Nach dem es bei meinem großen Mädchen so schief lief, wollte ich es dennoch nochmal probieren als ich mit meiner zweiten Maus schwanger wurde. Habe mir zwar fertige Milch ins Regal gestellt doch ich schaute positiv in die Zukunft. Mein Mädchen kam 3 Tage später zur Welt, ohne Kaiserschnitt. Schon allein das war unglaublich für mich. Nach der Geburt fragte mich die Hebamme ob ich sie nicht anlegen möchte – ich drehte mich zur Seite und dockte mein Mädchen an – und sie trank. Wieder dieses wundervolle Gefühl!! Sie stillte fast die ganze Nacht. Ich fand es toll, ich wurde immer nur kurz wach, um sie wieder anzudocken und so waren unsere Nächte sehr entspannt. Im Krankenhaus war eine Frau deren Sohn war 3 Tage, er schrie viel und sie sagte ” ich fang langsam mit einem Rhythmus an, er muss noch 3 Stunden warten..” Wenn mein Baby weinte, legte ich sie an, egal ob es 5 Minuten oder 2 Stunden her war. Auch Zuhause mit Kleinkind und Säugling war das stillen sehr gut zu kombinieren, mein Krümel hatte Verständnis das sie grade einen Moment mal warten muss. Manchmal hab ich 5 Stunden ununterbrochen gestillt, doch es war toll. Heute ist sie 24 Monate und wir stillen immer noch. Sie kommt, wenn sie möchte und nimmt es sich, das ist für mich vollkommen okay. Sie liebt ihre “Titta” und ich liebe es, dass sie glücklich ist. Ich hoffe auf noch viele weitere Monate, in denen ich diese wunderbare Stillbeziehung mit ihr führen darf. P.S. Krümel und mein Mädchen haben sogar schon öfter zusammen gestillt.Es schmeckt der Großen, sagt sie.
Ich teile meine Freude mit euch
Gegen den Strom schwimmen – oder – warum Sturheit manchmal hilft (Stillgeschichte von der Mama zu dem Papa)
Posted on 25. Januar 2017Wir machen alles falsch. Zumindest anders, als die meisten Mitteleuropäer. Das ist anstrengend. Zum Glück war ich immer schon ein Dickkopf.
Unser Sohn, im Moment 9,5 Monate alt, kam im Geburtshaus auf die Welt. Im Krankenhaus hätte ich mich einfach nicht wohl gefühlt. Einen Kinderwagen kennt er nicht. Er wurde immer in Tuch oder Tragehilfe getragen. Schnuller haben wir zwar probiert, aber den wollte er nicht. Gewickelt wird er mit Stoffwindeln. Und natürlich wird er gestillt. Immer noch, kein Ende in Sicht. Beikost mag er gerne, aber bitte keinen Brei. Er will das essen, was die Erwachsenen am Teller haben.
Die Widerstände waren beachtlich. Mein Frauenarzt wollte mir eine Risikoschwangerschaft mit Gestose andichten, als er das Wort Geburtshaus gehört hat. Zum Glück arbeitet meine Hebamme auch im Krankenhaus und die Leute dort fanden, nach genauen Untersuchungen, dass nichts gegen eine Geburt im Geburtshaus spricht.
Der Kleine legte im Geburtshaus eine Terminlandung hin. Die Geburt war anstrengend, aber ok. Das Stillen ging leider nicht ganz so glatt. Ich habe eine große Brust mit flachen Warzen. Das war mit dem kleinen Mund meines Sohnes nicht wirklich kompatibel, also ging es erst einmal nur mit Stillhütchen.
Im ersten Moment war das für mich total in Ordnung. Nach den Aussagen meiner Mutter, dass das Stillen bei ihr ja nicht geklappt hat, wegen zu wenig Milch und bei mir sicher auch nicht gehen würde, da wir uns ja anatomisch sehr ähnlich sind, war es auch so für mich ein voller Erfolg. Ich kann stillen!
Die Ernüchterung kam später: Ganz schlimme Schmerzen beim Stillen, weiße, offene Brustwarzen. Ich probierte herum: Salben, andere Stillhütchen, nichts half so wirklich. Nach 10 Tagen war ich so fertig, dass ich meinen Mann heulend fragte ob er mich für eine schlechte Mutter halten würde, wenn unser Sohn doch ein Flaschenkind wird. Zum Glück habe ich Freundinnen mit Kontakt zu Stillberaterinnen. Am Morgen nach diesem Tiefpunkt rief ich eine Stillberaterin an.
Wir fuhren noch am selben Tag hin und bekamen viele hilfreiche Tipps. Der Kleine war ein Kneifer und sie riet uns zu einer Craniosacral Therapie. Die Therapeutin hat selbst zwei Kinder und bei beiden mit offenen Brustwarzen gekämpft. Von ihr bekam ich auch weitere wertvolle Tipps und von da an ging es bergauf. Die Schmerzen wurden weniger, ich fürchtete mich nicht mehr vor dem nächsten Stillen und konnte die Fütterungen langsam genießen. Insgeheim träumte ich davon die Stillhütchen weg zu lassen, aber der Kleine schrie bei jedem Versuch ganz erbärmlich und konnte mit meinem bloßen Busen nichts anfangen. Ich fand mich damit ab, dass wir die Dinger wohl bis zum Ende der Stillzeit brauchen würden.
Vier Monate und einen Anflug von Soor später hatte ich trotzdem langsam die Nase voll von Stillhütchen. Wir hatten gerade das liegend Stillen gelernt. Im Internet fand ich einen Artikel von Regine Gresens über asymmetrisches Anlegen, der auch bebildert war. Am selben Abend drehte sich mein Sohn mit weit aufgerissenem Mund zu mir her und ich dachte mir: Na gut, probieren wir es wieder mal, diesmal mit der neuen Technik. Es klappte auf Anhieb! Er dockte an und trank als ob er nie etwas anderes getan hätte.
Seither ist Stillen (bis auf wenige Ausnahmen) einfach nur schön. Ohne das Gefummel mit den Hütchen probieren wir neue Stellungen aus und stillen im Liegen, im Tragetuch, im Sitzen, in der Babyschale (beide angeschnallt! Große Brüste können durchaus auch praktisch sein.), in der Badewanne, im Park, im Café, im Restaurant, am Christkindlmarkt… einfach überall. Blöde Kommentare musste ich mir bis jetzt keine anhören. Gelegentliche böse Blicke, aber das meiste Feedback ist positiv. Das hat mich einerseits überrascht, andererseits freut es mich sehr.
Tja, und seit 7. Jänner ist unsere Stillbeziehung wieder anders geworden. Denn auch da sind wir anders als andere Familien. Ich arbeite Vollzeit, mein Mann bleibt zu Hause beim Kind. Zumindest bis der Kleine 3 Jahre alt ist. Vorher wollen wir ihn auf gar keinen Fall in den Kindergarten geben.
Zum Glück hab ich einen sehr verständnisvollen Vorgesetzten. Ich gehe am Vormittag einmal abpumpen, die Milch steht dann am nächsten Tag beim Kleinen am Speiseplan. Mein Mann gibt sie ihm entweder im Glas oder mit einer Sportflasche. Babyflaschen haben wir nach wie vor keine. Zusätzlich gibt es Brot, Obst, Gemüse und was auch immer an Essen im Haus ist. Wenn ich am Nachmittag heim komme, will der Kleine natürlich sofort stillen und tut das dann auch ausgiebig. Für mich ist das eine willkommene Ausrede nach der Arbeit erst mal in Ruhe am Sofa zu sitzen und zu entspannen.
Also auch das geht. Frau kann stillen, Vollzeit arbeiten und einen Hausmann und Vater daheim haben, der sich liebevoll um das Kind kümmert. Die beiden unternehmen viel zusammen. Gehen in Baby-, Still- und Tragegruppen, treffen sich mit befreundeten Müttern und gehen natürlich auch in den Baumarkt. Ein paar ‘typische Männeraktivitäten’ müssen schon auch sein.
Fazit: Wir machen alles anders und bekommen sehr viel positives Feedback dafür. Klar, der erste Tag ohne Baby war hart. Aber es wurde mit jedem Tag besser. Ich muss nicht jede Minute mit ihm verbringen, dafür bin ich in der morgens, abends und am Wochenende für ihn da. Darüber, wie oft er in der Nacht stillen möchte, breiten wir hier mal den Mantel des Schweigens. Jedenfalls mehr wie einmal…
Trotzdem ist es anstrengend gegen den Strom zu schwimmen. Auf meiner Schulter sitzt ein Gnom und flüstert immer wieder: ‘Du solltest bei deinem Baby sein. Echte Mütter gehen nicht arbeiten.’ und ähnliche Klischees. Da ist es wichtig, einen Partner zu haben, der total dahinter steht und einen immer wieder bestärkt und die Entscheidungen mit trägt. Wenn ich dann sehe, wie begeistert unser Sohn mit seinem Papa spielt, Aufmerksamkeit vom Papa einfordert und trotzdem auch ein Mutti-Kind ist, dann bin ich beruhigt und freu mich dran, denn unser Weg ist für uns genau der Richtige.
“Gebt nicht auf und vertraut euch selbst!” (Geschichte von Sandra)
Posted on 25. Januar 2017Mein Sohn kam zwei Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt. Als Notfall wegen vorzeitiger Plazentalösung. Ich hatte Vollnarkose. Als ich aufwachte war er fort. Zunächst wollte mir niemand etwas sagen – wo er ist, ob er lebt, wie es ihm geht. Er war einfach nicht mehr da.
Mein Mann erzählte mir schließlich, dass der Kleine nach Reanimation und Bluttransfusion in die Kinderklinik gebracht worden war. Er lag dort auf der Intensivstation in einem Brutkasten, der jedoch nicht gewärmt, sondern gekühlt wurde – eine Methode, die verhindern soll, dass Babys mit akuter Sauerstoffunterversorgung große Hirnschäden davontragen. Zwei Wochen sollte er dort bleiben. Weit weg von mir, in einem anderen Gebäude.
Ich konnte ihn tagelang nicht sehen, da ich selbst noch nicht fit genug gewesen wäre, ihn dort zu besuchen. Aber ich war fest entschlossen, dass das mit dem Stillen klappen soll. Also habe ich immer abgepumpt. Tagelang kam überhaupt nichts. Da die Pumpe falsch eingestellt war (was ich nicht wusste, weil man mir ihre Funktion nicht hinreichend erklärt hatte), hatte ich schon am ersten Tag eine blutende Brustwarze, die andere schmerzte sehr.
Als ich meinen kleinen Sohn dann zum ersten Mal sehen durfte, ragten Schläuche aus seiner Nase – Magensonde und Tubus für die Atmung. An normales Stillen war nicht zu denken! Aber die wenigen Tröpfchen Milch, die mittlerweile beim Pumpen kamen, brachte ich ihm immer mit und er hat sie auch immer bekommen (über die Sonde).
Schließlich war die Kühltherapie zuende und er wurde wieder auf Normaltemperatur erwärmt. Jetzt konnten wir vorsichtig anfangen, ihn zu füttern. Allerdings vorerst nur mit Flasche. Bis ich dann irgendwann darauf bestand, ihn „richtig“ stillen zu wollen. Natürlich hat das nicht gleich geklappt. Ich brauchte Stillhütchen, damit der Kleine die Brustwarze erfassen konnte – und auch, um die wunden Brustwarzen zu schonen. Dankend kann ich sagen, dass das Klinikpersonal mich immer sehr unterstützt und mir Mut gemacht hat!
Als wir ihn dann endlich mit nach Hause nehmen konnten, klappte das Stillen mit Stillhütchen schon ganz passabel. Es war natürlich nicht immer ganz einfach, aber wir kamen zurecht.
Als meine Hebamme mir dann dazu riet, zuzufüttern, brach für mich eine kleine Welt zusammen! All die Mühe umsonst? Bekommt er nicht genug Milch?
Aber ich weigerte mich und bestand darauf, dass wir das auch so schaffen würden. Zum Glück! Der Kinderarzt bestärkte mich in meinem Vorhaben – mein Sohn bekam ganz und gar nicht zuwenig Milch – er war im Gegenteil sogar recht pummelig und gedieh sehr gut!
Irgendwann konnten wir sogar das Stillhütchen weglassen. Einfach so. Ich war sehr stolz auf uns!
Mittlerweile ist das Stillen eine schöne Routine geworden. Ich genieße es sehr. Und er auch. Denke ich. Sonst würde er wohl kaum so gerne dabei friedlich und zufrieden einschlafen, oder?
Auf den Tag genau sind heute fünf Monate vergangen, seitdem der Kleine per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblicken durfte. Ich stille ihn immernoch voll. Ich bin wirklich froh, dass es – trotz der widrigen Umstände – bei uns so gut geklappt hat. Ich hoffe, dass unsere Geschichte vielleicht dem ein oder anderen etwas Mut machen kann. Gebt nicht auf und vertraut euch selbst!
“Geben Sie doch ne Flasche – Nein!” (Geschichte von Stephanie, Lina & Yuna)
Posted on 25. Januar 2017Also gut. Meine Stillgeschichten:
Ich war bei Kind Nummer 1 20Jahre alt. Druck von überall. Von mir selber. Ich wollte es perfekt machen. Natürlich stillen!!
Nachdem dann die Geburt schon echt schlecht lief und im schnitt endete war mein toller Plan irgendwie schon angefressen.
Ja ich stillte, hatte nicht mal Flaschen oder Pulver zu Haus. Aber irgendwie war ich nicht in mir ruhend. Ich meine, ich war so jung, alleine, ohne Partner. Ich hatte durchgehend das Gefühl beobachtet zu werden. Wie machen das andere? Was denken andere. Es machte mich so wahnsinnig. In den ersten Monaten mit meiner Großen hatte ich auch kein Internet, sprich Informationen kamen von der Familie, die das alles etwa vor 15 bis 20 Jahren durch hatten. So bekam mein Mädchen mit 3 Monaten Brei. Klappte aber nicht (Nein wie seltsam) und dann mit 4 Monaten Brot.
Da stillte ich schon nur noch nachts. Ich stillte Lina nachts sehr lange.
Dann erwartete ich mein 2. Kind. In der Schwangerschaft hatte ich oft überlegt erst gar nicht zu stillen. Aus Angst vor dieser Nervosität. Tja Naja. Natürlich kam es wie es kommen musste. Beckenendlage erneut Kaiserschnitt. Leider schon bei 36+0 weil die alte Naht an der Gebärmutter zu reißen drohte.
Und dann lag sie da. Dieses süße Mädchen. Fast 3,5 Kilo obwohl sie so früh war. Mir ging es schlecht. Ich hatte viel Blut verloren. Aber da war dieses unglaubliche Bedürfnis mein kind zu stillen. Sämtliche Zweifel geschweige denn das Vorhaben nicht zu stillen waren weg.
Ich war höchst motiviert. Wusste ich ja was ich nicht tun sollte!
Aber Yuna wollte nicht so. Geben Sie doch ne Flasche – Nein!
An Tag 2 abends dann rief ich ne Schwester. 5 Leute standen zuvor um mich herum. Hier drücken. Da drücken. Ich schrie! Bringt mir jetzt eine Flasche,und sofort ne Milchpumpe!!
So machen wir das hier nicht.
ABER ICH!
Also beruhigte ich mein Baby mit einer Flasche. Und pumpte! Am nächsten Morgen kam das Kind brav an die Brust und von da an lief es. Gut. Jeden Abend gab es eine Flasche. Genau eine! Leider folgten Milchstau, schwindende Milch und alles. Mittlerweile ist Yuna bald 5 Monate. Ich stille noch und lasse Yuna wählen.
Ich würde immer wieder stillen!
“…es kam nichts mehr aus der Brust mit den Blasen auf der Brustwarze und ich hatte 39 Grad Fieber!” (Geschichte von Anne und Alena)
Posted on 25. Januar 2017Am 24.07.2013 kam meine Tochter zur Welt. Ich bekam sie sofort und durfte sie anlegen, alles klappte super, trotz sehr großer Brust und flachen Brustwarzen. Ich wollte unbedingt stillen und meine Hebamme war sicher dass es klappt da ich am Ende der Schwangerschaft schon immer reichlich Kolostrum hatte. Die Kleine schlief sehr viel und ich legte sie alle paar Stunden an. Alles schien gut zu laufen. Am 2. Tag bekam ich sie schon schwerer an die Brust, die Brust war etwas härter und praller und meine kleine hatte Probleme sie richtig zufassen. Ich ging ins Stillzimmer und eine Krankenschwester half mir, es klappte wieder gut. Am nächsten Tag bekam ich sie garnicht mehr an die Brust. Sie schrie und schrie, ich klingelte nach einer Schwester aber sie kamen jedes mal nur rein und trugen sie rum dann gaben sie sie mir wieder. Ich bekam sie aber nicht an die pralle Brust. Ich hatte an einer Brustwarze einen blauen Fleck und an der anderen bereits Blasen, als die stillberaterin das sah beschloss sie ich solle abpumpen. Das war bald schmerzhafter als das anlegen aber es klappte ja leider nicht. Ich war völlig fertig, das Kind schrie nur, ich hatte Schmerzen…. Man kam sich unendlich hilflos vor, noch dazu wollten wir sie auch nicht saugverwirren und fütterten nur mit dem Becher, was ich überhaupt nicht hinbekam. Also musste ich nach 2 Stunden wieder ins Stillzimmer, wo eine andere Schwester war die uns und meine Probleme noch nicht kannte. Ich fragte ob sie mein Baby mit dem Becher füttern kann während ich abpumpe und sie sagte ” Zuhause geben sie eh die Flasche… Dann mache ich einen Sauger rauf….” das wäre unter Umständen der erste Schritt zum abstillen gewesen… Und das in einem stillfreundlichen Krankenhaus! Ich sagte dass ich Zuhause nur mit dem Calma Sauger Füttern werde und sie jetzt bitte mit dem Becher füttern soll… Dann durfte ich ein paar Stunden später endlich nachhause. Ich war unendlich froh weil ich alle paar Minuten geweint habe und es mir vor den, zum Teil, sehr unfreundlichen Schwestern sehr unangenehm war. Ich dachte immer nur ” wie denken die wohl über mich? Ich komme ja garnicht mit meinem Baby klar…”. Noch im Auto habe ich meine Hebamme angerufen und sie machte sich auf den Weg zu mir, kurz nachdem wir Zuhause angekommen waren klingelte es, meine Milchpumpe kam. Das Krankenhaus hatte es so organisiert. Nun begann ein Albtraum… Meine Tochter verschlang pro Mahlzeit 80-100 ml! Also war ich nur mit, schmerzhaftem, Pumpen beschäftigt und mein Freund nur mit Füttern, abwaschen, abkochen usw. Ich habe probiert immer wenigstens eine Portion auf Vorrat zu haben aber es war wirklich schwierig, hinzukamen die Schmerzen an den Brustwarzen und der Milcheinschuss und es waren sicher 37 Grad (leider auch in unserer Wohnung). Ich war am Ende aber meine Hebamme machte mir Mut. Wir haben auch Stillhütchen besorgt, in der Hoffnung sie bald benutzen zu können anstatt zu Pumpen. Am Freitag wurde ich entlassen und in der Nacht von Samstag zu Sonntag ging es mir von einer Minute auf die andere schlecht… Nun der Schock: es kam nichts mehr aus der Brust mit den Blasen auf der Brustwarze und ich hatte 39 Grad Fieber! Sehr früh rief ich meine Hebamme völlig verzweifelt an und sie kam sofort vorbei, für mich war nun klar : ich werde abstillen! Meine Hebamme aber riet mir ab, ich schaffe das sagte sie und sie Milch muss aus der Brust! Also probierten wir es nochmal mit Pumpen und ausstreichen… Es half nichts. Wir legten die kleine mit stillhütchen an und es klappte! Ich schrie und weinte… Aber es klappte!!! Und zwar nicht schmerzhafter als beim abpumpen. Ich entschied mich die Pumpe stehen zu lassen und lieber mit Stillhütchen zu stillen. Soweit so gut, leider verheilte meine eine Brustwarze nicht und ich bekam jede Woche wieder Fieber. Meine Hebamme machte einen abstrich und es stellte sich heraus dass ich den typischen Brustentzündungskeim hatte. Meine Frauenärztin war leider im Urlaub und ihre Vertretung wollte mir kein Antibiotikum verschreiben. Ich bekam die Woche darauf wieder Fieber und ging zu meiner Frauenärztin , nach einem Ultraschall und einer Blutuntersuchung gab sie mir ein Antibiotikum. Außerdem musste ich alle paar Tage wieder zur Blutabnahme und bekam insgesamt 2 Wochen Antibiotikum. Aber danach bekam ich kein Fieber mehr! Ich war glücklich! Es klappte gut, wenn auch mit stillhütchen. Ich traute mich nie sie wegzulassen, aus Angst vor Wunden brustwarzen, aber meine Tochter wollte mit 11 Wochen plötzlich keine mehr, also legte ich sie ohne an und seitdem ist alles wunderbar. Die Brustwarzen waren nicht mehr wund , ich hatte keinen Milchstau mehr… Nichts! Meine Tochter ist 6 Monate alt und wir stillen absolut glücklich immernoch voll. Sie gedeiht prächtig, bei der geburt wog sie 3800g und war 55 cm lang und mit 5 Monaten wog sie ca. 10 kg und war 67 cm.
“… einfach nur dankbar, dass ich ihm so viel Wertvolles geben konnte.”. (Stillgeschichte von Katharina und Benni)
Posted on 25. Januar 2017Mein zweites Kind kam 10 Tage vor dem errechneten Termin, nachts um 4:40Uhr auf die Welt. Nach einiger Kuschelzeit half mir die Hebamme ihn anzulegen. Es war nun 6 Uhr und die Hebammen hatten Schichtwechsel und waren dementsprechend beschäftigt. Benjamin saugte nur kurz an der Brust und dockte nach ca. einer Minute ab. Ich hatte ein Glöckchen mit dem ich die Hebamme rief. Sie kam, half mir und kaum war sie aus dem Zimmer hatte Benni sich wieder abgedockt. Ich läutete noch einmal und es wiederholte sich. Danach dachte ich: Egal, wir haben ja alle Zeit der Welt zum Stillen. Im Nachhinein denke ich anders über die Situation.
Das Abdocken und nicht richtig trinken begleitete uns durch die 2 Tage die wir im Krankenhaus lagen. Mehrere Laktationsberaterinnen standen uns zur Seite, doch Benjamin bekam die Brustwarze nicht richtig zu fassen und trank entsprechend schlecht.
Meine Nachsorgehebamme bemühte sich ebenfalls, dass Benni gut angelegt wird, aber er nickte an der Brust ständig weg. Es schien als sei es ihm zu anstrengend an der Brust zu trinken. Ich stillte ihn, wann immer er unruhig wurde und quengelte – meist stündlich für 5 bis 10 Minuten. Viel Milch saugte er aber nicht, denn nach 10 Tagen war er immer noch 300g vom Geburtsgewicht entfernt. Da er auch die folgenden Tage nicht zunahm, obwohl er mir fast ununterbrochen an der Brust hing (ich hatte einen Milchstau mit hohem Fieber), riet die Hebamme mir zum zufüttern und parallel abpumpen. Gegen das Abpumen habe ich mich zu dem Zeitpunkt aber gesträubt (wegen schlechter Erfahrungen bei meiner Großen).
Nun stillte ich ihn also erst 2 mal 10 Minuten jede Seite und gab ihm dann ein Fläschchen. Endlich nahm er zu. Die Tendenz war aber eindeutig. Muttermilch bekam er so gut wie keine aus der Brust, dafür bekam er mehr und mehr Pre. Und was mir sehr in Erinnerung geblieben ist aus dieser Zeit, er pupste permanent und unsere ganze Wohnung roch unangenehm Weil ich auf keinen Fall wollte, dass er nur durch Pre ernährt wird, entschied ich mich doch noch für die elektrische Milchpumpe.
Nun stillte ich, gab noch etwas Pre, pumpte danach ab und fütterte ihm die abgepumpte Milch. Ein tagesfüllendes Programm. Meine Hoffnung war, dass er mit zunehmendem Gewicht und „mehr Kraft“ auch lernen würde, ordentlich an der Brust zu trinken. Parallel hatten wir mehrere Termine bei einer Osteopathin. Sein Kiefergelenk saß anscheinend nicht richtig in der Pfanne. Hinsichtlich des Stillens konnte ich aber keine Veränderung oder Verbesserung feststellen, nachdem das behoben wurde.
Nach etwa einer Woche hatte ich soviel Milch, dass wir auf die Pre wieder verzichten konnten. Nun begann mein Abpumpmarathon.
Zwischen diesem Zeitpunkt und dem Abstillen 16 Monate später liegen ca 1920 Mal abpumpen, 57.600 Minuten (960 Stunden) Pumpzeit und etwa 422.400 ml abgepumpte Muttermilch. Zahlen die ich selbst kaum begreifen kann…
Ich habe durchgehalten, Tag und Nacht gepumpt. Ziemlich schnell hat sich ein Rhythmus von 4 mal abpumpen innerhalb von 24 Stunden eingestellt. Ich pumpte eine Menge von 180ml bis 260ml.
Das Pumpen hat unser Leben bestimmt. Ich habe nicht überall gestillt, aber fast überall gepumpt Im Auto, im Zoo, in Freizeitparks, im Flugzeug, im Hotel, bei Freunden Zuhause usw.
Benjamin wuchs und gedieh prima unter der Milch.
Mit 5 Monaten hatten wir unsere erste große (Abpump-)Krise. Ich kam einfach nicht hinter her mit dem pumpen. Die abgepumpte Milch hatte er ruckzuck getrunken und ich musste bereits nach 3 Stunden wieder pumpen, wobei da nur wenig Milch floss. Das alles hat großen psychischen Druck bei mir verursacht. Ich rief meine Hebamme an um bat um Rat. Sie meinte nur, was spricht gegen den Beikoststart und ich dachte nur „Mein Gefühl, dass Benni noch nicht soweit ist.“ Aber in meiner Verzweiflung griff ich auch nach diesem Strohhalm und bat ihm Möhrenbrei an. Den wollte er aber nicht. Er hatte Null Interesse an Essen.
Premilch hatte ich auch angeboten – mein Mann fuhr spät Abends extra ins Krankenhaus um welche zu besorgen, da wir keine Muttermilch mehr hatten und Benni noch Hunger hatte. Aber da wollte er nichts mehr von Ersatzmilch wissen. Wir hatten am nächsten Tag noch eine andere Marke Premilch gekauft, aber er erkannte schon am Geruch der Flasche, dass es ihm nicht schmecken würde und lehnte sie ab. Irgendwie macht es einen ja „stolz“, aber zu dem Zeitpunkt wäre es eine große Erleichterung und psychische wie physische Entlastung gewesen.
Ich tat alles um meine Milchmenge zu steigern, und nach 3 Tagen hatte es sich wieder eingependelt. Ich pumpte nun wieder die Menge, die Benni brauchte.
Solche Krisen begleiteten uns immer mal wieder. Ich nehme an, immer wenn er einen Wachstumsschub hatte. Es war deutlich schwieriger die Milchmenge mit der Pumpe anzupassen, als wenn man einfach nur nach Bedarf anlegen kann.
Manchmal floss die Milch wie von alleine und ich pumpte Spitzenmengen von 280ml. Oft kämpfte ich um jeden Tropfen. Jetzt, wo ich das niederschreibe, kämpfe ich mit den Tränen, weil es mich soviel Kraft gekostet hat. Oft habe ich mit schlafendem Kind auf dem Rücken abgepumpt und nebenbei meiner Tochter eine Geschichte vorgelesen. Nachts musste ich aufstehen, obwohl mein „Schlechter-Schläfer“ gerade schlief; und wenn nicht, musste ich das pumpen unterbrechen und danach wieder „von vorne anfangen“. Oft lag Benni nach 10 Minuten weinend neben mir auf der Couch oder in der Krabbelbox und fing an zu meckern und weinen und verstand nicht, warum ich ihn nicht nehme, obwohl ich doch da bin. Er ließ sich mit Worten nicht beruhigen. Oft musste ich meiner Tochter sagen, wir gehen raus, wenn ich fertig gepumpt habe, ich mach dir was zu essen, wenn ich fertig bin usw.
Die letzte Amtshandlung des Tages – pumpen.
Irgendwann kam die Zeit wo es meinem Mann begann auf den Keks zu gehen, wenn ich sagte „Ich muss aber noch pumpen“ oder „Wie machen wir es mit dem pumpen?“. Er hat mich weitestgehend unterstützt, aber irgendwann war er davon angenervt.
Nach ca 8 Monaten kam ein weiteres Problem dazu. Ich musste alle 4 Wochen ein Rezept vom Frauenarzt für die elektrische Milchpumpe besorgen. Die Sprechstundenhilfe fragte jedes Mal mit was für einer Begründung sie mir das Rezept ausstellen soll. Die Damen in der Apotheke sagten, sie müssen das erst bei der Krankenkasse genehmigen lassen und normaaaalerweise würde eine Milchpumpe nach so langer Zeit nicht mehr genehmigt werden. Irgendwann kam dann ein Anruf von der Apotheke der Antrag sei abgelehnt worden. Ich setzte mich also mit meiner Krankenkasse in Verbindung, die mir aber versicherte, dass sie den Antrag genehmigt hätten. Das ganze wiederholte sich noch 2mal und bereitete mir zusätzlichen Stress, denn mein Kind nahm auch mit 12 Monaten noch nichts anderes zu sich als Muttermilch. Das kam wiederum der Kinderärztin komisch vor. Grund genug uns in einer Kinderpädiatrie vorzustellen. Benjamin hatte Probleme mit dem Schlucken von Lebensmitteln. Er erwürgte alles. Organische Ursachen wurden hierfür nicht gefunden, aber ich schließe einen Zusammenhang zum nicht-ordentlich-an-der-Brust-trinken nicht aus.
Ich sollte dann peau a peau die Milchmenge reduzieren. Als Benjamin 14 Monate alt war reduzierte ich auf 3 mal abpumpen und Benjamin aß mini, mini, mini Mengen Essen. Mit 15 Monaten reduzierte ich auf 2 mal pumpen. Ich hatte inzwischen eine wunde Brustwarze. Ein Riss machte mir besonders zu schaffen. Er wuchs zwischen dem Abpumpen zu und riss jedes Mal wieder auf, wenn ich pumpen musste. Das war mit furchtbaren Schmerzen verbunden. Meine Brustwarzen hatten endgültig genug. Der Riss ging inzwischen die halbe Brustwarze entlang. Ich wendete mich an eine Stillberaterin, die mir zu Mother mates riet. Die Wunden konnten aber nicht schnell genug verheilen, die Saugkraft der Pumpe war zu stark. Zu der Zeit kam oft Blut in die Milch, die Benni dann nicht trinken wollte. Es war meine „gute“ Brust, die etwa doppelt soviel Milch produzierte wie die andere. Ich hatte inzwischen riesige Angst vor dem Pumpen und den damit verbundenen Schmerzen. Es bildeten sich nach ca. 3 Wochen noch mehr Risse auf der rechten Seite und einer auf der Linken. Ich war am Ende. Nun kontaktierte ich die Stillberaterin und bat um Hilfe zum Abstillen. So nahm ich eine Woche lang Phytolacca und trank Salbeitee und pumpte nur eine kleine Menge. Beim letzten Mal Muttermilch füttern saß ich weinend da, ich bat meinen Sohn mir nicht böse zu sein, dass es nun keine Milch mehr geben würde. In mir war soviel Traurigkeit und Angst. Ich würde ihm nun nichts mehr Gutes geben können. Mein Sohn, inzwischen 16 Monate alt, aß zu der Zeit immer noch nichts außer Joghurt und zerquetschte Banane.
Nach 3 Tagen nicht pumpen ging es mir sehr schlecht und ich bekam Fieber. Es hatte sich ein Milchstau gebildet. Einen Tag vorm Urlaub bekam ich ein Antibiotikum verschrieben und es ging mir schnell besser. Die nächsten 3 Wochen waren wir im Urlaub und ich war gut abgelenkt. Zuhause angekommen hatte ich 2 Nachrichten von der Stillberaterin auf dem Band. Sie machte sich Sorgen um mich und bat mich um einen Rückruf. Das Gespräch mit ihr war sehr, sehr wichtig für mich. Denn ich erzählte ihr meine ganze Geschichte und als es ums Abstillen ging, fing ich an zu zittern und merkte, dass ich es noch gar nicht verarbeitet hatte.
Inzwischen sind fast 6 Monate vergangen und ich habe mich damit angefunden, dass es so abrupt endete. Ich denke mit gemischten Gefühlen an die Zeit zurück, bin aber alles in allem einfach nur dankbar, dass ich ihm so viel Wertvolles geben konnte.
“Der “leichte Ansaugschmerz”, von dem ich gelesen hatte, fühlte sich in etwa so an, als würde jemand meine Brustwarzen tackern.”(Geschichte von Nora Imlau)
Posted on 25. Januar 2017Dass ich meine Tochter stillen würde, war für mich von Anfang an klar. “Ist doch die natürlichste Sache der Welt”, sagte ich. Von Stillproblemen hatte ich zwar mal gehört, war mir aber sicher, dass sie mich nicht betreffen würden. Schließlich war ich bestens vorbereitet: Ich hatte eine stillfreundliche Hebamme im Rücken, wusste, dass in Sachen Muttermilch die Nachfrage das Angebot regelt, und hatte mir bereits die Grundausstattung aller Stillmütter angeschafft: auf- und zuknöpfbare Riesen-BH’s, Stilleinlagen aus Wolle-Seide, außerdem Fenchel-Anis-Kümmel-Tee und ein riesiges, mondförmiges Stillkissen. Was sollte da noch schiefgehen? Dann kam Linnea auf die Welt und obwohl sie gleich nach der Geburt brav mit nach außen gestülpten Lippen an meiner Brust trank, fand ich das Stillen erst einmal ziemlich scheußlich. Der “leichte Ansaugschmerz”, von dem ich gelesen hatte, fühlte sich in etwa so an, als würde jemand meine Brustwarzen tackern. Mehr als einmal kontrollierte ich, ob meine Kleine vielleicht doch schon Zähne hatte, mit denen sie mich heimlich biss. Sie hatte keine. Weh tat das Stillen trotzdem. Ich versuchte nach bestem Wissen und Gewissen, all die Stillregeln zu befolgen, die mir meine Hebamme an die Hand gegeben hatte. Und trotzdem blieb das Stillen in den ersten Wochen eine hektische Angelegenheit, die mir vor allem Schmerzen und wunde Brustwarzen bescherte.
Stillen will gelernt sein
Nach ein paar Wochen kam meine Mutter zu Besuch. Und staunte, was für einen Aufwand ich betrieb, bevor ich mein Baby an die Brust legte. “Was soll denn dieses Riesenkissen?”, fragte sie. Und: “Warum legst du der Kleinen die Brustwarze in den Mund? Lass sie das doch machen – sie kann das allein!” “Kann sie nicht”, sagte ich. Meine Mutter bestand darauf, dass ich es ausprobierte.
Also: Back to Basics. Einfacher Wiegegriff. Ich setzte mich aufs Sofa und machte es mir bequem. Zum ersten Mal ohne Stillkissen und Maßarbeit. Linnea lag in meinem Arm, das Köpfchen in der Ellenbeuge und schaute mich erwartungsvoll an. Ich zog sie an mich heran und sie trank. Ohne Stützen, ohne Hilfsmittel. Weh tat es immer noch. Aber zum ersten Mal seit der Geburt hatte ich das Gefühl: Hey, ich kann stillen. Von da an konnte ich Linnea immer sofort anlegen, wenn sie Hunger hatte. Und ganz langsam wurden die Schmerzen weniger, bis sie irgendwann ganz weg waren. Und seitdem war das Stillen einfach nur schön.
Noras Stillgeschichte ist ein Auszug aus ihrem Buch „Das Geheimnis zufriedener Babys“ aus dem Kapitel “Mamas gute Milch”. Hier findet ihr meine Rezension ihres Buches.
Du möchtest deine Stillgeschichte auch erzählen und damit anderen Mamas helfen, durchzuhalten oder sich aufs Stillen vorzubereiten? Schreib mir einfach eine e-Mail (Button oben rechts, Apfel mit Briefumschlag), ich freue mich über jede Geschichte!
“Da sie einige Startschwierigkeiten hatte, kam sie sofort auf die Frühchenintensivstation.” (Stillgeschichte von Lea Marie)
Posted on 25. Januar 2017Meine große Tochter kam im Juli 2012 in der 36. Ssw zur Welt. Sie war Gott sei Dank komplett gesund, bis auf ihre Trinkschwäche. Für mich war eigentlich immer klar, dass ich stillen werde, wenn ich jemals Kinder habe. Das Stillen meiner großen hat dann aber gar nicht funktioniert. Sie hatte keine Kraft von der Brust zu saugen, also gaben ihr die Schwestern die Flasche. Die Ärzte haben dann auch versucht das Zungenbändchen zu durchtrennen, weil es angeblich an dem lag und von den Schwestern bekamen wir Stillhütchen, aber nichts half. Ich glaube, dass dies auch meine postpartalen Depressionen gefördert hat. Ich wusste ich sollte glücklich sein, immerhin hatte ich ein bezauberndes Engelchen zur Welt gebracht, und trotzdem musste ich den ganzen Tag weinen. Ich hab in der Zeit im KH auch immer mehr eine Abneigung gegen das Stillen entwickelt, da die Schwestern die kleine so brutal gegen meine Brust pressten, dass sie weinen musste und ich die Schwester am liebsten erschlagen hätte. Nach 5 Tagen wurden wir entlassen, fuhren aber immer wieder auf die Stillambulanz. Nachdem das aber alles nichts brachte beschlossen wir gemeinsam, dass ich abpumpe und meine Prinzessin die abgepumpte Muttermilch bekommt. Nach drei Monaten musste ich jedoch aufhören, da ich köperlich und psychisch total am Ende war.
Dann kam die große Überraschung. Als unsere Große 4 Monate war erfuhr ich bei einem Frauenarzttermin, dass ich wieder schwanger sei, dabei hatte ich doch die Stillpille. Im ersten Moment war ich total überfordert, da es mir psychisch noch immer sehr schlecht ging. Die Schwangerschaft war dann alles andere als einfach, 25. Wochen waren geprägt von Krankenhausaufenthalten, Erbrechen und Infusionen. Unsere zweite Prinzessin kam dann ganz überraschend in der 34. Ssw zur Welt. Da sie einige Startschwierigkeiten hatte, kam sie sofort auf die Frühchenintensivstation. Das erste Mal gesehen habe ich meine Tochter erst über 12 Stunden nach der Geburt. Gott sei Dank hatte sich unser zweiter Engel schon so weit erfangen, dass ich sie auf den Arm nehmen konnte und auch anlegen durfte. Zu meiner riesen Überraschung und auch zur Verblüffung sämtlicher Schwestern und der Ärzte begann sie sofort kräftig von der Brust zu saugen. Daher kam ich nun jeden Tag auf die Station um sie anzulegen, den Rest der abgepumten Muttermilch bekam sie über ihre Magensonde und das Flascherl. Als wir dann auf die normale Station verlegt wurden wollte sie auf einmal nicht mehr saugen. Da ich das Spiel ja schon kannte, hab ich halt wieder abgepumpt und ihr die Muttermilch übers Flascherl gegeben. Da ich viel zu viel Milch hatte, hab ich den Rest gespendet.
Als wir dann entlassen wurden, hatte ich für mich beschlossen zu Hause wieder langsam das Stillen zu versuchen. Also hab ich die kleine Maus anfangs einmal täglich angelegt statt abzupumpen und das immer häufiger so gemacht. Duch die Doppelbelastung hatte ich jedoch sehr schnell sehr wunde, offene Brustwarzen, was mit starken Schmerzen verbunden war. Da zu dem Zeitpunkt eine Stillmahlzeit auch eine gute Stunde und länger dauerte und Mäuschen alle zwei Stunden kam, war ich kurz vorm Aufgeben. Ich hatte auch das Gefühl meine Große zu vernachlässigen, da die kleine ja ununterbrochen am Busen hing. Aber mit dem guten Zuspruch und der Hilfe meiner Mutter, die selbst alle vier ihrer Kinder gestillt hat, hab ich diese Zeit überbrückt. Ins KH zur Stillambulanz wollte ich nicht mehr, da ich das noch bildlich vor Augen hatte, wie sie meine Große so brutal gegen meine Brust gepresst hatten.
Der erste Ausflug ganz ohne Fläschchen als Sicherheit war ein riesen Ereignis für mich (ich glaub Mäuschen war da schon kanpp 3 Monate). Wir waren im Tiergarten und anfangs traute ich mich nicht in der Öffentlichkeit zu stillen. Ich habs mit einer Decke drüber versucht, was meine Maus mit lautem Schreien kommentiert hat. Also hab ich mich überwunden und wir haben das erste Mal in der Öffentlichkeit gestillt.
Obwohl das Stillen nun endlich funktionierte, fragte ich mich noch immer was dieses tolle Stillgefühl sein sollte, von dem jeder schwärmt. Ich hab zu dem Zeitpunkt einfach gestillt, weil ich meiner Maus die beste Nahrung geben wollte, gerade weil sie eben zu früh war und ihr Immunsystem eh nicht so gut ist.
Dann als Mäuschen ca 4 Monate alt war, lernte ich endlich dieses tolle Gefühl kennen. Ja, ab diesem Zeitpunkt hatte das Stillen einen richtigen Suchtfaktor und ich war sooo froh, dass wir all die Startschwierigkeiten gemeistert hatten und mit viel Geduld nun voll stillen.
Nun ist meine kleine Prinzessin fast 5 Monate und wir stillen immer und überall, je nach ihrem Bedarf eben. Wir sind überglücklich damit und ich bin echt stolz auf uns, dass wir diese Aufgabe geschafft haben. Ich finde das Stillen auch super pratkisch, gegenüber dem Fläschchen, und ich hab ja den Vergleich, da man einfach viel weniger mitbraucht, wenn man unterwegs ist, die Nahrung immer perfekt temperiert ist und nachts kann ich einfach gemütlich weiterschlafen, während die süße Maus an meiner Brust trinkt.
“6 Wochen nach der Geburt ging auch die letzte Wunde zu und ich stillte das erste Mal schmerzfrei, ich weinte dabei.” (Geschichte von maedchenspricht)
Posted on 17. Januar 2017
Gegen Ende meiner Schwangerschaft hatte ich immer ein Bild vor Augen. Den Moment, wenn das Baby nach der Geburt nach der Brust sucht und anfängt zu trinken. Darauf freute ich mich so sehr. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Unsere Tochter kam als unser erstes Kind diesen August im heimischen Schlafzimmer zur Welt und als sie danach auf meiner Brust lag begann sie zu schmatzen und zu suchen. Mit Hilfe der Hebamme legte ich sie an und sie zog. Ich bin immer noch ganz baff, was für einen Zug so ein Würmchen haben kann… Autsch!!!
3 Tage später hatte ich den Milcheinschuss und es ging mir nicht gut damit. Ich hatte über 39 Grad Fieber und meine Brustwarzen waren längst wund und offen. Mein kleines Baby hat ständig Blut wieder mit ausgespuckt. Alles nicht schlimm sagten die Hebammen, das Fieber ging weg und das Stillen tat weiterhin furchtbar weh, aber welche Frau hat zu Beginn keine wunden Brustwarzen? In der nächsten Woche bekam ich eine Brustentzündung. Es waren Bakterien durch die offenen Wunden in die Brust gelangt und meine Brüste wurden feuerrot. Das hat so weh getan und ich bekam wieder Fieber. Nach jeder kurzen Schlafphase wurde es mehr. Schüttelfrost, Kopf- und Glieder-Schmerzen und null Appetit. Das alles mal abgesehen von Wochenbett und Geburtsverletzungen. Der Babyblues überrannte mich in diesem Zustand. Nachdem nichts von den homöopathischen Mitteln der Hebamme half, ging es zum Arzt und ich nahm 6 Tage Penecellin, stillverträglich natürlich. Es wurde besser und meine Brust fing an sich zu schälen, wie nach einem Sonnenbrand. Die ganze Haut war abgestorben. 4 Tage später ging es mir endlich besser und ich hatte erstmals Besuch, den ich genießen konnte, das war wundervoll. Am nächsten Morgen erwachte ich mit 39 Grad Fieber und feuerroter Brust. Ich habe echt alles verflucht und war total am Ende. Diesmal gab es dann 10 Tage Antibiotika. Insgesamt schälten meine Brüste sich 4-5 Mal. Zwischenzeitlich hatte mein Baby Gewicht verloren nachdem sie eigentlich ihr Geburtsgewicht schon wieder hatte. Also hatte ich Angst zu wenig Milch zu haben. Meine Hebamme sagte ich solle etwas zufüttern (stillfreundlich, mit einer Spritze über den kleinen Finger), wenn ich sie nicht anlegen könne (offene Wunden an den Brustwarzen und Sonnenbrand ähnliche Haut und sowas eben). Damit bekamen wir das Gewicht wieder hin.
Im Nachhinein waren die Zufüttermengen minimal und nicht entscheidend für das Gewicht. Die Hebamme wollte das für meine Psyche und deren Entlastung. So wurde Druck aus der Situation herausgenommen. 6 Wochen nach der Geburt ging auch die letzte Wunde zu und ich stillte das erste Mal schmerzfrei, ich weinte dabei. Das tat ich vorher schon so oft, diesmal aber aus purer Glückseligkeit. Hier sollte dann jetzt eigentlich Ende der Geschichte sein ‘und wir stillten glücklich weiter, bis wir es nicht mehr brauchen…’ … Leider bekam ich quasi während ich den ersten Teil unserer Stillgeschichte schrieb von unserem Kinderarzt die Diagnose Gedeihstörung mit der Anordnung nun sofort Pre-Nahrung beizufüttern. Auf mein Bitten, mir eine Waage zu verschreiben, sagte er, das möchte er nicht, weil es mich nur verrückt machen würde. Auch eine Milchpumpe wollte er mir nicht verschreiben, da ich ja dann für jede Mahlzeit sooo viel pumpen müsste und das ginge ja gar nicht. Hier habe ich mich aber durchgesetzt und das Rezept bekommen. Blöderweise wollte unsere Tochter nach dem Stillen weder die Pre Milch noch die Muttermilch. Mein Gefühl sagt mir, dass sie sich satt trinkt und einfach zart ist (wie ihre Eltern auch), aber einfach quer stellen und nicht zufüttern?? So haben wir uns Hilfe bei einer Stillberaterin geholt und füttern erstmal nicht zu. Haben eine Waage in der Apotheke geliehen, wiegen täglich und dokumentieren die Mahlzeiten sowie Ausscheidungen. So wollen wir gemeinsam feststellen, was wirklich Sache ist und wie man das Problem angehen kann. Der Arzttermin ist nun 5 Tage her und mit der Stillberaterin stehen wir seit 3 Tagen in Kontakt. Nach 1 Woche wollte der Arzt uns wieder sehen. Ich bin gespannt wie er auf unsere Eigeninitiative reagiert. Es ist einfach sehr schwer sich gegen einen ‘Fachmann’ durchzusetzen, irgendwie schwingt da immer dieses ‘wenn sie das nicht machen, sind sie eine schlechte Mutter’ mit. Dabei sind einige seiner Aussagen total daneben und null auf fundiertes Wissen zurück zu führen. Ich schreibe hier weiter, wenn es Neues gibt, hoffentlich immer noch voll stillend mit gut gedeihendem Baby. Jetzt sind wieder 2 Wochen vergangen und unsere Tochter gedeiht in meinem Augen völlig unauffällig. Sie ist beim Trinken sehr störanfällig und reagiert auf Unsicherheit meinerseits mit Verweigerung, aber daran kann ich arbeiten. So, weitere 3 Wochen später, das Gedeihthema haben wir mit unserer Stillberaterin abgehakt, die Kleine nimmt schön zu. Die Unruhe an der Brust aber gipfelte einige Tage später in kompletter Verweigerung und ich wusste mir überhaupt nicht mehr zu helfen. Ich vermutete eine Saugverwirrung durch den Schnuller, das passiert wohl nur sehr selten, aber ich wollte es dennoch versuchen. Also haben wir den Schnuller nicht mehr gegeben und ich habe in meiner Verzweiflung versucht, ob sie die Brust mit Hütchen nimmt. Zum Glück funktionierte das. Den Trick musste ich auch nur 3 Mal anwenden, bevor sie wieder an der Brust trank. Nach und nach gewöhnte sie sich daran, mich wieder zur Befriedigung ihres Saugbedürfnisses zu nutzen, so saß ich in den folgenden Tagen die meiste Zeit dauerstillend auf der Couch. Das war aber völlig in Ordnung für mich. Im Gegenteil, ich habe es genossen mein Baby mal wieder gemütlich stillen zu können. Sie lässt sich immer noch ablenken an der Brust und hört manchmal auf, um mich anzugrinsen, aber wir kommunizieren schließlich auch während der Nahrungsaufnahme, warum sollte ich das unserer Tochter verwehren. Alles in allem aber klappt das Stillen wieder sehr gut und ich bin so froh nicht aufgegeben zu haben.
Die Kleine ist nun 4,5 Monate alt und in kurzer Zeit schon beginnen wir sicherlich mit Beikost, dann ist die Vollstillzeit schon vorbei. Aber ich möchte gerne so lange stillen, wie es uns beiden gefällt und freue mich noch auf viele Monate dieser innigen Beziehung mit meiner Tochter.
Ihr könnt Mädchen spricht auch auf ihrem Blog unter www.maedchenspricht.blogspot.de besuchen.
Du möchtest deine Stillgeschichte auch erzählen und damit anderen Mamas helfen, durchzuhalten oder sich aufs Stillen vorzubereiten? Schreib mir einfach eine e-Mail (Button oben rechts, Apfel mit Briefumschlag), ich freue mich über jede Geschichte!
