Ich teile meine Freude mit euch Stillgeschichten

„Ich will und ich werde stillen.“ Blogparade „Meine Stillgeschichte“

Mein Stillbuch „Bedürfnisorientiertes Stillen“ ist da und seit heute in unserem Shop zu bekommen!

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Bericht schreiben soll. Irgendwie ist das Thema Stillen doch ein sehr persönliches und bei mir mit vielen Emotionen verbunden. Aber vielleicht macht es ja der einen oder anderen Mama Mut – also beginne ich mal…

Als ich vor drei Jahren zu meinem Sohn schwanger war, war ganz klar: Ich will und ich werde stillen.

Kein Thema.Auf Initiative meiner Hebamme besuchte ich gemeinsam mit anderen Schwangeren einen Workshop bei einer erfahrenen Stillberaterin, las Informationen übers Stillen in Büchern und Internetforen und sprach mit befreundeten Mamis. Es kam mir gar nicht in den Sinn, dass dabei etwas nicht klappen würde. Und dann kam mein Sohn zur Welt: Stolze 4200g schwer, kerngesund und sehr hungrig ;-).

Bis auf wunde Brustwarzen lief es die ersten Tage im Krankenhaus ganz gut. Er saugte gut und kräftig und trank fleißig. Dass er recht viel Gewicht verlor, stufte ich als normal ein. Es ging aber leider zuhause gewichtsmäßig weiter bergab, er hatte tagelang keinen Stuhlgang und begann nach und nach vermehrt zu weinen. Er saugte, saugte, saugte – und brüllte. Meine Hebammen kümmerte sich toll um uns, stand in engem Kontakt mit der Stillberaterin und wir versuchten diverse Mittelchen, um die Milchmenge zu steigern. Ich kämpfte und kämpfte, wollte unbedingt voll stillen. Doch schlussendlich musste ich nach 10 Tagen unter Tränen das erste Fläschchen geben. Er trank es gierig aus und blickte mir dabei so dankbar in die Augen, dass ich heute fast noch weinen muss, wenn ich daran denke. Nach einigen Tagen Stillen und Zufüttern wollte mein Baby leider nicht mehr an meiner Brust trinken, er brüllte los, sobald ich ihn nur auf den Arm nahm. In einem sehr emotionalen Gespräch erklärte ich meinem Sohn, dass ich nur das Beste für ihn möchte, aber nicht mehr auf Kosten unserer Beziehung. Wir hatten genug gekämpft. So endete unsere Stillbeziehung. Wir haben sehr viel getragen, gekuschelt und schlafen bis heute im Familienbett. Ich glaube, dass wir trotz Nichtstillen eine sehr gute und enge Bindung haben.

Nach ein paar Monaten wurde ich erneut schwanger

und sehr bald schlich sich das Thema Stillen wieder in meine Gedanken. Ich wollte es unbedingt wieder versuchen und so nahm ich schon in der Schwangerschaft Stillberatung in Anspruch. Das Gespräch hat mir sehr gut getan, da ich auf viel Verständnis stieß und wir auch ein paar mögliche Ursachen für das Misslingen bei meinem Sohn erarbeiten konnten. Möglicherweise war meine Schilddrüsenerkrankung an der schlechten Milchproduktion beteiligt, hier wollte ich nach der Geburt vermehrt auf eine passende Medikation achten. Als meine Tochter zur Welt kam, klappt der Start wieder recht gut. Nach drei Tagen gingen wir nach Hause und meine tolle Stillberaterin kam gleich zu einem Hausbesuch. Ein paar Tipps zum besseren Anlegen und gegen die wunden Brustwarzen waren sehr hilfreich. Doch die Geschichte begann sich zu wiederholen und wieder war das Zufüttern unumgänglich. Wir starteten aber früher und mit kleinstmöglichen Mengen und so lief es einige Wochen ganz gut. Die Zufüttermengen waren mit täglichen 60-90ml wirklich gering, aber ganz ohne Flasche ging es nicht. Ein Stillstreik kostete noch einmal viel Kraft und Energie. Manches Mal war ich knapp vor dem Aufgeben, wenn die kleine Maus mal wieder die Brust anbrüllte und der „Große“ mit gerade mal 1,5 Jahren auch seine Mama brauchte. Doch dank einer immer erreichbaren Stillberaterin und viel Stillen in der Tragehilfe lief es nach und nach immer besser und mit Beikoststart konnten wir die Flasche weglassen.

Inzwischen ist das Töchterlein fast 11 Monate alt

und wir haben eine schöne und entspannte Stillbeziehung, deren Ende noch nicht in Sicht ist. Sie isst sehr gern und viel, stillt aber dennoch noch mehrmals täglich und aktuell auch wieder sehr viel in der Nacht. Es ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ganz viel Bindungsaufbau und ein geniales Beruhigungsmittel. Zudem schätze ich es als ehemalige Fläschchenmama auch sehr, dass ich mit „leichtem Gepäck“ ohne Geschleppe von Thermoskanne und Milchpulver unterwegs sein kann. Ich bin wahnsinnig froh, dass wir durchgehalten haben und freue mich jeden Tag darüber. Ich kann nur jeder Mama raten, sich Hilfe zu holen, wenn es Schwierigkeiten gibt, das Stillen in der Tragehilfe zu lernen – unser wahres Wundermittel – und Geduld zu haben. Es kann manchmal Monate dauern, bis das Stillen wirklich rund läuft, aber es lohnt sich einfach <3 .

Marie bloggt auf www.junoundgefaehrtin.blogspot.co.at

stillbuch, stillgeschichte, stillgeschichten, stillen, muttermilch, breastfeeding, langzeitstillen, abstillen, Beikosteinführung, 

Website Kommentare

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

*

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz