, wie das ist. Von Papas, die das toll und stark und unterstützenswert finden. Davon ist Hamburg, meine schönste Stadt der Welt, nämlich voll.

In 19 Monaten Stillzeit habe ich mich zu einer selbstbewusst überall stillenden Mama entwickelt. Überall.
Und: NIE hat jemand etwas negatives gesagt. Kein Kopfschütteln, kein verurteilender, strafender Blick.
Nichts.

Als Berufsfotografin habe ich mich dann sehr schnell auf das Fotografieren stillender Mamas spezialisiert. Mir wurde klar, wie diese Stillfotos so viel erzählen. Von unserer Liebe, die wir mit Worten gar nicht ausdrücken können. Im Zuge meiner Arbeit habe ich sehr viele tolle Stillmamas und ihre Geschichten kennengelernt, was für mich als Mutter auch eine wahnsinnige Bereicherung ist.

Mir wurde dann auch klar, dass es vielen Müttern zu Beginn der Stillzeit so geht wie es mir ging. Dass viele Frauen unbegründete Ängste haben. Dass viele junge Mütter Mutmacher und Solidarität brauchen. Um sich überhaupt erstmal mit dem Stillkind entspannt vor die Tür zu trauen. Deswegen habe ich das Projekt „Hamburg stillt!“ ins Leben gerufen. Um Mut zu machen und Selbstvertrauen zu wecken, wenn es um Stillen in der Öffentlichkeit geht.

Und so war meine Stillzeit sogar wegweisend für meinen weiteren Berufsweg als Fotografin und es entstand ein tolles Projekt.

Meinem Kind bin ich dafür unendlich dankbar.

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Vier Mal stillen und Tandemstillen – Stillgeschichte von Nadine

Julian und viele schlechte Ratschläge.

Mein erster Sohn wurde 2004 geboren und ich war sehr naiv zu dem Zeitpunkt. Stillen wird
schon von selbst funktionieren. So steht es ja in jedem Ratgeber, den ich gelesen hatte.
Kein Wort von Stillproblemen und Schmerzen, oder dass es Stillberatung gibt.
Nach einer langen und interventionsreichen Geburt war mein Sohn nun da und er saugte
das erste Mal schon im Kreißsaal. So wie es sein sollte. Und ich war total benebelt von der
Schmerzmittelgabe unter der Geburt. Im Nachhinein erfuhr ich, dass ich Morphine
bekommen hatte. Ich wollte eigentlich Paracetamol haben.
Die Krankenschwester nahm mein Kind mit und sagte mir, ich solle mich erstmal ausruhen
und ein paar Stunden schlafen. Und schwupp, war es passiert.
Ich bekam mein Kind dann besagte paar Stunden später wieder. Mit Schnuller im Mund und
einem Fläschchen im Bettchen. Ungefragt. Ich legte meinen Sohn wieder und wieder an,
aber er schlief immer ein beim Trinken. Jedes Mal! Ich war verzweifelt und fragte um Hilfe,
aber jede Schwester erzählte einem was anderes. Entlassen wurde ich mit einem Milchstau
und einem Kind, dass “nicht richtig trinkt”. (Dass dies ein normales Verhalten ist, wusste ich
nicht und es sagte mir auch niemand). Diese Klinik ist inzwischen von der WHO als Baby- und
Stillfreundlich ausgezeichnet worden und ich hoffe wirklich, dass dies so zum Tragen
kommt.
Meine Nachsorgehebamme (gefühlte 70 und nicht sehr empathisch) schaute sich unser
Stillen an und ihre erste Aussage war “Ach das wird eh nichts, am Besten pumpst du ab.”.
Klare Ansage. Also holte mein damaliger Mann mir eine Milchpumpe und ich fing an zu
pumpen. Vor allen Dingen nachts empfand ich dies als sehr anstrengend. Pumpen, Kind
füttern, Pumpe sauber machen und vorbereiten fürs nächste Pumpen. Nach sechs Wochen
gab ich auf und mein Sohn bekam von da an Prenahrung.
In der Rückschau hätte ich mir anderweitig Hilfe holen können und mehr für das Stillen
kämpfen können, aber ich wusste weder von Stillberatung, noch war mir bewusst, dass
Stillen so wichtig ist. Ich kannte nur Mütter, die Fläschchen gaben und hatte bis dahin noch
nie eine Frau stillen gesehen.

Tammo und die Rückkehr des Bauchgefühls

Acht Jahre später, 2013, kam Sohn Nummer Zwei auf die Welt und ich wollte auf jeden Fall
das Stillen ausprobieren. Ohne Druck und ohne konkrete Vorstellung. Trotzdem wurden
Flaschen und Prenahrung gekauft. Als Backup. Wahrscheinlich diente das nur meiner
eigenen Beruhigung. Durch meine Hebamme kamen mein Mann und ich in Kontakt mit
Attachment Parenting. Ich bin ihr bis heute sehr, sehr dankbar für ihre Inspiration und ihr
Vorstellen der passenden Literatur im Vorbereitungskurs. Und meinem Mann für dein
Einkauf dieser Literatur 🙂
Die Geburt von Sohn Nr.2 war recht fix und das erste Anlegen klappte super. Aber auch hier
kam jede Schwester mit teils gegenläufigen Tipps und echte Hilfestellung gab es nicht.
Zusätzlich musste mein Mann bei jeder Untersuchung mit gehen und immer wieder
vehement NEIN! sagen. Nein! keinen Schnuller, Nein! keinen Tee, Nein! keine
Glukoselösung und so weiter. Als wir dann zu Hause waren wurde es sehr entspannt und
entschleunigt. Ich hatte zwei tolle Hebammen und das Stillen klappte ohne Probleme.Wir
machten einfach und verließen uns auf unser Bauchgefühl. Die Probleme wurden dann von
außen an uns herangetragen. Und zwar ab dem Zeitpunkt, als die Stillzeit über die “üblichen
6 Monate” hinaus ging. Erst leise und mit jedem Monat weiterer Stillzeit immer lauter. Ein
Jahr, zwei Jahre, drei Jahre … Dazu noch Familienbett, BLW und das Dauergetrage erst!
Und es kamen immer öfter Sprüche mit “Geschmäckle” im Freundeskreis und in der Familie.
Bis mein Mann irgendwann einfach sagte “Wir machen das so, also gebt Ruhe!”.
Nach 13 Monaten wurde ich erneut schwanger und spätestens da riet mir jeder zum
Abstillen. Der Große würde dem Baby im Bauch alle Nährstoffe wegtrinken und was wir alles
zu hören bekommen haben. Doch wiederum bestärkte mich meine Hebamme, dass Stillen
in einer Schwangerschaft ohne Komplikationen kein Problem sei. Also stillte ich fröhlich die
komplette Schwangerschaft durch. Meine Milch ging auch nicht weg, noch schmeckte sie
Tammo nicht mehr. Und so kam dann Kind Nummer 3 dazu…

Lenya und das Tandemstillen

Ich habe meine beiden das erste Mal nur wenige Stunden nach der Geburt gleichzeitig
gestillt. Am Anfang war es merkwürdig, denn ich entwickelte Lenya gegenüber einen
Beschützerinstinkt und musste erst “lernen”, beide Kinder gleichermaßen trinken zu lassen.
Doch es hat sich gelohnt. Es gab von Tammos Seite aus keinerlei Eifersucht und so bekam
auch er regelmäßig seine Portion Mama ab. Tandemstillen entschleunigt und jeder profitiert
von den Ruhepausen.
Doch trotz aller Romantik und Rosa Wolken die man vielleicht mit Tandemstillen verbindet
ist es auch harte Arbeit, für Körper und Geist, und teilweise echt nervig. Vor allen Dingen
nachts. Denn die beiden wollten grundsätzlich immer hinter einander stillen und ich bekam
wenig Schlaf, obwohl einzeln betrachtet, die Kinder echt super schliefen. Also stillte ich
Tammo nachts ab und mein Mann übernahm ihn. Es hat seine Zeit gedauert, bis er es
akzeptierte. Doch es war die richtige Entscheidung. Ich habe mich teilweise vergessen und
nicht auf meine Bedürfnisse geachtet. Diesen Fehler werde ich nicht noch einmal machen.
Tagsüber und zum Einschlafen hab ich Tammo weiterhin gestillt. Abgestillt hab ich ihn, als
er circa 3,5 Jahre alt war. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass der Zeitpunkt ziemlich
genau mit einer erneuten Schwangerschaft zusammen gefallen ist. Wahrscheinlich habe ich
intuitiv gemerkt, dass es für mich doch zu anstrengend geworden wäre, in der
Schwangerschaft zwei Kinder zu stillen.
Lenya stillte ich weiter. Bis zu einem Arztbesuch, der wenig erfreuliche Nachrichten für uns
bereit hielt. Ich wurde positiv auf eine frische Toxoplasmose-Infektion in der
Schwangerschaft getestet und bekam sofort eine Antibiotikatherapie verordnet. Leider waren
die Medikamente nicht stilltauglich und ich musste Lenya von jetzt auf gleich komplett
abstillen. Da war sie 20 Monate alt. Ich erklärte ihr, wieso sie nun nicht mehr ihre “Mimi”
trinken kann und stattdessen gab es nun abends eine Flasche mit Hafermilch. Es klappte
erstaunlich gut die ersten Tage, aber es brach mir das Herz und ich vergoss viele Tränen.
Ich wollte sie selbst entscheiden lassen, wie lang sie stillen darf. Und dann geschah es doch
vollkommen fremdbestimmt und mit einem harten Cut.
Danach fixierte sich Lenya immer mehr auf den Papa als Primärperson und ließ sich nur
noch von ihm nachts beruhigen. Sie ist seit dem Abstillen ein Papakind, wo sie vorher doch
ein absolutes Mamakind war. Es machte und macht mich immer noch traurig, dass ich das
Band zwischen uns lockern musste. Jetzt erst, knapp ein ¾ Jahr nach dem Abstillen, ändert
sich es wieder und ich darf sie nachts auch wieder beruhigen oder trösten.

Lauri oder alles auf Anfang?

Anfang Mai kam nun der Vierte im Bunde auf die Welt. Seine Stillgeschichte ist noch relativ
kurz. Er macht alles genau so, wie Babies es eben machen. Und so wohnt er entweder
direkt auf mir oder im Tragetuch, schläft im Familienbett mit mir, dem Papa und den beiden
kleinen (großen) Geschwistern und stillt, was das Zeug hält.
Alle gut gemeinten Ratschläge werden freundlich abgenickt, denn ich habe gelernt, dass
Diskutieren nichts bringt, außer es ist beim Gegenüber echtes Interesse vorhanden. Ich
finde es schade, dass so viele Menschen meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu
haben und man durch ungewollte Ratschläge schnell verunsichert wird. Gerade beim ersten
Kind. Als Mutter besitzt man das perfekte Handwerkszeug, aber man verlernt auf seine
Intuition zu hören. Das ist so schade. Stillen und vor allen Dingen lange stillen ist nicht
einfach und es ist legitim, es nicht auf Anhieb zu können. Doch wenn es nicht klappt, holt
euch Hilfe und Unterstützung.
Ohne meinen Mann an meiner Seite, der irgendwann alle dummen Kommentare abgewehrt
hat und mir den Rücken gestärkt. hat, hätte ich viel früher abgestillt und nicht 3,5 Jahre lang
und davon knapp 1,5 Jahre als tandem gestillt. Ich freue mich auf die Stillzeit mit Lauri. Mal
sehen, wie lange sie dauert und was so alles passieren wird. Ich werde definitiv wieder mehr
auf meinen Bauch und mein Herz hören und meine Ohren öfter auf Durchzug stellen 🙂

Nadine bloggt auf www.nataniswelt.de 

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Stillen trotz Frühgeburt – Blogparade „Meine Stillgeschichte“

Mein Stillbuch „Bedürfnisorientiertes Stillen“ ist da und  in unserem Shop zu bekommen!

Das ist meine Stillgeschichte, die allen Frühchenmamas Mut machen soll nicht aufzugeben.

Unser Sohn kam am Neujahrstag 2014 spontan 6 Wochen zu früh auf die Welt. Nach seinem ersten Schrei und einen ersten Blick auf ihn, nahm der Kinderarzt ihn gleich zur U1 mit. Mein Mann durfte ihn begleiten. Ein paar Minuten, was sich für mich wie eine Ewigkeit anfühlte, kam dieser kleine Wurm wieder und ich streichelte kurz sein Köpfchen. Nichts mit Bonding und Stillen. Das war ziemlich hart. Erst gegen Abend habe ich meinen Sohn im Brutkasten der Kinderintensivstation wiedergesehen. Somit war eigentlich Stillen unmöglich.

Alleine im Stillzimmer

Die Schwestern auf der Wochenbettstation machten mir Mut und sagten dass es schon klappen würde. Ich fing an abzupumpen. Alle drei Stunden (auch nachts). Das traurige und deprimierende für mich war, alleine ohne Kind ins Stillzimmer zu den anderen Müttern mit ihren Kindern zu gehen. Ich war nur mit der Milchpumpe beschäftigt, während andere ihre Kinder stillen durften. Das werde ich nie vergessen. Aber in diesem Zimmer lernte ich tolle Mütter kennen, mit denen ich bis heute noch Kontakt habe. So bekam unser Sohn bald die ersten ml Muttermilch von mir. Zusätzlich bekam er von Anfang an auch noch Frühgeborenennahrung. Drei Tage nach seiner Geburt haben wir den ersten Stillversuch unternommen. Es klappte ganz gut. Er ist zwar schnell eingeschlafen aber es wurde immer besser. Nach einer Woche habe ich mich selbst aus dem Krankenhaus entlassen. Ich hielt es dort nicht mehr aus. Dann ging der Stress los. Wir sind alle drei Stunden ins Krankenhaus gefahren, damit ich ihn stillen konnte. Die abgepumpte Milch bekam er nachts.

Eine Woche später war ich als Begleitmama wieder drin. In einem Zimmer wo ich mich total isoliert gefühlt habe. Ich durfte ihn nicht alleine aus dem Bettchen nehmen, weil seine Sättigung immer noch Probleme machte. So musste ich immer auf die Schwester warten, die dann die Kabel abmachte. Dazu kam noch vor und nach dem Stillen wiegen. Drei Wochen nach der Geburt wurden wir „vollgestillt“ entlassen. Das war ein gutes Gefühl.

Es lief alles soweit gut. Aber dann wurde meine Oma einen Monat nach seiner Geburt schwer krank. Wir pendelten zwischen Krankenhaus und später Pflegeheim hin und her. Natürlich wollten wir unseren Sohn nicht ständig ins Krankenhaus mitnehmen. So war er schon früh bei den Großeltern und sie fütterten ihn mit Pre-Milch. Mit 10 Monaten hat sich unser Sohn selbst abgestillt. Ohne meinen Mann hätte ich das alles nicht geschafft. Er hat mich immer unterstützt.

Schmerzen ohne Ende

Unsere Tochter kam am 27. Februar dieses Jahres nur 11 Tage zu früh auf die Welt. Direkt nach der Geburt durfte ich sie anlegen. Und das war ein so tolles Gefühl. Wir haben im Kreißsaal gekuschelt und ich habe diese Zeit sehr genossen. Das erste Anlegen war allerdings sehr schmerzhaft und fühlte sich an, als ob ihr Mund voller Zähne war. Die ersten Tage waren der Horror. Immer wenn ich sie angelegt habe, hat es so sehr weh getan. Ich war kurz davor aufzugeben. Im Krankenhaus wurde ich sogar gelasert, damit es besser wurde. Sie hat mehrmals Blut gespuckt, weil die Brustwarzen total entzündet waren. Es war die Hölle. Aber dieses Mal war ich sehr stolz, mit ihr ins Stillzimmer zu gehen.

Zuhause hatte ich fast jedes Mal eine Blockade, wenn sie wieder trinken sollte. Es hat immer ein paar Minuten gedauert, bis ich mich überwunden hatte. Die Schmerzen wollten einfach nicht aufhören. Ohne Schmerztabletten und Kühlkompressen ging nichts. Dank der Unterstützung meines Mannes hat es aber immer wieder geklappt. Mit Hilfe der Hebamme habe ich es innerhalb von drei Wochen doch geschafft. Und jetzt ist das Stillen einfach nur schön.

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„Nach 2 Fehlgeburten und nach langem üben, wurde unser Traum war. “ Blogparade „Meine Stillgeschichte“

Mein Stillbuch „Bedürfnisorientiertes Stillen“ ist da und  in unserem Shop zu bekommen!

13.12.13 – ein Datum das mein Leben komplett auf Kopf stellte.

Ich war bereits in der 13. SSW schwanger. Nach 2 Fehlgeburten und nach langem üben, wurde unser Traum war. Die Schwangerschaft verlief ohne große Komplikationen. Auch die Geburt verlief schnell, selbstbestimmt und reibunglos ab.
Allerdings war unser Sohn nach der sehr schnellen Geburt zu schwach zum trinken. Ich habe ihn mehrfach versucht ihn an zu legen, aber er trank nicht. Es wurde immer gelber, was auch wegen Blutgerinnerungsstörung, für alle unintressant war.
Da ich überzeugt davon war, dass mein Kind endlich mal Milch benötigt, wurde mir trotz mehrfacher Nachfragen, im Krankenhaus leider nicht geholfen. Es wurde nicht mal nachgefragt, ob er bereits gestillt habe oder ob ich überhaupt stillen möchte und ggf. Ersatz brauche.
Nach 48 Stunden durften wir zum Glück nach Hause, dort hatte mir meine Hebamme erstmal Stillhütchen gegeben. Damit lief auch soweit relativ gut. Bis ich Ausschlag bekam und mein kleiner Mann irgendwann auch mit Hütchen nicht mehr richtig trank. Im Nachhinein wissen wir halt, dass es auch u.a. an zwei Blockaden im Nacken und einer Regulationsstörung lag, dass er nicht richtig trank, sehr viel schrie und auch deswegen extreme Bauchweh hatte.
Ich war wegen meiner Wochenbettdepression auch total angespannt und verkrampft – ich wollte stillen!
Es war und ist für das natürlichste und je mehr ich es wollte und dafür kämpfte, desto mehr verkrampfte ich.
Da meiner Hebamme erstmal wichtig war, das ich entspanne, meine Haut sich entspannt und der kleine Mann weiterhin Milch bekommt habe ich dann angefangen ab zu pumpen. Durch meinen innerlichen Stress, ging trotz regelmäßigen pumpen und sogar powerpumpen die Milch immer mehr zurück. Da er mittlerweile auch Gewicht verlor habe ich angefangen zu zu füttern.
Da ich mit Schreikind (über 12 Stunden täglich) so gut wie alleine war und nebenbei, auch Nachts, alle 2 Std gepumpt habe war ich psychisch und körperlich am Ende. Ich bin zusammengebrochen und habe den Kampf ums stillen nach 2 Monaten aufgeben müssen.

Also, gab es dann Pre!

Keine wurde richtig vertragen-von extremen Blähungen, über Verstopfungen (wo wir sogar Einläufe machen mussten) bis hin zu Durchfall/Erbrechen war alles dabei. Alle Mittelchen Bigia Tropfen, Lefax, Sab Simplex, Tee, Kümmelzäpfchen, viel tragen, Bauch-und Fußmassagen oder warmes Bad haben nur Minimal Besserung gebracht. Wir haben auch 8(!) mal die Milch gewechselt und auch eine Kuhmilcheiweißunverträglichlkeit wurde ausgeschlossen. Da wir u.a. wegen den Blockaden in Behandlung bei einem studierten Chiropraktiker waren, hat dieser angeboten einen Kinesiologischen Muskeltest zu machen. Aber was ist das? Ganz kurze Definition von Kinesiologie: 
Kinesiologie ist eine effektive Methode, Blockaden sowie Stressreaktionen abzubauen, Potenziale zu fördern und das Wohlergehen, die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern.  (Zitat: Klaus Wienert)
Mein Sohn bekam wenige Tropfen der angerührten Pre in den Mund getropft und an Hand der übertragenden Muskelkraft, konnte unser Chiropraktiker erkennen, welche Pre Nahrung am besten vertragen wird. Wir haben ein letztes Mal die Pre-Nahrung gewechselt und wir konnten uns langsam ohne großartiger weitere Probleme notgedrungen an die Flasche gewöhnen. Die Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt zogen sich noch sehr lange, so dass der Beikoststart dann auch mit vielen Problemen verlief.
Mittlerweile ist mein Sohn fast 3 Jahre und bekommt Pre immer noch nach Bedarf. Nach meiner Behandlung wegen meiner PPD und nachdem heutigen Kenntnisstand würde und werde ich bei Nr.2 sehr vieles anders machen.
 
Liebe Grüße
Scarlett
Scarlett bloggt auf www.Klecker-Lecker.de 
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Stillen oder nicht Stillen? Gar keine Frage! Blogparade „Meine Stillgeschichte“

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Katharina bloggt auf meingeliebteskind.com über Ihre Familie und das Leben auf vier Rädern. Heute teilt sie unsere Stillgeschichte mit uns!

Lange bevor ich Mutter wurde, war für mich das Bild einer Frau mit ihrem Neugeborenen geprägt von folgender Imagination:

Baby stillend im Schoß der Mutter.

Ich weiß nicht, was dieses Bild so stark geprägt hat, aber das war mein selbstverständliches Image einer Mutter, die ein Baby bekommt.

Insofern stellte ich mir nie die Frage, ob ich stillen oder füttern wollte, sollte ich ein mal selbst Mutter werden. Ebenso kam nie der Zweifel in mir auf, dass es gegebenenfalls nicht „klappen“ oder problematisch sein könnte, zu stillen. Ich betrachtete also Stillen als die natürlichste Sache der Welt.

Als ich schwanger wurde, freute ich mich wahnsinnig auf die Stillzeit, die enge Verbundenheit, die Nähe, das Kuscheln mit dem Kleinen. Die Erstgeburt war ein Kaiserschnitt, da ich ein knapp 5kg-Baby bei Beckenendlage und weiteren nicht sehr günstigen Vorzeichen zur Welt bringen sollte. Natürlich kamen von Außen rasch gut gemeinte Ratschläge bezüglich des Stillens und dass ich besser eine Milchpumpe kaufen und Pre-Milch besorgen solle, da es häufig nach Kaiserschnitten nicht „klappte“ mit dem Stillen. Ich vertraute auf meinen Körper und ließ diese Sätze an mir abprallen, stellte ich doch nicht in Frage, dass wir das schon schaffen würden. Auch und gerade trotz des Kaiserschnitts war es mir wichtig, dass wir in diese Beziehung gehen konnten.

Unser erster Sohn war kaum geboren

als die Hebamme versuchte, seinen Mund an meine Brust zu drücken, um ihn zum Stillen zu bewegen. Ich muss etwas verdattert dreingeschaut haben, denn sie sagte nur: „Na, wir müssen mal schauen, ob er was trinkt, sonst müssen wir vielleicht nach Alternativen schauen.“ Der kleine Mann war gerade erst geboren, noch total durcheinander und müde von der Geburt und schon stellte sich ein „Problem“ ein? Ich konnte es nicht glauben. Zudem war er mehr als propper und sicher nicht verhungert. Ich entspannte mich und als die Hebamme aus dem Raum war, robbte mein kleiner Sohn wie von selbst an die Brust und begann zu saugen. Wow, ich war beeindruckt und glücklich zugleich. Nichts war hier „problematisch“.

Mit dem Milcheinschuss stellte ich mir dann die Frage, ob dieser Schmerz je wieder aufhören und ich aus dem Dolly Buster-Modus jemals wieder raus kommen könnte, aber nach wie vor zweifelte ich keine Sekunde an der Richtigkeit der Entscheidung zu stillen. Für mich war es wie gesagt gar keine bewusste Entscheidung, sondern natürlicherweise das, was man mit einem Baby so macht, wenn es Hunger oder Durst hat.

Leider kristallisierte sich bald heraus,

dass unser Sohn kein „Kuschelkind“ war und die Brust ausschließlich zur Nahrungsaufnahme nutzte, so dass ich etwas ernüchtert nach 11 Monaten aus dieser Stillbeziehung gedrängt wurde, da er deutlich signalisierte: Ich esse jetzt, ich brauche die Brust nicht mehr.

Da das Stillen, wie das Wort „Stillbeziehung“ ja so schön aufgreift, ein Miteinander und keine Einbahnstraße ist, reagierte ich natürlich auf seine Signale und legte meine Vorstellung einer perfekten Stilldauer – die gefühlt noch lange nicht erreicht war – ad acta.

Als meine Tochter geboren wurde, war mir sofort klar, dass sich da etwas anderes anbahnte und ich sollte nicht eines Besseren belehrt werden. Sie stillte 2 Jahre und 8 Monate, ehe sie von einem Tag auf den anderen beschloss, dass sie keine Brust mehr brauche und sich das Thema dann – in beiderseitigem Einvernehmen – erledigte.

Sie brauchte die Brust nicht nur zum Trinken (sie stillte 11 Monate voll, ohne auch nur einen Biss anderer Nahrung haben zu wollen), sondern zu jedem erdenklichen Zeitpunkt wenn etwas Neues, Aufregendes, Beängstigendes oder Trauriges des Wegs kam. Sie stillte wahnsinnig oft, viel und ausgiebig, hing mir quasi dauerhaft am Rockzipfel und nachts war an längere Schlafphasen kaum zu denken. Teilweise kam sie alle 15 Minuten an die Brust, was stark an meinen Kräften zehrte und ich auch deutlich an Gewicht verlor. Nichts desto trotz überdauerte unsere Stillbeziehung auch die schwierigen und nervenzehrenden Zeiten und ich dachte keine Sekunde darüber nach, sie abzustillen. Naja, nicht wirklich. Das ein ums andere Mal dachte ich schon: „Mensch, wenn der Papa jetzt mal könnte und ich an seiner statt ausgehen oder gemütlich auf der Couch sitzen könnte…“, was aber rasch durch den zarten Hauch einer Berührung meiner Tochter, ihren vertrauensvollen, hilflosen Blick und das Wohlgefühl in ihrer Nähe ausgeblendet war. Der Versuch des Abpumpens und Flaschegebens war schnell zerschlagen, denn es war nicht in erster Linie die Milch, sondern die Nähe, die sie suchte und so verschenkte ich die Flaschen wieder und ließ das Stillen ganz bewusst ein wesentlicher Teil unseres Miteinanders sein.

Bei ihr durfte ich beobachten,

dass ich durch die Nähe und immerwährende Bereitschaft, für sie da zu sein, wenn sie es brauchte, nach dem Abstillen ein weltoffenes, selbstsicheres, vertrauensvolles Mädchen an meiner Seite hatte, die immer zu wissen schien, dass sie sicher ist, dass sie ihren Hafen kennt und dass ihr scheinbar nichts passieren konnte in der Welt da draußen. Ihre Selbstsicherheit und ihr Vertrauen in uns und das Leben hat sie sicher auch zu einem nicht unerheblichen Teil, dieser intensiven und bedingungslosen Stillbeziehung zu verdanken.

Ich wollte immer, dass die Kinder selbst bestimmen können, wann für sie das Stillen keine Rolle mehr spielt und sie sich von der Brust lösen wollten. Die unterschiedlichen Charaktere der Kinder spiegelten sich in ihrem Stillverhalten ganz deutlich wider, was ich nach wie vor sehr spannend finde.

Aktuell stille ich unser drittes Kind mit knapp zweieinhalb Jahren ebenfalls noch und es ist auch kein Ende in Sicht. Er kann zwar, wenn er beim Papa ist, ohne die Brust auskommen und fragt auch nicht danach, aber sobald ich den Raum betrete ist sie das Objekt seiner Begierde und darf es auch sein. Er braucht Stillen immer als Rückversicherung, dass alles in Ordnung und er nicht alleine ist. Gerade in unserer Situation des dauerhaften Reisens ohne den Papa und in Zeiten, die er dann ohne mich bei ihm verbringt, ist Stillen der sichere Hafen, der Anker, die Gewissheit, dass alles für ihn gut ist. Das würde ich ihm nie nehmen wollen – auch, wenn es für mich manchmal bedeutet, dass ich einen Gang zurück schalten, Pausen machen und mich zum Hinsetzen „zwingen“ muss. Manchmal denke ich, dass er ein so intensives Stillkind ist, weil ich gerade in einer turbulenten Entwicklung in meinem Leben stecke und ich so durch ihn daran erinnert werde, innezuhalten, durchzuatmen und mir Zeit zu nehmen.

Auch er wird selbst bestimmen dürfen,

wann für ihn die Zeit des Abstillens gekommen ist und ich bin sehr gespannt, wann das der Fall sein wird, denn er scheint das bedürftigste und anhänglichste Kind der drei zu sein. Wie gesagt, er spiegelt mich und meine Bedürfnisse und signalisiert mir deutlich, wann ich eine Pause brauchen könnte, indem er dann die Brust verlangt.

Es gibt im Übrigen kaum etwas Schöneres, als mit den Kleinen über das Stillen zu reden, in Austausch zu gehen, zu hören, wann sie wollen und warum, was sie über die Brust denken und wie sie über das Stillen sprechen. Mal abgesehen von dem Glänzen in seinen Augen, wenn er sich auf meinem Schoß zurechtkuschelt, ist Stillen für uns immer noch ein Moment totaler Verbundenheit und Nähe, der sich so richtig und liebevoll anfühlt, dass es mir nicht in den Sinn käme, eingreifen und das beenden zu wollen. Warum auch?

Natürlich höre ich auch die Stimmen von außen: „Ist da denn noch was drin?“, „Meinst Du nicht, dass das jetzt mal reicht langsam?“ und frage mich immer wieder, warum es jemanden in irgendeiner Weise interessieren kann, wie lange, intensiv und öffentlich wir stillen? Ich muss es nicht verstehen und versuche es auch gar nicht, sondern genieße einfach, was wir haben und lasse es sein, wie es ist: wunderschön.

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Maida’s Stillgeschichte – Blogparade „Meine Stillgeschichte“

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Unsere Stillzeit dauerte schöne, nervenaufreibende, entspannte, schmerzhafte und liebevolle 15 Monate.

Als ich nach 24 Übungszyklen und der Diagnose „primäre Sterilität“ überraschend schwanger wurde konnten wir es kaum glauben. So begann ich, wie wahrscheinlich jede werdende Mama, mir Gedanken zu den verschiedensten Dingen zu machen. Wo und wie wird mein Baby schlafen, kaufe ich einen Kinderwagen oder doch lieber eine Tragehilfe. Welche Babyschale soll es werden?

Über alles hab ich etwas gelesen und mich informiert. Außer über das Stillen.

Es war für mich so selbstverständlich, dass ich Stillen werde, dass ich daran keine Gedanken verschwendet habe.

Nach einer anstrengenden aber dennoch schönen Geburt konnte ich meine Tochter ziemlich bald das erste Mal anlegen. Die Hebamme im Krankenhaus war sehr einfühlsam und zeigte mir die richtige Technik. Anfangs saugte unser Kälbchen nur ganz kurz und schlief dann erschöpft ein. Dennoch war es genug, sodass sie nichts an Gewicht verlor. Wir durften nach Hause und genossen Stillend und Schlafend das Wochenbett.

Es war der Silvesterabend und meine Tochter würde in 5 Tagen genau 3 Monate jung werden.

Plötzlich fuhr ein grässlicher Schmerz durch meinen unteren Rücken und durch meine Beine. Dank der vielen Hormone, hatte ich die gesamte Schwangerschaft über nichts von meinen rheumatischen Beschwerden gespürt. Und von den noch schlimmeren Schüben blieb ich auch verschont. Bis dahin, als die Hormone anfingen nachzulassen.

Die ersten paar Tage waren nicht sehr schlimm, da mein Mann noch Urlaub hatte und mir helfen konnte. Jeden Morgen wachte ich auf und hoffte keine Schmerzen zu spüren, wurde aber enttäuscht. Üblicherweise dauerten die Schübe bei mir rund eine Woche. Dieser hier zog sich ins endlose und dauerte letztendlich schreckliche 6 Wochen.

6 Wochen in denen ich 5 Minuten brauchte um mich im Bett zu drehen. 6 Wochen in denen ich meine Tochter kaum hochheben konnte um sie auf den Arm zu nehmen. 6 Wochen in denen ich Angst hatte aufs WC zu gehen weil ich vielleicht nicht wieder aufstehen könnte.

Ich weinte damals viel. Meine Tochter nicht. Sie war von Anfang an pflegeleicht gewesen und in diesen Wochen nochmal mehr.

Jeden Tag spielte ich mit dem Gedanken abzustillen damit ich wirksame Medikamente nehmen konnte. Aber ich wollte noch einen Tag durchhalten, und noch einen und noch einen.

Schließlich bin ich auch anderweitig vorbelastet mit Neurodermitis und etlichen Allergien. Und wenn auch nur die kleinste Chance bestand, dass ich das meiner Tochter durchs Stillen ersparen konnte dann wollte ich das tun.

So vergingen die Wochen mit der Höchstmenge Ibuprofen und etlichen Terminen beim Physiotherapeuten und der Schub war überstanden. Ich fühlte mich großartig. War stolz auf mich und stolz auf meine Tochter dass wir das zusammen durchgestanden hatten.

Am Ende haben wir 10 Monate voll gestillt, da meine Tochter bis dahin alles andere verweigerte. Dann innerhalb eines Monats, als wäre es ihr einfach so eingefallen, hatte sie 3 Mahlzeiten ersetzt. Ich versuchte sie vor oder nach dem Essen anzulegen, wurde aber mit Bissen für meine anscheinend doofe Idee bestraft. Aber ich freute mich auch, dass es von ihr aus ging und ich sie nicht zum Essen drängen musste. Somit wurden die Stillmahlzeiten immer weniger und ich genoss sie immer mehr. Mein Baby war nun kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind das nur noch am Busen kuscheln wollte. Mit knapp 15 Monaten stillte sich meine Tochter alleine ab.

Ihrem Busen gibt sie aber noch regelmäßig ein Bussi.

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